Mohammed Schemsed-din Hafis

(Übersetzung: Joseph von Hammer-Purgstall)


Aus: Der Buchstabe Mim

II. (2)

Laßt uns vorbeigehn, an der Schenke Thür,
Denn wir bedürfen all' ein wenig Rest von Wein.

Wo man Dschemschid's und Salomon's gedenkt.
Dort seyd nicht traurig, dorten trinket Wein.

Um an den Freund zu legen meine Hand,
Bin ich in Blut getaucht wie der Rubin.

O Prediger ermahne Trunkne nicht.
Der Staub des Freund's ist uns den Himmel werth.

Dein Hefen macht aus bloßem Staub Rubin.
Weh! daß du mich verachtest wie den Staub?

Hafis! kein Weg führt zum Pallast der Lust,
Wohlan begnüge dich mit Schwellenstaub.


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