Mohammed Schemsed-din Hafis

(Übersetzung: Joseph von Hammer-Purgstall)


Aus: Der Buchstabe Dal

CXXXVIII. (138)

Moschusgeruch aus Choten getragen vom Ostwind zu mir kommt,
Welch ein Wind, daß mit ihm Duft des Geliebten mir kommt.

Sieh, mir weht von Choten ein Hauch des Moschus entgegen,
Möglich, daß von Chata die Karawane nun kommt.

Nimmer trenn' ich mein Herz, bis daß die Seele zertrennt wird.
Sieh! ob von meinem Gespräch Duft der Treue wohl kommt.

Mache die Brust nicht zum Ziel für seine Pfeile des Schmerzens,
Schließe dein Aug', weil der Pfeil einstens von oben dir kommt.

Wer sich hält an die Brauen der Augen, wird endlich befriedigt,
Brauen sind Fürsten, ihr Lob dennoch von Bettlern herkommt.

Oft versank der Fürst, in den Locken von Thränen erweichet,
Blutige Scham deßhalb mir in das Auge jetzt kommt.

Bleibe Hafis nicht enthaltsam von Wein, weil die Rose
Zu dem Feste der Flur hundertgeblättert herkommt.


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