Minnesang

Nachdichtungen deutscher Minnesänger
 

 

 


Dietmar von Aist
(vor 1140 - nach 1171)


Sehnender Freundin bote,
Nun sage dem schönen weibe,
Dass mir tut ohne maasse weh,
Dass ich sie so lange meide.
Lieber hätt' ich ihr minnen
Als all der vögel singen,
Nun muss ich von ihr geschieden sein:
Traurig ist mir all das herze mein.

"Nun sage dem edlen ritter,
Dass er sich wohl behüte,
Und bitte ihn, frohgemut zu sein
Und lassen alle ungemüte.
Ich muss oft entgelten sein,
Aufstöhnet sehr das herze mein:
Anstarrenden leides hab ich viel,
Das ich ihm selber gerne klagen will."


Nachgedichtet von
Friedrich Wolters (1876-1930)

Aus: Minnelieder und Sprüche
Übertragungen aus deutschen Minnesängern
des XII. bis XIV. Jahrhunderts von
Friedrich Wolters. Zweite Ausgabe Berlin 1922 Bei Georg Bondi (S. 14-15)

©
 

Der mittelhochdeutsche Text aus:
Des Minnesangs Frühling
Unter Benutzung der Ausgaben
von Karl Lachmann und Moritz Haupt,
Friedrich Vogt und Carl von Kraus
bearbeitet von Hugo Moser und Helmut Tervooren
Band I Texte 38. Auflage Stuttgart 1988
(S. 57)

 


 


 

zurück

zurück zur Startseite