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Zeitraum: 16. bis 20. Jahrhundert |
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Fünfzehntes Sonett
Mit solcher Huld und Anmuth ist geschmücket Madonna, daß, wem Sie sich grüßend neigt, Deß Zunge plötzlich stockt und zitternd schweigt, Und kaum empor zu Ihr sein Auge blicket.
Vernimmt Sie Lobeswort' Ihr nachgeschicket, So flieht Sie, der an Demuth keine gleicht. Wol scheint's, daß Sie vom Himmel niedersteigt Ein Wunder, das die Seligen entzücket.
So zauberisch ist Ihrer Augen Licht, Daß in das Herz draus eine Süße quillet, Die nicht begreifet, wer sie nicht erlebet.
Herab von Ihrem Antlitz, scheint es, schwebet Ein milder Geist, von Amors Huld erfüllet, Der:
Seufze! zu der Seel' im Weggehn spricht. Dante
Alighieri (1256-1321) übersetzt von Karl Ludwig Kannegießer (1781-1861) und
Karl Witte (1800-1883) |
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