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Der Fischfang
Auf, Amaryllis, schlummre nicht weiter
Still ist's und heiter,
Kühl die Luft:
Farbig gezogen
Schimmert der Bogen
Hoch über den Wogen
Wald und Kluft!
Amaryllis, ferne sind Gefahren,
Neptuns Frieden kann ich offenbaren -
Traumgott darf nun länger nicht bewahren
Aug' dir und Lippe, die seufzt und ruft.
Komm' auf den Fang! Das Netz ist zur Stelle -
Will auf die Welle
Jetzt mit dir!
Jäckchen, das rechte,
Schleiergeflechte
Nimm, und die Hechte
Locke mir!
Amaryllis, auf! erwach', du Kleine -
Lustige, lass' heut' mich nicht alleine!
Im Delphinentanz und Morgenscheine
Plätschern mit unserem Fischerkahn wir.
Ruten und Angeln, hole sie schnelle!
Sieh, es wird helle!
Spute dich!
Süße, nicht schmollen!
Könntest du grollen,
Wirklich nicht wollen?
Küsse mich!
Fahren wir zum seichten Sandesgrunde
Oder drüben nach dem grünen Sunde,
Wo wir uns geeint zum Liebesbunde -
Weißt du noch? Thyrsis, der ärgerte sich.
Steig' in den Kahn mit Sang und Jucheien!
Lieb', in uns zweien
Herrsche du!
Mag sich auch härmen
Äol und lärmen:
Seliges Schwärmen
Giebt mir Ruh'!
Glücklich im erzürnten Flutensteigen,
Still umschlungen, kann ich's nicht verschweigen,
Daß mein Herz bis in den Tod dir eigen -
Singt, ihr Sirenen, das Echo dazu.
Schwedisches Liebeslied
(Karl Michael Bellman)
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