Der Völker
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(Ausgewählte Gedichte)
 









 




Erwache, Blume des Waldes, schöner Vogel der
Steppe! Erwache, du mit dem Auge des Rehes!

Wenn du mich anblickst, bin ich glücklich wie
die Blumen, wenn sie den Tau fühlen!

Der Atem deines Mundes ist süß, süß wie der
Duft der Blumen am Morgen; süß wie der Duft
am Abend im Monate des welkenden Blattes!

Springt nicht das Blut meiner Adern dir entgegen
wie der Strudel der Sonn' entgegen springt im
Mond der leuchtenden Nächte?

Dir singt mein Herz wenn du nahe bist, wie die
tanzenden Zweige dem Winde im Monde der
Erdbeeren!

Wenn du nicht heiter bist, meine Geliebte, so ist
mein Herz verdüstert, gleich den glänzenden
Gewässern wenn Schatten von den Wolken oben
fallen

Dein Lächeln macht mein unruhiges Herz sich
erhellen, wie die Sonne die Wolken gleich Gold
scheinen macht, die der kalte Wind gekräuselt hat.

Und ich! o sieh mich Blut meines schlagenden
Herzens! Die Erde lächelt, die Gewässer lächeln,
die Himmel lächeln - aber ich, ich verlerne
zu lächeln, wenn du nicht nahe bist. Erwache,
erwache, meine Geliebte!

Liebeslied nordamerikanischer Indianer

 

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Literatur: Der Völker Liebesgarten Leipzig Verlag Julius Zeitler 1909
(Gesammelt und herausgegeben von Paul Seliger)
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