Charlotte von Ahlefeld (1781-1849) - Liebesgedichte

Charlotte von Ahlefeld

 

Charlotte von Ahlefeld
(1781-1849)
 

 

Glück der Liebe

Einem Schmetterlinge gleicht die Liebe;
Wie er flatternd über Blumen schwebt,
So entflieht sie oft auf leichten Schwingen,
Und nur selten kehrt sie uns zurück.

Um gewaltsam ihre Flucht zu hemmen,
Strebt das kranke Herz mit leisem Weh;
Möcht' ihr gern die raschen Flügel binden,
Gern sie bannen in der Treue Kreis.

Aber wie des Schmetterlinges Farben
Selbst in zarten Händen untergehn,
So vernichten Fesseln auch die Reize,
Die der Liebe freie Regung schmücken.

Darum öffne ihrem kurzen Glücke
Willig und geniessend Geist und Herz;
Aber will es wankelmüthig weichen
Trauere dann - doch halt es nicht zurück!

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von Charlotte von Ahlefeld

 

Gedicht aus: Gedichte von Natalie. Berlin 1808
Bei Johann Friedrich Unger

Biographie:
Ahlefeld, Ahlefeldt, Charlotte (Sophie Louise Wilhelmine) von, auch: Elise Selbig, Ernestine, Natalie, * 6.12.1781 oder 1777 Stedten bei Weimar, † 27.7.1849 Teplitz; Grabstätte: ebd., Seume-Park. - Autorin von Unterhaltungsromanen.
Als jüngste Tochter eines hannoveran. Regimentskommandanten in Weimar aufgewachsen, wurde A. dort 1798 im Haus der eng befreundeten Charlotte von Stein durch Herder mit dem holsteinischen Gutsbesitzer Rudolf Johann von Ahlefeld getraut. 1807 trennte sie sich wieder von ihm u. dem geistig unbefriedigenden Landleben, zog mit ihren Kindern nach Schleswig u. lebte als freie Schriftstellerin. Durch literar. Produktivität bei gleichzeitigem großen Publikumserfolg sicherte sie sich ihre Selbständigkeit. Seit 1821 lebte A. wieder in Weimar, seit 1846 in Teplitz.
Im Leben wie im Werk A.s spielte die Freundschaft seit der frühen heimlichen literar. Zusammenarbeit mit ihrer Jugendfreundin Wilhelmine Herz (Pseud.: W. Willmar) eine tragende Rolle. Zeitgenossen wie Frau von Stein u. Ignaz Castelli bezeugten ihre persönl. Ausstrahlung. Populär wurden ihre Unterhaltungsromane aus der Ritterzeit u. die meist in Taschenbüchern u. Almanachen publizierten Erzählungen; bekannte Zeitschriften wie die »Zeitung für die elegante Welt«, »Iduna« u. »Urania« führten A. als
Beiträgerin. Bis 1832 erschienen - oft anonym - annähernd 50 leicht lesbare, auf emotionale Resonanz abzielende Erzählwerke, auch Reisebeschreibungen u. Gedichte.
Am bekanntesten wurde der Roman Marie Müller (Bln. 1798), der einen Liebeskonflikt durch Entsagung enden läßt - ein Erzählmuster, wie es der Frauenroman des späten 18. Jh. vorgab u. an das sich A. fast immer hielt (Ausnahme: Erna. Kein Roman. Altona 1820).
Aus: Autoren- und Werklexikon: Ahlefeld, Charlotte von, S. 2. Digitale Bibliothek Band 9: Killy Literaturlexikon, S. 290 (vgl. Killy Bd. 1, S. 79)
 

 

 


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