Mohammed Schemsed-din Hafis

(Übersetzung: Joseph von Hammer-Purgstall)


Aus: Der Buchstabe Dal

LXXXIII. (83)

Fluren entbehrt mein Herz im Umgang mit ihrem Gesichte,
Wie Cypreßen geformt, hat sie wie Tulpen ein Maal.

Keinem Bogen der Braun hat je mein Kopf sich verneiget,
Denn es thun auf die Welt Zellenbewohner Verzicht,

Unruh giebt mir das Veilchen, es haucht die Düfte der Locken,
Sieh den Schwarzen nur an, was für ein Hirnegespinst!

Schatten der Nacht! und Schrecken der Wüste, was seyd ihr im Stande,
Wenn die Fackel der Wang' unsere Straßen erhellt!

Geh' auf die Fluren hinaus, und schau' auf dem Throne die Rose,
Tulpen stehen vor ihr, Diener mit Bechern bereit.

Bei dem Glanze der Wangen bestiehlt dein Haupthaar die Herzen,
Welch ein seltener Dieb, der bei dem Fackelglanz stiehlt.

Nach der Schule der Liebe verlangt die Seele Hafisens,
Deßhalb sehnet sie sich weder nach Aussicht noch Flur.


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