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Unselig ist, wen Liebe läßt verzagen,
Unsel'ger noch, wer Liebe nie erstrebet,
Doch am unseligsten, wer lieblos lebet
Und kann doch einst'ger Liebe nicht entsagen.
Will eitle Lust ihn weich in Fesseln schlagen,
Wehrt ihm Erinn'rung, die im Herzen lebet,
Und wenn ein Engel lächelnd vor ihm schwebet,
Wie dürft' er auf so heil'ge Spur sich wagen?
Geteilt in Weltverachten und Bereuen,
Flieht er die Dirne, muß die Göttin meiden,
Der Lust entsagen, vor der Hoffnung scheiden;
Sein Herz, das keine Blüten mehr erfreuen,
Gleicht einem öden Opferhain der Heiden,
Den Götter flohen, den die Menschen meiden.
Polnisches Liebeslied
(Adam Mickiewicz)
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