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Elisa von der Recke
(1754-1833)
Beym Anblick des Sternenhimmels
Welch ein Schauer fasst die Seele!
Ueberall ist Gott!
Welch Entzücken fasst allmächtig meine Seele
Ueberall ist Gott!
Hoch schwillt meine Brust und Thränen
Stürzen mir vom Aug';
Unaussprechlich ist des Geistes innre Sprache -
Du verstehst sie, Gott!
Sehnsucht meines müden Herzens,
Wirst du einst gestillt?
Bist - ach! Ahndung, Ahndung endlichen Genusses,
Bist du nur ein Traum?
Sey du süsser Traum mir Wahrheit!
Bleib! ich liebe dich;
Ohne dich ist mir der Zweck von meinem Daseyn
Dunkles Labyrinth.
Du! der Welten schuf - und Stäubchen,
Lichte meinen Gang
Durch des Irrthums dunkle schauervolle Nächte,
Wird er ungewiss!
Ist des Herzens innre Stimme
Deine Stimme, Gott?
O! dann sind der wunderbaren Seele Kräfte
Nicht umsonst in mir! -
Dann wird jede, die hier schmachtet,
Meiner Freude Quell,
Wächst in steter Uebung, Gottheit, dir entgegen,
Ewig - wie du bist.
Wahrheit! deine goldnen Pfeiler -
Wann umfass' ich sie?
Weine nicht mit der Entzückung süssen Thränen
Wehmuthsthränen mehr?
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