Liebeslieder der Völker (Volkslieder)

 


Ukrainische Liebeslieder



Nachtfahrt

O Du Mond, Du holdes Mondchen,
Im Gewölke zaudre!
Dass ich mit der Herzgeliebten
Nur ein Wenig plaudre.
O Du Mond, Du holdes Mondchen,
Tauche mir nicht nieder!
Wenn Du scheidest, mein Geliebter,
Kehre bald nur wieder!
O Du Mond, Du holdes Mondchen
Mit dem hellen Scheine,
Scheinest auf ein feines Mädchen
Dorten überm Haine.
Was sie flüsterten und sprachen,
Was für ein Gemunkel
Von dem Mädchen, von dem schönen,
Mit den Brauen dunkel!
Auf des Mohnes Blüthe knosp'te
Dunkler, dunkler immer;
Der Kasake kehrt' vom Mädchen
In dem Morgenschimmer!
Auf des Mohnes Blüthe knosp'te
Schimmernd hinterm Hage;
Der Kasake kehrt' vom Mädchen
Am hellichten Tage!

aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 257-258)
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Die Lieben

Zarte Kinder, zweie,
Die sich herzlich lieben,
Hat der Herr, der wilde,
Auseinander trieben.
Wie sie heiss sich lieben,
Und sich nicht mehr sehen,
Müssen alle Beide
Siechend da vergehen.
 Bald fiel da das Mädchen
Auf das Bettlein, weiche;
Unter weisse Birke
Fiel der Knab', der bleiche.
Vater, Mutter, weinten
An des Mädchens Grabe;
Aber dem Geliebten
Krächzt' ein schwarzer Rabe.
An des Mädchens Grabe
Sippen sich betrüben;
Ueber dem Geliebten
Klagt ein Kuckuck drüben!
Schon lässt man dem Mädchen
Einen Grabstein setzen,
Aber den Kasaken
Vögel nun zerfetzen!


aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 276-277)
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Der Entfernte

Wie das Haupt mir Armen schmerzet!
Wie der Blick mir schwindet!
Weiss ich selbst, warum ich bange?
Was mein Herz empfindet?

Du, mein Mädchen, Du, mein Schwanchen,
Trägst die Schuld im Grunde,
Dass ich also lang' erhalten
Von Dir keine Kunde!

Dort sind Mädchen, dort sind Brauen,
Dort sind schwarze Augen,
Dort sind helle rothe Wangen,
Reden, die was taugen!

Mädchen, Mädchen, mache meinen
Bangen Kopf nicht wirren!
Lass Dich nicht von mir ablocken,
Nicht von Andern kirren!

Wegen meiner bang' nicht, Liebe,
Ich bleib' stets Dir treue,
Bete für Dein Wohl zum Himmel
Alle Tag' auf's neue!


aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 278-279)
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Die Harrende

Von dem Rand' des Brunnens schaut man
Bis zum Grunde;
Warum noch von meinem Liebsten
Keine Kunde!
O den ganzen Tag sie weilte
An dem Bronnen;
Sah' den Lieben nicht, die Woche
War verronnen.
Wenn ich meinen Liebsten heischte
Von der Quelle,
Musst' er immer mir erscheinen
Auf der Stelle!
Aber wo mag der Geliebte
Jetzt nur weilen,
Dass er nicht zum Abendkosen
Her will eilen?


aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 280)
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Am Brunnen

Liegt ein Berg von dieser Seiten,
Dort von jener Seiten;
Und die helle Abendröthe
Leuchtet zwischen Beiden.
Ich schaut' in die Abendröthe,
Hatte lang gesonnen,
Als ein Mädchen kam nach Wasser,
Hinstieg zu dem Bronnen.
Ich, statt nach der Abendröthe,
Jetzt ihr nach, und schnelle,
War auf meinem grauen Rosse
Bald dort an der Quelle.
Mädchen, Mädchen, eine Bitte:
Mir mein Ross zu tränken!
Eh' ich noch nicht bin die Deine,
Darfst Du d'ran nicht denken!
Aber bin ich erst die Deine,
Gilt's Dein Rosslein tränken,
Will ich meinen neuen Eimer
In den Brunnen senken!
Und wie will ich Deine Güte,
Mädchen, Dir bezahlen,
Lasse Dich, o Holde, Liebe,
Auf Damast mir malen.
Will die Ochsen gar nicht sparen,
Die in meiner Heerden,
Auf dass nur Dein Bild, mein Herzchen,
Mag recht artig werden. -
Ja, Du magst von Haus zu Hause
Alle Welt durchwandern,
So wie ich Dich innig liebe,
Find'st Du keinen Andern!


aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 286-287)
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Der Geneckte

Komm', mein Knab', ich will Dir etwas schenken,
Sagt die Lose, Du sollst mein gedenken;
Will Dir schenken, Du sollst mein gedenken!
Komm', mein Knab', ich will Dir etwas schenken.

Kam am Montag zu ihr voll Verlangen,
Da war sie zum Jäten ausgegangen.
Ja, das Mädchen war da nicht zu treffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

Kam am Diensteg bei ihr anzupochen,
Wohl hätt' ich gestanden vierzig Wochen.
Ja, das Mädchen war noch nicht zu treffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

Mittwoch eilt' ich wieder mich zu bieten,
Sie war aus, die Heerden sich zu hüten.
Ja, das Mädchen war noch nicht zu treffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

Ging darauf zu ihr am Donnerstage;
Wo sie jetzt gewesen? schwere Frage!
Ja, das Mädchen war noch nicht zu treffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

An dem Freitag' liess ich mich nicht beten;
In dem Waitzen war sie wieder jäten.
Ja, das Mädchen war nicht anzutreffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

Samstags sollt' der Gang mich nicht verdriessen,
Doch sie war die Wochenarbeit schliessen.
Immer war das Mädchen nicht zu treffen,
Wollte sie mich Burschen etwa äffen?

Sonntag wollt' ich hin zum Letzten traben:
Hier, mein Bursch', ein Hemdchen sollst Du haben.
Feines Hemdchen schenkt' mir da das Süsschen,
Gab mir obendrein noch gar ein Küsschen!

aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 288-289)
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Die Getrennten

In der Fremde welch' Sehnen!
Jahr'lang Stunden sich dehnen;
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Ob ich stehe, ob gehe,
Immer, Schatz, ich Dich sehe.
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Mag nicht trinken, noch essen,
Geh', gleich ob ich besessen.
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Ob rings Viele auch prangen,
Sie nur hält mich gefangen.
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Ob auch Andre mich kirren,
Keine soll mich verwirren.
Tag wie Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern.

Ob sie Andre mir zeigen,
Fühl's im Herzen doch schweigen.
Tag wie Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern.

O Du Liebe, Du Liebe!
Wie's im Herzen so trübe!
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Herzlein, willst Du verbluten,
Dass Du ferne der Guten!
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern.

Komme, komme, o Liebe!
Eile zu mir herüber!
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Mag mein Rufen mir nützen?
Himmel woll' ihn beschützen!
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Komme, komme bei Zeiten,
Schon die Arme sich breiten.
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern!

Will den Hals Dir umfangen,
Küssen Mund Dir und Wangen.
Tag und Nacht in dem Innern
Will Dein Bild mich erinnern.

aus: Balalaika. Eine Sammlung slawischer Lieder
von Wilhelm von Waldbrühl
[Ps. von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1803-1869]
Leipzig Verlag von C. L. Hirschfeld 1848 (S. 299-301)
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Zum Marsch, zum Abmarsch pfeifen die
Kosacken um Mitternacht;
Aus hellem Auge weint Marie,
Sie weint und klagt. -

Nicht weine Marie, nicht klage, mein Kind!
Sey nicht so trüb':
Zu Gott im Himmel bete, mein Kind,
Bet' für dein Lieb!

War die Sonne verschwunden, am Himmel schon
Scheint hell das Mondenlicht;
Giebt die Mutter Geleit dem scheidenden Sohn
Und weint und spricht:

Leb' wohl, mein Herzchen, leb' wohl, mein Kind!
Weil' nicht zu lange beim Heer -
Und wenn vier Wochen verflossen sind,
Zur Heimath kehr'!

O Mutter, gern riß ich mich bald wieder los,
Und käme zurück zu dir;
Doch sieh'! es strauchelt mein schwarzes Roß
Im Thorweg' hier.

O, Gott weiß wann ich heimwärts zieh'
Und euch hier wiederfind';
Doch Mutter, nimm meine Marie auf wie
Dein eigen Kind!

Nimm zu dir mein Mädchen, so tröst' ich mich,
Wir stehen in Gottes Hand -
Wer weiß, ob ich kehr' - vielleicht sterbe ich
Im fremden Land! -

O gern zur Tochter nehm' ich Marie,
Daß du dich nicht betrübst;
Doch wird sie mich auch lieben, sie
Wie du mich liebst? -

O weine nicht, Mutter, o klage nicht mehr!
Hell' auf den trüben Blick.
Sieh'! es bäumt sich mein Roß, es springt daher,
Ich kehre zurück! - -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 29-30)

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Braus't es, weht es, und der Bäume
Gipfel tief sich neigen -
Thut mir's Herz weh und ins Auge
Bitt're Thränen steigen.

Trüb' in endlos bitt'rem Kummer
Meine Tage schwinden -
Nur in heißen Thränen kann ich
Noch Erleicht'rung finden.

Thränen trösten, doch sie bringen
Glück nicht, das verschwunden -
Nie vergißt wer Glück genossen,
Währt's auch nur Sekunden!

Und doch Menschen giebt es, die mein
Schicksal mir beneiden;
Ist der Halm auch glücklich, dorrend
Einsam auf der Haiden?

Ohne Thau und ohne Sonne
Auf der Haid' im Sande . . .
Traurig ohne den Geliebten
Ist's im fremden Lande! -

Ohne ihn hab' ich kein Schicksal,
Scheint die Welt Gefängniß -
Ohne ihn nicht Glück noch Ruhe:
Noth nur und Bedrängniß.

Sprich, wo bist mein Lieber mit den
Schwarzen Augenbrauen? . . .
Komm', den Kummer, den du selber
Mir gemacht zu schauen! . . .

O, zu wem soll ich mich wenden?
Wer, der mit mir gern ist?
Der mich liebt und den ich liebe -
Wenn der Eine fern ist?

Hätt' ich Flügel, zum Geliebten
Schnell geflogen käm' ich;
Aber hier mein junges Leben
Welk' ich und vergräm' ich.


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 31-32)

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Eine Hopfenranke im Garten allein
Schlängelt zur Erde sich;
Unter den Menschen ein Mägdelein
Weinete bitterlich.

O grüner, blühender Hopfen, warum
Rankst nicht nach oben zu?
O liebes, junges Mädchen, warum
Fluchst deinem Schicksal du?

Kann die Hopfenranke nach oben zieh'n,
Wenn keine Stütze sie hält?
Kann des Mädchens Auge vor Freude glüh'n,
Wenn ihr Kosack ihr fehlt?


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 33)

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Kam aus der Ferne ein Kuckuck geflogen,
Flog durch Feld und Hain;
War aus seinem Fittig eine Feder gefallen
In die Donau hinein.

O gleich der bunten verlorenen Feder,
Die der Strom fortreißt -
Schwindet mein Leben im fremden Lande
Einsam, verwaist!

Floß mein Leben hin wie auf der Welle
Ein einsam Blatt . . .
Fort! was wahr' ich den Goldring, den Er mir
Gegeben hat! -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 34)

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Wo, wo, meine Liebe, jetzt weilest du?
Tönt dir mein Flehen, mein Rufen nicht zu?
Es könnte die starren Gefilde selbst rühren;
Wie mein Aug' und mein Herz nach dir suchen und spüren!
Doch ich suche vergebens schon lange Zeit,
Und ich finde dich nicht, du bist weit, bist weit!
Und ich welk' und vergehe vor Herzeleid!
Bist unter Kaufleuten auf blauem Meer,
Und fährst und spähest nach Schätzen umher?
Oder bist du bei schmucken Damen zu Gast,
Und durchjubelst die Nächte im Prachtpalast?
Oder entscheidest in lichten Himmelshöh'n
Das Schicksal der armen Sterblichen?
Oder spielst bei lauschendem Mondenschein
Mit den Locken blühender Mägdelein?
Oder blühest du nicht als Mohnblume wild
Am Meeresufer im Thalgefild?
Oder singst des Kuckuks Prophetenlied?
Unter maienfrischer Hollunderblüth?
O höre mich! komm meine Liebe, mein Glück,
Setz dich zu mir her!
Nur einen einz'gen Augenblick,
Und ich klage nicht mehr! ...

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 35-36)
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Vor Weh' mir Herz und Kopf vergeh'n,
Die Thrän' ins Auge bricht;
Hab meinen Liebsten nicht geseh'n,
Nicht gestern, heute nicht!

Scheint mir, daß ich nicht traurig bin,
Mein Herz nicht kummerschwer;
Doch geh' ich aus dem Hause hin,
So schwank' ich hin und her. -

Scheint mir, daß keine Thräne fließt,
Und weine doch so sehr!
Viel fremder Leute Schwarm mich grüßt:
Von Ihm kommt Niemand her!

Mein Liebster, mein Herzlieb verblich,
Schwand meine Sonne hin -
Und Nichts kann mich jetzt freu'n, wenn ich
Allein am Fenster bin!

Mein Liebster, meine Sonne blich,
Des schwarzen Auges Pracht -
Mit wem jetzt plaudre, kose ich
In stiller, dunkler Nacht?

O immergrüner, schlanker Strauch,
Senk' dich herab zu mir!
Herzliebster mit dem schwarzen Aug',
Komm', setz' dich her zu mir!

O immergrüner, schlanker Strauch,
Senk' tiefer dich zu mir!
Herzliebster mit dem schwarzen Aug',
Komm', setz' dich näher mir!

Er hört nicht meiner Stimme Ton,
Mein Lieb ist nicht mehr hier!
Verhüllt jetzt Gras und Raute schon
Die Spur des Fußes mir.

Das Gras, das hohe, werf' ich fort,
Die Rauten reiß' ich aus:
Vielleicht daß dann mein Liebster dort
Zurücke kehrt nach Haus.

Nein, nicht zu suchen geh' ich mehr
Den der mich so betrübt!
Nein, nicht den Einen lieb' ich mehr,
Den ich so sehr geliebt!

Ich streife nicht im Morgenlicht
Beim Schlosse mehr umher;
Ich treffe meinen Liebsten nicht,
Mein Liebster ist nicht mehr!

Ich wandle nicht mehr waldeswärts
Zum Nüssesuchen d'rin -
Der Jugend heit'rer Tand und Scherz
Sind längst für mich dahin!

'S ist traurig mich so jung zu seh'n
Wie Reiz und Herz verdorrt ...
Nichts bleibt mir als zum Strom zu geh'n
Hinabzuspringen dort! -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 39-41)
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Zum Niemen zieh' ich;
Heida! mein gutes Thier
Spring', bäum' dich unter mir!
Liebchen, leb' wohl!

Ziehst du zum Niemen fort, läßt du mich hier allein.
Was aber suchst du dort, sag mir Herzliebster mein?
Scheint es dir fern von mir, weit an des Niemens Strand,
Schöner als bei uns hier, bei uns im Vaterland?

Ich ziehe hin, wo
Wild es von Rossen stampft -
Heiß aus der Erde dampft
Feindesblut roth!

Willst dich berauschen im Blute, dem heißen?
Willst dich dem Arm' treuer Liebe entreißen?
Hier hast meine Thränen, hier hast du mein Blut!
Nur zieh' nicht von hinnen und bleibe mir gut!

Nicht weine, mein Lieb'!
Ist unser Fest vollbracht,
Kehr' aus der heißen Schlacht
Kehr' ich zu dir!

Nein, nein, mein Geliebter! kehrst nimmer nach Hause!
Es wird dich verschlingen das Schlachtfeld, das grause;
Sieh' es hält den Kopf trauernd zur Erde dein Rapp:
Auf dem blutrothen Schlachtfelde find'st du dein Grab!

Wenn der Rabe dir zu
Hoch über'm Fenster schreit
Zu dir vom Meere weit
Eilt dein Kosack!

Senkt der Gipfel der grünen Platanen sich nieder,
Wenn der Eichwald stöhnt, und der Kuckuck ruft wieder;
Wenn unter dir wiehernd hoch bäumt sich der Rapp,
Dann ruh' ich schon lange im kühlen Grab'! . . .


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 42-43)

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"Sag', Mädchen, wo werden wir schlafen zur Nacht?"
- "Im Schatten dort unterm Tannenbaum,
Der hoch her hinter der Wiese ragt." -
"Doch worauf, mein Mädchen, schlummern wir ein?"
- "Auf des hohen Rasens schwellendem Flaum,
Das wird unser weiches Bette seyn!" -
"Sag', Mädchen, womit wir uns bedecken?"
- "Uns hüllt der Nacht schwarze Decke ein!" -
"Und wer wird am frühen Morgen uns wecken?"
- "Das Gezwitscher der muntern Vögelein!" -
"Und wachen wir auf beim Tageslicht,
Womit waschen wir Hände uns und Gesicht?"
- "Du wäschst mit dem frischen Morgenthau dich,
Ich mit meinen bittern Thränen mich!" -
- "Doch was zum Frühstück essen wir,
Mein Mädchen! eh' wir uns trennen hier?"
- "Du wirst dich von des Waldes Beeren
Ich mich von meiner Schande nähren!" -
"Und hernach mein Mädchen, wohin gehen wir?"
- "Geh' zum Teufel, geiler Verführer du!
Ich fliehe den dunklen Wäldern zu!" -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 49-50)

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Beugen sich die dichten Zweige
Vor dem Hauch des Windes -
Feld entlang die schwarzen Augen
Späh'n des lieben Kindes.

Beugten sich die dichten Zweige,
Doch nach oben kehren -
Späh'ten lang die schwarzen Augen,
Füllte sich mit Zähren.

Weiden, die ich selbst gepflanzet,
Steh'n am Bach und rauschen-
Des Kosack, des Liebsten Stimme
Wirst du nimmer lauschen!

Der Kosack ist fortgeritten
Nach der Desna Borden,
Wachs' noch junges Mädchen, bis es
Wieder Frühling worden!

Wuchs wohl, wuchs das junge Mädchen;
Wieder Frühling ward es -
Weinte, weinte heiße Thränen:
Des Kosacken harrt es.

O, nicht weint mehr, schwarze Augen:
Er wird nie der Meine!
Denn wir schwuren Liebe bei des
Mondes falschem Scheine.

Schmerzen, schmerzen meine Augen,
Ist mein Herz voll Wehe!
Scheint mir wüst die Erde - nimmer
Ich den Liebsten sehe! -


Desna: Fluß, welcher sich in den Dniepr ergießt.

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 53-54)

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Mein Mädchen, viel schöne, viel stolze Maid!
Warum kamst du nicht gestern zur Abendzeit?
"O wie kann ich, mein Lieber, zu dir gehen,
Wenn mich rings die bösen Menschen umspähen?"
Laß sie schwatzen mein Kind, sich tadelnd geberden;
Es wird kommen die Zeit wo sie ruhig werden.
"Doch bis die Zeit kommt, meine Ehre sie nehmen,
Und muß ich dann lebelang weinen, mich grämen!"
O mein Mädchen, was schaust du so traurig d'rein,
Wie der dunkle Hollunder am Ufer allein!
Solltest fröhlich seyn, solltest lächeln und kosen,
Wie zur Zeit der Blumen die duftenden Rosen!
O lieb' Mädchen, werf' ich mein Aug' auf dich hin,
Wie schön du mir scheinst, wie ich stolz auf dich bin!
Dem Fischlein, das ohne Wasser darbt, gleich,
Bin ich ohne dich schmachtend und kummerbleich!
"Und auch ich liebe dich, mein Kosack, meine Freude!
Strafe Gott die bösen Menschen, die uns trennen, uns Beide!"

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 55)
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Dunkel ist die Nacht, ich fliege
Durch die Nebel, die rings zieh'n -
O mein armer Kopf, wo leg' ich
Dich heut Nacht zur Ruhe hin?
Ist's im Feld, auf nackter Steppe -
Ist's im grünen Wiesenrain? -
Oder wird's am weichen Busen
Meines jungen Mädchens seyn?
Das mich toll gemacht, bezaubert
Durch die schwarzen Aeugelein! -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 56)
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Schwang vom Wald', vom dunklen Walde,
Kuckuck sein Gefieder -
Setzt sich in der grünen Halde
Eines Gartens nieder.

Fragt Mariechen ihn, die Kleine:
Sollst mir prophezeien!
Leb' ich lange noch alleine,
Werd' ich balde freien?

Kuckuck hat das Wort gehöret,
Spricht: Kannst fröhlich seyen!
Wirst, noch eh' der Abend kehret,
Wirst noch heute freien! -

Daß du sieben Jahr' lang, Kuckuck,
Kein Gehör mehr findest!
Weil du mir, die noch so jung bin,
Nicht die Wahrheit kündest. -


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 57)

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Sprach zum Mond' die Abendröthe:
"Du mein ewiger Gefährte!
Geh' nicht auf vor mir: vereine
Deinen Glanz mit meinem Glanze,
Erd' und Himmel zu erleuchten,
Zu erfreu'n das Thier der Steppe,
Und den Wanderer, den müden,
Der zur fernen Hütte kehret
Auszuruh'n am heim'schen Herde."
Sprach Mariechen zum Geliebten:
"O, mein Iwan, mein Verlobter!
Mach' nicht vor mir Haus: zusammen
Wollen wir uns niederlassen,
Und mit Freude füll'n zwei Häuser,
Unsrer beiden Väter Häuser."

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 60)

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Wie er schön ist, wie er grün ist
Der Hollunder auf der Wiese:
Doch viel schöner noch und zarter
Ist Maria, die geliebte!
Wenn sie steht vor ihrer Pforte,
Glänzt sie wie die Morgenröthe;
Tritt sie ein zum Flur des Hauses,
Scheint sie gleich dem Abendsterne
Hinterm Wolkenflor verschwindend.
Kehrt sie heim in ihre Wohnung,
Die Kosacken alle stehend
Ziehen ab die Mützen fragend:
"Bist du nicht des Zaren Tochter?
Bist du eines Königs Kind?"
- "Nein, sagt sie, ich bin Maria
Des Kosacken Iwan Tochter!" -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 63)

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O ihr Augen, schwarze Augen,
Weh' mir, daß ich euch gesehen!
Die Nachbarn wie wilde Feinde
Uns umringen, uns umspähen -

Machen durch ihr bös Gerede
Mich erzürnen, dich erröthen -
Doch nicht lange werd' ich's tragen,
Und der Kummer wird mich tödten.

Aber du, o junge Freundin,
Sollst noch leben, Freude haben -
Doch vergiß mein einsam Grab nicht,
An der Donau Bord gegraben!

Wirst zu meinem Grabe kommen,
Du mein Mädchen, meine Liebe!
Wirst zu meinem Grabe kommen,
O, wie ist mein Herz so trübe!

Aber daß mein Grab von deiner
Hand nicht mit beworfen werde;
Weißt ja selber, wie es graus ist
Schlafen in der kalten Erde.

Darfst auch nicht nach meinem Tode
Zu viel weinen, zu viel klagen;
Denn sonst werden unsre Feinde
Nachher spottend von uns sagen:

"Liebten sich mit treuer Liebe,
Doch kein Ehebund sie einte -
Und es wurde ihre Liebe
Zum Gespötte ihrer Feinde."


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 66-67)
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Schon fällt auf die Steppe das nächtliche Graus,
Und noch bleibt mir ein langer Weg bis nach Haus.
An dies einsame Bäumchen bind' ich mein Thier,
Ich aber werde schlafen auf dem Grabe hier ...
Doch woher kommt das junge Mägdlein dort?
Sie rührt die Schulter des Kosacken und sagt ihm dies Wort:
"Steh' auf, mein Kosack! Genug ist's der Ruh',
Auf dein Roß steig', eile dem Lager zu;
In der Stille der Nacht die Tartaren nah'n
Dich und dein müdes Rößlein zu fah'n.
Mit dem Rößlein, dem müden, hat's keine Noth:
Der Kosack kauft ein neues, ist das alte todt -
Doch wenn dir ein Tartar den Kopf abhieb',
Was würde aus mir, deinem jungen Lieb?"

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 68)
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Ist dies die Quelle, die mich gelabt und getränkt?
Ist dies das Mädchen, dem ich mein Herz geschenkt?
O böses Geschick!
Mein Mädchen, mein Glück
Einem Andern gehört!

Ist der Quell dies, wo badend die Taube saß?
Ist die Maid dies, die ich zum Weibe erlas?
O böses Geschick! u. s. w.

Ja, der Quell ist derselbe, doch die treulose Maid
Hat mich vergessen seit langer Zeit!
O böses Geschick! u. s. w.

Ist der Quell überschüttet mit goldenem Sand,
Reicht das Mädchen einem andern Kosacken die Hand
O böses Geschick! u. s. w.

Mit Kraut ist bewachsen zur Quelle der Weg,
Ein andrer Kosack führt mein Mädchen hinweg!
O böses Geschick! u. s. w.

Es rauschen die Weiden, die am Bache steh'n,
Mit der Liebsten die Kosacken zur Kirche geh'n.
O böses Geschick! u. s. w.

Der Eine führt sie beim Arm, der Andre faßt sie bei der Hand,
Mit schwerem Herzen in der Ferne ein Dritter stand.
Stand allein - es war bleich wie die Wand sein Gesicht;
Er liebte so das Mädchen und bekam es nicht! -


aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 74-75)

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In der Morgenfrühe
Durch die Wiese geh' ich,
Den Kosacken seh' ich -
Sonne, heller glühe!
Wiese, duft'ger blühe!
Gras, erneue dich!
Kosack, freie mich!
Willst du mich nicht frei'n,
Komm als wollt'st du's, zu mir,
Denn die Nachbarn mein
Lassen keine Ruh mir;
Sagen: "Er hat dich betrogen,
Und jetzt kömmt er nicht mehr;"
Sagen: "Er hat dich belogen,"
Und das kränkt mich so sehr!
"O mein Kind, mein liebes!
Wohl beim Alten blieb es,
Wäre längst gekommen,
Hätt' dich mitgenommen,
Mit an meinem Arm -
Doch der Vater zürnt,
Sagt du seyst zu arm;
Will mir nie verzeih'n
Dich so arm zu frei'n."
- O du treuloser Mann,
Wär' ich reicher als du:
So spuckt' ich dich an,
Deinen Vater dazu!
Will zur Zauberin geh'n,
Von ihr Hülfe erfleh'n . . .
- Freundin! hör' mich Betrübte:
Mich verläßt den ich liebte! -
Und die Zauberin spricht:
"Mädchen, gräme dich nicht!
Sey nicht trüb, meine Traute,
Bist noch grün wie die Raute;
Laß dem Herzen nicht bang seyn,
Deine Jugend wird lang seyn,
Ist dir untreu der Eine
Wird ein Andrer der Deine!
Wenn die Rauten, die grünen,
Vor dir im Weg' blüh'n,
Wird, dich zu minnen,
Zu dir ein Kosack zieh'n.
Doch der dich verstoßen,
Wird kein Weib je umschließen,
Bis dem Mühlstein, dem bloßen,
Grüne Raden entsprießen."
Das Mädchen sofort
Verstand den Sinn
Vom dunklen Wort
Der Zauberin,
Der wundersamen,
Nahm Rautensamen,
Auf den Weg ihn zu legen;
Und sieh, es fiel Regen,
Und es sproß das Kraut,
Und Blätter gewann es;
Und das Mädchen ward Braut
Eines schmucken Mannes . . .
Doch dem Mühlstein, dem bloßen,
Keine Raden entsproßen!
Der Kosack ist jetzt alt schon,
Sein Haupthaar ist grau,
Im Herzen ist's kalt schon,
Und er hat noch keine Frau! -

aus: Die poetische Ukraine
Eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder
Ins Deutsche übertragen von
Friedrich Bodenstedt [1819-1892]
Stuttgart und Tübingen J. G. Cotta'scher Verlag 1845 (S. 76-78)

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