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Venus Verticordia
Die du die Herzen wendest
Wie Schnitter ihre Ähren,
Laß in der Brust die Wonne,
Am Weib mir ewig währen!
Die Mutter aller Wesen,
Der Götter in der Halle,
Die siegreich ihren Fuß setzt
Auf alle Herzen, alle.
Der heute noch erzittert
Des Meeres bittre Welle,
Du Mutter ewiger Sehnsucht,
Der Liebe reiche Quelle.
Die Sappho einst bezwungen,
Lucretius' Ton gemeistert,
Gib, daß das Glück der Liebe
Mich immer neu begeistert!
Daß alle ihre Pfeile,
Die wild vom Bogen springen,
Aus meinem vollen Herzen
Als Lieder wiederklingen.
Und gib, daß alle Küsse,
Die meine Lippen wagen,
Wie des Hymettos Bienen
Für mich nur Honig tragen!
Gib, wenn der Jugend Becher
Mir wird in Scherben gehen,
Daß gleich dem Baum mein Alter
Noch darf in Blüten stehen,
Daß schwer mein Haupt vom Dufte,
Doch leicht das Herz mir werde,
Damit du gern drin weilest,
Du Königin der Erde!
Und geh' ich ein zum Hades,
Zur Schar der Wesenlosen
Auch hier aus deinem Schoße
Gib Rosen, Rosen, Rosen!
Tschechisches Liebeslied
(Jaroslav Vrchlicky)
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