Emanuel von Bodman (1874-1946) - Liebesgedichte



Emanuel von Bodman
(1874-1946)


Inhaltsverzeichnis der Gedichte:
 

 





Erwachen

O wärst du bei mir in dieser Nacht!
Die Sterne funkeln und locken,
Das Fenster steht auf, und es fliegen sacht
Tausend Blütenflocken.

Ich preßte dich an mich, bis im Grund
Deine Seele schauern müßte.
Ich küßte dich auf den jungen Mund,
Bis er mich wiederküßte.

Und das Fenster ist auf, und es schneit und es schneit,
Und die wir noch nie genossen,
Wir schenkten uns die Glückseligkeit
Blütenübergossen.

(Band 1 S. 226-227)

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Abschied

Goldblätter rascheln in den Kies.
O du, daß ich so von dir muß!
Noch kreischt im Ohre mir die Tür.
Kein warmes Wort, kein letzter Kuß!

Ich sah dich gestern am Klavier
Vom Weg herauf. Es war schon spät.
Du sangst; mir war, mein Jugendglück
Sei mit dem letzten Ton verweht.
(Band 1 S. 227)
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In deinem Hof

Die Drossel singt tief im Syringenbaum
Hinter der Mauerwand.
Auf deinem Fenstersaum
Liegt ein Sonnenband.

Es zittert zu dir das liebe Licht
Ins Zimmer, warm, vertraut,
Und du bist wie liebes Licht,
Wie Flieder und Drossellaut.
(Band 1 S. 228)
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Erster Frühling

Ist das ein glänzender Tag!
Die zitternden Knospen springen.
Wir liegen unter dem Hag
Und lauschen dem Sausen und Klingen.

Die Birken spritzen von Tau,
Ein Tropfen hängt dir am Mieder,
Ein Falke schwebt im Blau
Mit blitzendem Gefieder.

Wir folgen dem hohen Kreis
Und wünschen uns selber Schwingen
Und sehen nicht zu, wie sich heiß
Im Gras unsre Hände verschlingen.

(Band 1 S. 228)

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Der Brief

Ich sitze auf dem Fensterrand,
Das gießt, das badet Busch und Sand
Und jagt die Blütenflocken.
Doch wenn auch Regen, Regen rinnt,
Mein Herz will lachen. Da, dem Wind,
Dem greif ich in die Locken.

Was hat mein Herz? Die liebe Hand,
Die hat mir einen Brief gesandt
Mit einem Veilchenstrauße.
Und morgen im Kastaniengang
Erwartet sie mich heiß und bang
Nach langer, langer Pause.

Kastanie blüht, Kastanie schneit.
Sie trägt ihr weißes Sommerkleid,
Das mit der roten Schleife.
O Sonne, flute durch das Grün!
Wenn ihre jungen Wangen glühn,
Ich nach der Hand ihr greife!
(Band 1 S. 229)
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Sünderin

"Bist du mein?" Ich küßte sie
Auf die Schultern, auf die Wangen.
Und ich wußte, sie ist nie
Ganz in Einem aufgegangen.

"Mein?" Ich preßte ihre Hand.
Und sie war's für eine Stunde!
Und dann starrt ich an die Wand,
Daß ihr Blick mich nicht verwunde.
(Band 1 S. 247)
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Erwartung

Die Luft, die riecht nach Frühling,
Und ich bin nicht allein,
Wenn ich so für mich gehe
Und auf der Erde sehe
Den frischen Sonnenschein.

Ich war einmal so traurig
Vor nicht sehr langer Zeit.
Es grünte. Vögel sangen,
Ich weinte vor Verlangen
In meine Einsamkeit.

Das ist nun anders worden,
Ich bin nicht mehr allein,
Wenn ich im Frühling stehe
Und in das Grünen sehe -
Du wirst jetzt bei mir sein.

(Band 1 S. 247-248)

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Erste Nacht

O sieh, der Mond ruht an den Wänden!
Du, laß mich deine Hände fassen!
Du, ich werde dich nie verlassen,
Weil du mir in dieser langen,
Bangen
Nacht
In deinen Händen das Glück gebracht.

Es blüht ein Oleanderbaum
In meinem Heimatland.
Weißt du, daß jede Nacht mein Traum
In gleicher Blüte stand,
Seit ich dich fand?
O nun leg deinen Kopf in meinen Arm
Und laß uns Atem tauschen!
Laß uns dem Fallen der Stunden lauschen!
Oder nein:
Wir schlafen so, jung und warm,
In den tauigen Morgen hinein.
(Band 1 S. 248-249)
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Angst

Es war in einer hellen Stunde,
Wir schritten selig durch die Nacht.
Da fiel ein Wort von meinem Munde,
Das dich, du Liebe, bang gemacht.
Ein weißer Ast hing schwer auf dunkler Mauer.
Ich wollte einen Zweig voll Blüten brechen
Und sagte: "So ist unser Glück . . ."
Da bogst du rasch den vollen Zweig zurück
Und sagtest bang mit leisem Schauer:
"Du mußt nicht laut vom Glücke sprechen!"
(Band 1 S. 249)
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Die erste Liebe

In ihren Augen war ein Glanz,
Der hatte etwas von dem deinen.
Sie liebte auch den wilden Tanz
Und Ringe mit blutroten Steinen.

Die Hand, die war sehr schön und weiß
Und hielt gern eine rote Rose,
Wie deine Hand. Oft war sie heiß
Und lag sehnsüchtig auf dem Schoße.

Allein die Lippen waren blaß
Und wußten nichts von roten Küssen,
Und als im März das erste Gras
Aufhorchte, hat sie sterben müssen.
(Band 1 S. 249-250)
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Der schöne Falter

Wir saßen stumm in schwüler Dämmerung,
Dein Haar versank im ungewissen Licht,
Ich trank in meine Seele dein Gesicht;
Ein Falter kam mit sanftem Flügelschwung
Und saß mit einem Mal auf deiner Hand
Und hob sein dunkles Flügelpaar
Und zeigte nun ein Rot, o wunderbar!
Dann flog er wieder fort ins dunkle Land.
(Band 1 S. 250)
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Nacht

Nun schläfst du leis.
Ich schreite, schreite.
Es ist so weiß
In alle Weite.

Noch glüht dein Kuß.
Die Dächer blinken,
Es will mein Fuß
In Licht versinken.
(Band 1 S. 250-251)
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Spiel

Daß ich manchmal deine weiche Seele
Tief mit Blicken, tief mit Worten ritze,
Um sie später wieder heil zu küssen:

Sieh, du mußt mein wildes Blut begreifen!

Denn ich liebe es, ins offne Meer
Hoch den Apfel meines Glücks zu werfen,
Um ihn jubelnd wieder zu erschwimmen.
(Band 1 S. 251)
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Der Schlaf

Laß mir im Schlaf die Hand,
Wir wollen einander fühlen
Auch dort in jenem kühlen,
Quelldurchrauschten Land.

Ich seh schon einen Baum
In einem tiefen Schweigen,
Und große, kühle Blätter neigen
Sich auf uns. Wir merken's kaum.
(Band 1 S. 251)
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Mein Heim

Die große Stadt versank; es dunkelt.
Ich trete, bespritzt von Kampf und Staub,
In mein stilles Haus. Die Lampe funkelt
Durch das volle Laub.

Ich trete in den Flur:
Wie scheint die Treppe schon vertraut!
Still, stille ist's. Oben nur
Ruft der Kuckuck in ihrer Uhr.
In ihrer Uhr,
Mit süßem Laut.

Und ich steige hinauf; noch ein Augenblick,
Dann kommt sie mir entgegen,
Mir ums Genick
Ihre weichen Arme zu legen.
(Band 1 S. 252)
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Besitz

In meinem Arme dein
Liebewarmer Leib - o du!
Tu jetzt die großen Augen zu!
Ist nun dein Tiefstes mein?
Schlaf, die Ampel lischt aus,
Mondlicht im ganzen Haus!
Weißt du, wie blau die Treppe war,
Als wir kamen? Auch dein Haar
Ist blau. So rinnt
Und fließt das aufgelöste Verlangen.
Wir sind
Ineinander aufgegangen.
(Band 1 S. 252-253)
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Junge Frau

Vor dem warmen Regen,
Wenn im Garten bang die Blätter sprießen,
Braune Puppen sich erschließen,
Falter ihre Zitterflügel heben,
Öffne ich auch meine Blüte
Still dem Leben,
Nehme ich mit linder Güte
Seinen feuchten, bunten Glanz entgegen.
(Band 1 S. 253)
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Abend im Frühling

Hinterm Wald,
Wo der Tag im Bach verglüht,
Wächst ein großes Weidengebüsch.
Nun ging es auf und blüht.

Immer doch, wenn ich vorübergeh,
Sitzt das Rotkehlchen da und singt.
Ich höre still im Grase zu,
Bis sein Liedchen verklingt.

Kommt die Nacht.
An den Halmen hängt der Tau,
Und die kühlen Sterne stehen
Über der Au.
(Band 1 S. 253-254)
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Der Wandrer

Mein See, du, du,
An dem ich aufgewachsen bin!
Ich sinke
An dir hin
Und trinke
Aus deinem Wasser etwas Ruh.

Ich fühle mich von einer Hand
Gezogen, gezogen.
Manche Träume, die mir zugeflogen,
Wurden Sand.

Schicksal, ich fürchte dich,
Ich weiß, du führest mich,
Mag mein Herz auch zappeln
Wie ein störriges Kind.
Wohin? Der Wind, Wind
Wühlt in den Silberpappeln.
Schicksal, ich will dir blind vertrauen,
Ich bin ja dein.
Ich will dir nicht bang in die Augen schauen,
Dein Wille soll meiner sein.
(Band 1 S. 254-255)
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Vergänglichkeit

O die selige Stunde
Vorhin, noch in der Nacht,
Mein Mund auf deinem Munde,
Wir waren zugleich erwacht.

Und dein Haar hat mich umflossen,
Und jetzt - o kaum
Genossen,
Ist sie schon Traum.
(Band 1 S. 255)
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Am dunklen Gewässer

Hinter meiner Schaufel,
Hinter meinem Acker,
Hinter meinem Weibe,
Hinter allem, was ich sehe,
Liegt das dunkle Gewässer.

Ich kämpfe,
Ich liebe,
Ich führe die Schaufel,
Ich esse die Früchte
Von meinem Garten
Und habe daran
Meine Freude.

Bisweilen
An stummen Abenden
Schwebe ich hinüber
Nach dem dunklen Gewässer.
Ich sehe nichts,
Dann wird es heller:
Vor mir zittert
Die große dunkle Flut.
Ich löse einen Nachen,
Ergreife das Ruder,
Da rauscht es,
Berührt meinen Arm
Und fragt:
"Was willst du, Mensch?"

Ich werde traurig,
Kein Schiff reicht aus
Für die dunkle Flut.
Doch hab ich einen Trost,
Wenn ich so am Ufer schaukle:
Was ihr niemals schaut,
Ihr Leute, die ihr tagaus, tagein
Wie die Bienen dahinlebt:
Ich sehe mich, ich sehe auch,
Mein Weib, meine Schaufel,
Acker und Bäume
Sich spiegeln, sich spiegeln
So rein
Im dunklen Gewässer.
(Band 1 S. 256-257)
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Bann

O bleibe so von deinem Haar umflossen!
Laß an der Rose deinen bangen Mund!
Mich faßt es, schüttert es bis auf den Grund:
Ich habe diesen süßen Leib umschlossen,
Und diese ganze junge Glut ist mein.
O daß doch jede Stunde unsrer Liebe
Der Welt, der ganzen Welt erhalten bliebe
Wie eine goldne Blüte! Ich allein
Soll schweigsam dieses Glück genießen,
In mich versenken. Nein, das kann ich nicht:
Ich muß dich, deine Seele, dein Gesicht
In Worte, Farben, trunkne Töne gießen.
(Band 1 S. 257)
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Ich trat zu dir

Ich trat zu dir
Tief in der Nacht,
Leise, ganz leise,
Doch bist du erwacht.

Deine Augen staunten
In mein Licht,
Ich sah dein süßestes
Kindgesicht.

Und meinen Namen
Lallte dein Mund,
Rein, wie der Quell
Im Wiesengrund.

Deine Augen gingen
Wieder zu.
Ich küßte deine
Decke, du,

Und dankte Gott,
Daß ich dich hab,
Daß er dich mir
Zum Weibe gab.
(Band 1 S. 258)
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Im Herbst

Sieh, wie ringsum die bunten Wände
Durchleuchtet sind vom Sonnenschein!
Komm, nimm den Krug in deine Hände,
Gieß ein! Gieß ein!
Die Perlen steigen.
Die blauen Berge sind so nah.
Der Herbst ist da.

Goldtrauben reifen fort und fort,
Ein Reiher fliegt und ist verschwunden.
Der Strom murmelt ein altes Wort.
Liegt es nicht auf den Bergen dort
Wie Schaum von unsern besten Stunden?
Wie klingen unsere Gläser rein!
Gieß ein! Gieß ein!
(Band 1 S. 259)
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Alpenveilchen

Als ich unterm offnen Fenster stand,
Fing der Vollmond an zu leuchten,
Leise zitterten die weißen, feuchten
Alpenveilchen vor dem Winde.
Ich berührte sie mit meiner Hand.
Niemals schaue ich mich satt
An dem Weiß, das diese Blüte hat.
Diese Blüte ist so weiß, so rein
Wie der Glanz in einem Silberschrein,
Wie der Frühlingsschmelz der Birkenrinde,
Wie der allererste Schnee,
Wie das Mondlicht im See,
Wie das Schlafgewand von einem Kinde.
(Band 1 S. 259-260)
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Zweifel

Und doch, in manchen Nächten
Tret ich vor unser Tor
Und hebe meine Hände
Zum Sternenglanz empor.
Wohl schaut dein dunkles Auge
Oft wie ein Kind so rein.
O hätt es von den Sternen
Den wahren keuschen Schein!

Die goldnen Sterne glänzen,
Ich geh ins Haus zurück.
Du schläfst in deiner Schönheit;
Die war einmal mein Glück.
Ich sinne; meine Sehnsucht
Schließt ihren herben Mund
Und senkt für eine Weile
Die Flügel auf den Grund.
(Band 1 S. 260)
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Besuch in der Heimat

Die alte Wiese,
Das lila Schaumkraut,
Das ich als Knabe schon so gern gesehn!
Ich fühl mein Herz voll dunkler Tränen stehn -
O meine Heimat,
Ich mußte durch viel Bitternisse gehn.

Den Trank, den mir die Liebste hingestellt,
Ich nehme ihn mit schwerer Hand vom Munde.
Der süße Schaum versprühte in die Welt,
Ein Qualgesicht erscheint auf seinem Grunde.

Dies grüne Leuchten
Hat meinem Herzen immer wohlgetan.
Ja, alte Wiese,
Du lila Schaumkraut,
Euch seh ich stets mit gleichen Augen an.
(Band 1 S. 261)
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Meine Rose

In meinem Garten leuchtet eine Rose
In zarter, doch verhängnisvoller Pracht.
Aus ihrem tiefen, rätselhaften Schoße
Quillt schwüler Duft, am schwülsten in der Nacht.
Und hat mein Mund von diesem Duft getrunken,
Schau ich sie an, in meinem Blut berauscht.
Und dann, dann horche ich, in Angst versunken,
Dem Winde zu, der in den Kronen rauscht.
Und ich vernehme auch ihr stummes Stöhnen.
Ich wehre ab. Sie ist so jung und rot.
Und doch, ich suche mich hart zu gewöhnen
An eine kalte Stunde, die uns droht,
Damit ich nicht erschreckt aufs Antlitz falle,
Wenn einst die leuchtende im Wind verweht,
Nicht in Verzweiflung meine Hände balle,
Wenn hier mein Garten ohne Rose steht.
(Band 1 S. 261-262)
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Sühne

Du hast den Nacken, wie oft, wie oft,
In süßen Schauern zurückgebogen,
Wenn ich dich umarmte, hast mit mir gehofft
Und geweint, mich geliebt und mich doch betrogen.

Drum sind deine Blicke so tot und stumm,
Drum lächelst du seltsam, drum verfärben
Sich deine roten Lippen, und drum
Mußt du in meinem Herzen sterben.
(Band 1 S. 262)
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Vielleicht

Nun ist mir auch die erste Zeit
Verschüttet von der blinden Hand!
Auch jene kleine Strecke Land,
Wo einst ein Blütenbäumchen stand,
Ganz weiß - wie erstes Glück und Leid.

Seitdem ich weiß,
Daß viele Worte Lügen sind,
Die du hinlächelst wie ein Kind,
Durchströmt es mich oft kalt und heiß:
Vielleicht war jener Blütenbaum
Auch nur ein Traum . . . auch nur ein Traum.
(Band 1 S. 262-263)
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Aus

Ich trat in dein Zimmer
Nach Wochen; so vertraut
Blickten alle deine Sachen,
Vom Morgenlicht betaut.

Der Leuchter, die rote Tulpe
Auf dem Fensterbrett,
Das Glas, aus dem du trankst,
Das Himmelbett.

Meinen Mund brach auf
Ein letzter Schrei,
Ich konnte es nicht fassen,
Daß alles vorüber sei.

Ich nahm versunken
Einen Zweig von der Wand,
In allem, allem fühlte ich
Deine kindliche Hand.

Du spieltest mit Baum
Und Mond und Nacht
Und hast aus meinem Herzen
Ein Spielzeug gemacht.

Das will lieber trauern,
Ganz allein,
Als von kleinen, blinden Händen
Zerblättert sein.
(Band 1 S. 263-264)
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Das Haus der ersten Liebe

Das rote Weinlaub hängt von Sonne voll,
Ich trete unbemerkt in deinen Garten,
Nach langer Zeit. Auf dieser Holzbank schwoll
Einst unser junges Sehnen, und wir starrten
Verstummt in blaue Nacht. Nun bist du tot
Schon manches bunte Jahr. Kastanien fallen.
Nun ist mir, fühle ich ihr braunes Rot,
Es müßten deine leichten Tritte hallen.
Noch fließt der alte Brunnenquell so klar,
Und mächtig drückt mich eine süße Schwere,
Als ob der Duft von deinem jungen Haar
Noch irgendwo in diesen Büschen wäre.
(Band 1 S. 266-267)
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Der Seiltänzer

Miljeppa auf dem Seile,
Er tanzt so leicht und flott,
Die Menge klatscht und jubelt
Zu ihrem Gauklergott.

Miljeppa auf dem Seile
Wiegt seinen Schuppenleib,
Ein Lächeln auf den Lippen -
Er denkt ans kranke Weib.

Sein Weib und seine Kinder
Kauern auf nacktem Stroh.
Drum tanzt und springt Miljeppa,
Drum blitzt sein Auge so.
(Band 1 S. 287)
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Frühlings Einzug

All die weißen Anemonen,
Bräute himmlisch aufgetan,
Die im alten Laube wohnen,
Fühlen den Geliebten nahn.

Tau am Fluß,
Süß umschwebt von Vogelschalle,
Tritt er  in die Waldeshalle,
Schenkt der ärmsten seinen Kuß,
Er, der Bräutigam für alle.
(Band 1 S. 307)
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Gärten der Liebe

März

Zwischen all den nackten Stämmen
Geh ich selbst wie nackt umher.
Meine Wünsche muß ich dämmen,
Und mein Blut fließt allzuschwer.

Meine Liebste ist ja ferne,
Und die Sonne scheint schon warm.
Ach, wie hätt ich sie jetzt gerne,
Daß sie ersten Frühling lerne,
Hier im Wald, in meinem Arm!
(Band 1 S. 331)
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Nach Jahren

Bisweilen kommst du noch im Traum zu mir,
Hast wieder das Gesicht der alten Tage,
Ich stehe wie als Jüngling scheu vor dir,
Und Liebe ist mir eine dunkle Frage.

Von lauter Sehnsucht ist das Herz mir wund,
Es klopft, als ob's an deinem klopfen müßte;
Ich blicke stumm auf deinen blassen Mund,
Den ich das eine Mal im Anfang küßte.

Und wieder hebst du deine Hände mild
Und wehrst den meinigen, sie zu umschließen.
Sag, wärst du noch am Leben, liebes Bild,
Ob sie sich immer noch nicht fassen ließen?
(Band 1 S. 331-332)
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Das Lied

Auf der kalten, dunklen Straße,
Hier vor diesem fremden Haus
Muß ich stehn: aus einem hellen
Zimmer klingt ein Lied heraus.

Eine junge Schläfe zeigt sich,
Roter Mund, der mich berauscht,
Wenn er lächelt und sich öffnet,
Hab ich je so heiß gelauscht?

Nun vertropft die süße Weise,
Die mich selber klingen macht.
Still: sie beugt sich auf die Kerzen,
Lied und Frau verschlingt die Nacht.
(Band 1 S. 332)
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Der Mund

Ich hab nur deinen Mund gesehen,
Da überwallte schon mein Blut.
Er glüht in unverstandnem Flehen,
Er glüht in lang verhaltner Glut.

Ich fühl's, daß er in warmen Nächten
Mehr, als er's ward, geküßt sein will.
Nun löse deine dunklen Flechten
Und halte still!
(Band 1 S. 332-333)
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Die Eine

Mein Herz klopft noch im Traume,
Meine Augen sind erwacht,
Ich habe die gesehen,
Die mich vollselig macht.

Ich weiß, ich werde nun wieder
In der ganzen großen Stadt
In jedes Antlitz starren -
Wann starre ich mich satt!

Ich werde wohl, die ich suche,
Mit Augen niemals sehn
Und muß doch wie ein Trunkner
Sie täglich suchen gehn.
(Band 1 S. 333)
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Gläser

Einst war mein Glas so voll und glänzte rein,
Ich hob's erglühend in den Tag hinein.
Im ersten Wunsche bebten mir die Hände,
Ob ich ein solches Glas zum Tauschen fände.

Und dieses Glas gefüllt bis an den Rand,
Ich gab es einer in die schlanke Hand
Und nahm das ihre, dumpf im Wunsch versunken,
Und sieh: aus ihrem war bereits getrunken.

Nun reichst du mir das deine: das ist voll,
Wie meines war, da es noch überquoll.
Und nimmst das meine, in dem Schatten blinken;
Wir lieben uns und wollen beide trinken.

O hätt ich einst in meinem Morgenrot
Eine gefunden, die ein solches bot!
(Band 1 S. 334)
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Die Braut

Nun ist die Sonne gangen,
Ich schreite ohne Bangen
Querfeldein.
Wie still die Weiden stehen,
Kaum, daß die Blumen wehen!
Nun will ich ganz allein
Mit meinem Ringe sein,
Den du mir, Mann, gegeben.
Wie schimmert er so klein
Im grauen Dämmerschein
Und schließt ein ganzes Leben
Mit seinen Schauern ein!
(Band 1 S. 334-335)
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Das Sternlein

Noch träumst du, deine Augen schauen
In meine nur mit stillen Fragen.
So glänzt der Himmel an den blauen,
Gewitterlosen Frühlingstagen.

Doch einst kommt auch für dich die Stunde,
Wo deine Seele ganz erwacht.
Dann steigt aus einer süßen Wunde
Ein neues Sternlein in die Nacht.

Es steigt und steigt mit goldnem Klingen
Und bleibt am dunklen Himmel stehen,
Und immer, wenn wir uns umschlingen,
Dann können wir es leuchten sehen.
(Band 1 S. 335)
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Dein Scheitel

Auf deinen liebefrommen Scheitel
Möcht ich viel rote Rosen legen,
Doch nein, die roten Rosen glänzen
An allen Wegen.

Auf deinen liebefrommen Scheitel
Möcht ich viel hundert Küsse senken,
Doch nein, wie könnten meine Lippen
Dir, was ich fühle, schenken!

Wenn ich so auf dich niederschaue,
Erscheint ein nie betretnes Land.
Auf deinen liebefrommen Scheitel
Leg ich inbrünstig meine Hand.
(Band 1 S. 336)
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Der Morgen

Dein Fenster glänzt, dein ganzer Garten
Glitzert im ersten Tau.
Ich bin früh ausgegangen
In freudigem Verlangen.
Die Blumen stehn wie Bräute da,
Mit Staunen und mit Bangen
Den Glanz der Sonne zu empfangen.

Da steh ich unter deinem Zimmer.
Noch ist der Vorhang zu,
Noch schlummerst du,
Noch fühlst du kaum den Morgenschimmer,
Noch pocht dein Herz in süßem Leid,
Noch träumt im Schrank dein weißes Kleid,
Und morgen früh um diese Zeit
Bist du mein Weib, du Liebe du!
(Band 1 S. 336-337)
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Worte der Liebe

Einst hab ich Worte der Liebe
Zu einem Weibe gesprochen.
Das gab mir die großen Worte
Mit leichten Lippen wieder.
Da hingen sie bald voll Gift,
Und lange noch, wenn ich in Büschen
Paare sie flüstern hörte,
Zuckte mein Herz vor Scham.

Nun stammle ich Worte der Liebe
Vor deinem schimmernden Antlitz,
Und sieh: der Quell deiner Seele
Hat in holdem Geplätscher
Das Gift von ihnen gespült.
In deinem keuschen Auge
Leuchten die ewigen Worte,
Wahr wie die ewigen Sterne.
(Band 1 S. 337)
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Der Mond

Geliebte, komm, schau mit hinaus:
Der Mond ist da, beglänzt das Land,
Beglänzt das Meer und hier das Haus,
Beglänzt auch deine stille Hand!

Doch wenn die in der meinen ruht
Und staune ich in dein Gesicht,
Entzündet sich in mir ein Licht:
So rein glänzt auch der Vollmond nicht
Dort auf der dunklen Flut.
(Band 1 S. 338)
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Hand in Hand

Und so will ich nimmer klagen
Wie in meinen leeren Tagen,
Wo kein Herz mein Herz verstand.
Kann mich froh ins Leben schicken,
Seit in deinen blauen Blicken
Meine Kindheit auferstand.

Wenn wir durch die Wiesen gehen
Und die hohen Gräser wehen,
Staunt mein Herz, verstummt und lauscht,
Eine wunderliche Fülle
Regt sich in der harten Hülle:
Wie der Baum dasteht und rauscht!

Wie die gelben Roggenstreifen
Unterm grauen Himmel reifen!
Fester legt sich Hand um Hand.
Und so muß ich denn die Weiten
Nicht mehr so allein durchschreiten,
Weil mein Herz das deine fand.
(Band 1 S. 338-339)
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Der Regentropfen

Sieh doch, wie im Regentropfen
Unser Gartengitter blinkt
Und die Straße mit dem Baume,
Der die grünen Zweige schwingt!

Großer dicker, blanker Tropfen,
Bleibe noch am Fenster stehn,
Bis wir auch in deinem Spiegel
Kopf an Kopf uns beide sehn!
(Band 1 S. 339)
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In Venedig

Der Mond ruht silbern auf der Flut.
Gleite, Gondel, gleite!
In deinem hohen Buge ruht,
Entzündet von der kühlen Glut,
Die Sehnsucht in die Weite.

Die Marmorstadt liegt halb erwacht.
Gleite, Gondel, gleite!
In dieser reichen Wundernacht,
Die Glas zum Edelsteine macht
Und alle Herzen hoch entfacht,
Muß ich allein ins Weite.

O stiege jetzt aus ihrem Bild,
Die Hand kühn in der Seite,
Dort aus dem funkelnden Palast
Die blasse Frau und käme mild
An meine Brust, ich stürbe fast!
Gleite, Gondel, gleite!
(Band 1 S. 339-340)
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Nähe und Ferne

Ich hatte einen wunderwahren Traum:
Du, deren Herz schwereins mit meinem schlägt,
Die still die Fackel meines Tages trägt,
Gelassen mir die allerfernsten Sterne
Im runden Teiche meines Gartens zeigt,
Und sie, die meine Seele in die Ferne
Mit einem süßen Zauberstriche geigt,
Wir saßen unter Einem Baum.

Es war im Herbst, jedoch an einem Tag,
Wie sie im ersten Frühling gerne blauen,
Wenn unter dem verwelkten Dornenhag
Verwundert neue Blumen schauen.
Nur fielen reife Früchte. Hand in Hand
Blickten wir eins ins goldgetränkte Land.

Und höher glänzte meine alte Weide
Mit ihren Zweigen über unserm Leide,
Und lieber hatte ich euch alle beide.
(Band 1 S. 340-341)
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Im Spiegel
Grete

Freundin, gib mir deine schlanke Hand,
Daß ich nicht in Liebe untergehe,
Daß ich mit dir unterm Himmelsrand
Wieder in beglänzte Fernen sehe!

Ach, zu innig an ein Herz gebunden,
Stöhnt mein Herz, verlernt mir fast zu schweben,
Und es darf im Blut der süßen Wunden
Seine frohe Sehnsucht nicht verbeben.

Hol den Spiegel aus dem Kinderland,
Wo die Dinge wie in Wasser blauen!
Laß uns so, begierig, Hand in Hand
In den unbehauchten Rahmen schauen!
(Band 1 S. 341)
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Feier

Deine fremden Lippen lesen,
Mädchen, durch die Dämmerung.
Was mir altvertraut gewesen,
Wird auf einmal neu und jung.

Und nun löschen wir die Kerzen,
Wollen schweigsam sein und ruhn,
Alle, über unsre Herzen,
Einen Blick ins Dunkel tun.

Droben glühn Millionen Flammen
Auf zu Einer hellen Macht.
Unsre tiefsten Einsamkeiten,
Die uns qualvoll noch entzweiten,
Leuchten sternhaft nun zusammen
In die dunkle Nacht.
(Band 1 S. 342)
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Kleines Mädchen

Wenn ich ein kleines Mädchen sehe,
Das sich im Ringelreihen schwingt,
Dann faßt es mich mit süßem Wehe,
Wie es so springt, wie es so singt!

Ich fühl's in mir mit warmem Beben:
So magst einst du gewesen sein.
Und alles, was du mir gegeben,
Fällt mir auf einmal wieder ein.
(Band 1 S. 342-343)
_____



Krank

Die Sonne scheint am Weg, und du liegst krank.
Ich sitze bei dir, halte deine Hände.
Die großen Augen, draus ich Lächeln trank,
Sie blicken trüb mit meinen an die Wände.

Nun aber taucht es wie ein ferner Schimmer
In ihnen auf; auch ich hab ihn empfunden.
Leis, leise füllen dieses graue Zimmer
Die goldnen Bilder unsrer besten Stunden.

Wenn deine blassen Lippen wieder blühn,
Dann wollen wir für alle Stunden danken,
Die sich mit jungem, frischen Lebensgrün,
Auch regensatt, um unser Fenster ranken.
(Band 1 S. 343)
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Bange Stunde

Der dunkle Vogel kreist ums Haus,
Der größer als wir alle ist.
Wohl bis zum Grund des Weltenbaus
Reicht er, wenn er die Flügel mißt.

Ich zog mich tief ins Herz zurück
Und seh ihn still und grimmig an,
Umkrampfe all mein bißchen Glück
Und harre, ob die Flügel nahn.

Und raubt er mir's, dann spring ich auf,
Verkralle mich in sein Gesicht,
Bis er's, gehemmt in seinem Lauf,
Losläßt oder mich mitzerbricht.
(Band 1 S. 343-344)
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Träume

Ich sah dich schon im Traume,
Das Kind an einer Brust,
Am Fuß vom Apfelbaume,
Beglänzt von weißem Blust.

Ich hörte dich schon singen
Von Wolken, die da wehn,
Von Lämmern, die da springen.
Zwei Händlein sah ich flehn.

Nun stehen wir in Träumen
Vor einem kleinen Grab.
Der Wind stößt an die Bäume,
Regen fällt herab.
(Band 1 S. 344)
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Schwüle

Da sitze ich noch hell und wach
Unter dem dumpfen Blätterdach
Und horche, tief in mich versunken,
Dem Gange meines Lebens nach,
Bald schmerzbewegt, bald trunken.

Nun hat die Qual mich an der Brust,
Bestürmt mein Herz mit schweren Fragen,
Und ob ich atmend Antwort suche,
Ich kann ihr keine Antwort sagen.

Bist du nicht manchen Weg gegangen,
Wo du die Augen senken mußt?
Hast du im drängenden Verlangen
Auch immer deinen Stern gewußt?

Versäumtest du nicht manches Glück,
Statt es zu packen: das ist mein!
Und jetzt - hast du dein jüngstes Glück
Mit eignem Stachel nicht verwundet?
Hat es dir schmerzlos nicht gemundet?
Und gibst du Glück genug zurück,
Daß es dir bleibt? Ich möchte schrein.

Nun rührt ein Windstoß an die Wipfel.
Sie biegen sich befreit und schwellen
In langen, lauten, vollen Wellen,
Die mich in tiefster Seele kühlen
Und Qual und Liebe, Lust und Leid
Mit wilder Macht ins Weite spülen,
Ins Urmeer der Unendlichkeit.
(Band 1 S. 345-346)
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Beruhigung in der Fremde

Mein Herz schreit auf in tiefer Nacht.
Es ist allein
Aus einem schweren Traum erwacht,
Möchte an ihrem Herzen sein.

Sei still, mein Herz, du klopfst in ihr,
Sei still, ihr Herz, es klopft in dir!
Ist sie auch fern,
Sie hebt sich zu dem gleichen Stern
Wie du. Schlaf ein! Schlaf ein!
(Band 1 S. 346)
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Genesung

Deine Lippen werden röter,
Deine Blicke sprühn von Leben,
Und dein Herz beginnt im Fluge
Mit dem meinigen zu schweben.

Um die Sonne, um die Sterne
Zieht ein jedes seine Kreise,
Aber wenn wir uns begegnen,
Hallt der Himmel süß und leise.
(Band 1 S. 346-347)
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Neues Glück

Einst bat ich nur: gib Glück! und hab genommen
Und deinen vollen, unberührten Krug
An meinen Mund gesetzt und Durst bekommen
Und trank und trank und hatte nie genug.

Und mußte nächtens in die Ferne greifen,
Oft hat mein Traum mir jenes Bild enthüllt,
Nach dem seit Jahren meine Lippen reifen.
Und mußte aufstehn, in die Ferne schweifen,
Fand keinen Trank, der alle Sehnsucht füllt.

Ich presse dich an meine Brust, versunken,
Und mich durchquillt ein nie gekanntes Glück:
Mein Herz gießt von dem Glanz, den es getrunken,
Dir Well um Welle in dein Herz zurück.
(Band 1 S. 347)
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Schmerz

Als ich kam, da hattest du
Keinen großen Schmerz gewußt.
Und so ging an deiner Brust
Meine Seele manchmal zu.

Nun, wo beide Herzen voll
Großer, dunkler Tränen stehn,
Kann die Sonne unserm Flehn
Voll und golden, wie sie soll,
Darin auf- und untergehn.
(Band 1 S. 347-348)
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Belauscht

Ich saß erwacht: du sprachst im Traum,
Du wolltest Worte tauschen.
Du sprachst von einem großen Baum.
Herzklopfend mußt ich lauschen.

Dann stammelte dein junger Mund
Von einem Bett in Blüten
Ganz weiß und tief im grünen Grund,
Und deine Wangen glühten.

Und hauchtest meinen Namen hin
Und suchtest meine Hände.
Da wußte ich, was ich dir bin,
Und hielt dich ohne Ende.
(Band 1 S. 348)
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Dein Gesicht

Ja, oftmals weiß ich: keine andre
Von allen Frauen kam dir gleich
Von je, seit ich nach Liebe wandre.
Dann fühl ich mich vor allen reich.

Und oft, wenn mir's vor Augen funkelt,
Sprichst du ein Wort, bewegst den Arm,
Daß sich mir rasch dein Bild verdunkelt.
Dann bin ich wohl vor allen arm.

Dann ringt mein Herz mit seinem Hasse.
Ich starr in dein Gesicht: das ist
So blaß, so stumm, bis ich's erfasse,
Daß du mir selbst ein Spiegel bist.
(Band 1 S. 348-349)
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Frühgang

Weit komm ich her mit staubigen Schuhn,
Noch schläft mein Haus in den Bäumen.
Die hohen Bäume und Büsche ruhn,
Nur die funkelnden Wellen schäumen.

Ein Fenster steht offen: mein Weib kämmt ihr Haar
Und staunt ins erwachende Land.
Wie glänzt ihr Gesicht so morgenklar!
Wie fließt ihr Haar durch die Hand!

Ich stürme hinauf, ihre Knie, ihre Knie
Mit heißem Dank zu umschlingen,
Und da sieht sie mich schon und lächelt wie nie,
Und unsere Herzen klingen.
(Band 1 S. 349-350)
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Der Tod

Wie oft hab ich an deiner Brust
Mit dir den süßen Tod getrunken!
Wir haben, tief in Eins versunken,
Nichts mehr von mir und dir gewußt.

Und waren wir dann aufgewacht,
Da riß sich schmerzlich Mund vom Munde.
Wir haben graunvoll an die Stunde,
Wo er nur einem ruft, gedacht.
(Band 1 S. 350)
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Süsse Wiederkehr

Immer wieder wirst du Mädchen,
Immer wieder wirst du Weib,
Horchst du fort mit großen Augen,
Dehnst du den entzückten Leib.

Sagst mir immer wieder deine
Märlein aus der Kinderzeit.
Und ich lausche: Bäume klingen,
Und der Kranich wandert weit.

Immer wieder werd ich Knabe,
Immer wieder werd ich Mann,
Daß ich deine Mädchenlippen
Stets aufs neu zerküssen kann.
(Band 1 S. 350-351)
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Die ewige Macht

Dank ewiger Macht fühl ich an deinem Herzen
Für dieses Glück der Wonnen und der Schmerzen.
Je mehr du mein bist und je mehr ich dein,
So ausgedehnter muß sie in uns sein.
Mit keinen Wünschen läßt sie sich erreichen,
Wann wir's nicht denken, weht's aus ihren Reichen.
Mit keinem Namen will ich sie entweihn:
Mit stummen Lippen fühle ich sie rein.
(Band 1 S. 351)
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Wandlungen

Ich fand aus Einsamkeiten
Zurück zu unserm Hort.
Dich zog es in die Weiten
Von unserm Tische fort.

Ich habe mich gefunden,
Der sich in dir verlor.
Du gingst bedeckt mit Wunden
Hinunter durch das Tor.

Ich will mich ganz dir schenken,
Nachdem ich ganz mich fand.
Wann wirst du heimgedenken
Aus deinem fremden Land?
(Band 2 S. 29)
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Im Schmerz

Ich fühle Dank für diesen Schmerz,
Er brennt mit Flammenzungen.
Die starre Schale um mein Herz
Ist endlich abgesprungen.

Die Liebe tief im Innern loht,
Wird neu und immer neuer.
Bringt sie mir Leben oder Tod:
Es wächst mein Herz im Feuer.
(Band 2 S. 29-30)
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Bitte in die Nacht

Du, komm zurück, ich schenke dir
Ein neues, tiefes Glück!
Du, bleibst du fort, nahmst du von mir
Ja ein lebendig Stück.

Es ist so kalt in unserm Haus.
Du hast es warm gemacht.
Ich strecke meine Hände aus
Und greife in die Nacht.
(Band 2 S. 30)
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Mahnung in die Ferne

Du gingst von mir in dunklem Leid.
Einst hat uns Leid gereift!
Dann ist die Zeit, dann ist die Zeit,
Wo Heimweh dich ergreift.

Wohin auch deine Schritte fliehn,
Sieh mich in deinem Traum
An deinem leeren Lager knien!
Mein Herz, das atmet kaum.

Hör's leise in die Ferne schrein:
Verwirr nicht deinen Fuß!
O halte deinen Scheitel rein!
Es heilt dich einst mein Kuß.
(Band 2 S. 30-31)
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Hilf mir!

Hilf mir aus meiner Not,
Wie du mir einst geholfen hast!
Ich liebe noch bis in den Tod.

Und milder nimmt dir meine Hand
Von deinem Scheitel deine Last.
Wir schreiten in ein neues Land.
(Band 2 S. 31)
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Verlassen

O, der blaue Abend liegt
Auf dem Fensterbrett.
Heimlich lehn ich angeschmiegt
An dein leeres Bett.

Auf der Straße läuft der Wind,
Schwankt ein dunkler Ast.
Nur die kühlen Sterne sind
Nachts bei mir zu Gast.
(Band 2 S. 31)
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Das verstossene Glück

Wir trieben alle zwei das Glück
Aus unserm hellen Haus.
Oft fühlten wir uns seiner satt
Und quälten es hinaus.

Nun läuft es auf der Straße fort
Und schluchzt in seiner Pein.
Wohl rufen wir noch in der Nacht -
Es kommt nicht mehr herein.
(Band 2 S. 32)
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Verzweiflung

Trauer rinnt aus allen Rinnen,
Auf den Dächern liegt die Nacht.
Ängste, bang verknäult, gewinnen
Über meine Seele Macht.

Wenn wir uns nicht wiederfinden,
Wird das Leben mir zum Grab.
Niemals kann ich es verwinden,
Was mir deine Liebe gab.

Wie mit schwerem, dunklen Munde
Saugt an mir mein Qualgeschick,
Stiert aus jedem Brunnengrunde
Trostlos mit gebrochnem Blick.
(Band 2 S. 32)
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Verödet

Ich hatte nichts als dich, als dich
Auf dieser kalten Erde.
Oft fragt ich mich in Furcht, ob ich
Einst nach dir sterben werde.

Nun muß ich noch so jung, so jung
Lebendig dich verlieren.
Nichts blieb als die Erinnerung.
Mein Herz will mir erfrieren.
(Band 2 S. 33)
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Im Traum

In Träumen kommst du noch zu mir
Und schlingst um mich die Arme.
Ich halte dich, süß ruhen wir
Von unserm langen Harme.

Und sitze ich dann aufgewacht
In den verwaisten Kissen,
Denk ich ans Leid, das du gebracht,
Von Haß bin ich zerrissen.

O hättest du mein Herz berührt
Mit einem warmen Worte,
Ich hätte dich zurückgeführt
Durch seine kleine Pforte.
(Band 2 S. 33)
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Im Angesicht des Todes

Hört ich in Kindertagen
Vom Tod in einem Haus
Und einem Totenwagen,
Schlich ich zur Tür hinaus.

Wir nippten am Geruche
Und liefen hinterher.
Wir hätten gern am Tuche
Gezupft, was drunter wär.

Als ich mit dem Gewinne
Von meinem Leben stand,
Sah ich mit fremdem Sinne
Den Schatten an der Wand.

Und voller wand ich Garben,
Und tiefer glänzten sie
Mit ihren reifen Farben.
Ich küßte dich wie nie.

Nun mich die Qualen morden
(Kein Mensch weiß meine Not)
Bist du mein Freund geworden,
Du lieber, lieber Tod.

Verkrampfe ich die Hände,
Wird es wohl manchmal still:
Ich kann dich ja zum Ende
Herrufen, wann ich will.

Darf ich sie niemehr heben,
Die schwere Sommerlast,
Hab Dank, du reiches Leben,
Daß du den Tod noch hast!
(Band 2 S. 34-35)
_____



Tote Liebe

Mein Herz verhungert in der Nacht,
Wie lang hat es gefastet!
Ich greife nach dir. Wo bist du? Fort.
Nur Nacht, die auf mir lastet.

Mein Leben wurde zum schwarzen See,
Darin schwimmt eine bleiche
Gestalt mit traurig starrem Blick:
Unserer Liebe Leiche.

Es schluchzt in meiner tiefen Brust,
Ringt Hände irr vor Schmerzen.
Umsonst. Mein Herz klopft in der Nacht
An einem toten Herzen.
(Band 2 S. 35)
_____



Im Frühling

Alle ziehen nun zu zwein
Auf die Veilchenauen.
Meine Schritte gehn allein.
Manchmal faßt mich Grauen.

Was du mir gegeben hast,
Hast du mir genommen:
Deine ganze liebe Last -
Wie ist's nur gekommen!

Was du mir gegeben hast,
Kannst du mir nicht rauben:
Deinen ersten Blütenast,
Deinen ersten Glauben.

Was du mir gegeben hast
Mit weitoffnen Sinnen,
Deine ganze Seele fast,
Trag ich in mir drinnen.

Sitz ich nachts im Kämmerlein
Lange noch im Dunkeln
Und ich denke wieder dein,
Fängt es an zu funkeln.
(Band 2 S. 36)
_____



Das weisse Haus

Nun steh ich wiederum vor dir,
Du weißes, weißes Haus.
Einst blickte ich mit ihr, mit ihr
Auf diesen Weg hinaus.

Die Pappel schimmert in der Nacht
Wie in der ersten Zeit,
Die wir in deiner Hut verbracht.
Wie stehst du nah und weit!

Noch lullt der Bach mit gleichem Laut
Wie einst, als ich so tief
Mit meiner aufgeküßten Braut
Den Traum der Liebe schlief.
(Band 2 S. 37)
_____



Schrei

Ist das so im Leben,
Daß es für die Lust,
Die es reich uns schenkte,
Uns in unsre Brust
Bis ins Herz hinunter
Eines Tages greift.
Um das Glück zu morden,
Das darin gereift?
Daß es für das Feuer,
Das uns hell entzückt,
Uns zuletzt die Asche
In die Hände drückt?
(Band 2 S. 37)
_____



Das Glück

Nun machst du's wie die andern
Und läufst dem Glücke nach,
Weil dir in deinen Händen
Ein treues Glück zerbrach -

Und kannst es doch nicht finden,
Hochmütig wie du bist,
Weil es mit seinem Scheine
Nicht in dir selber ist.
(Band 2 S. 38)
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Vergifteter Schmerz

Ich liebte dieses Leid,
Das du mir angetan,
Könnt ich nach seiner Zeit
Verjüngt dir wieder nahn.

Nun hast du mir ins Blut
Ein Tröpflein Gift gezischt
Und meiner neuen Glut
Kalt den Verrat gemischt.

So ist ein großer Schmerz
Um seine Frucht gebracht,
Und halbtot starrt mein Herz
In greuelvolle Nacht.
(Band 2 S. 38)
_____



Ballade

In deiner Mutter Schloß, im Turm,
Da bohrte Tag und Nacht der Wurm.

Ich trat im Rosenmond hinein
Und holte dich und lachte sein.

Ich küßte dich wohl sieben Jahr
Aufs rosenüberhauchte Haar.

Da bin ich mitten in der Nacht
An einem fremden Laut erwacht.

Knarrt unsre Gondel? Schlägt der Sturm
Ans Fenster? 's der Totenwurm.

Du brachtest ihn im Hochzeitsstrauß
- Und wußtest's nicht - mir in das Haus.

Nun stirbt auch deine Treue ab:
Du kommst aus einer Treue Grab.
(Band 2 S. 39)
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Der Myrtenkranz

In meinen Händen halt ich deinen Kranz.
Er hatte einstens wunderbaren Glanz.
Nun sind die weißen Blüten alle fort,
Und auch das kleinste Blättchen ist verdorrt.

Wär so verwelkt Gestalt dir und Gesicht.
Ich preßte dich an mich und klagte nicht.
Daß in der Brust die Myrte dir verdarb,
Das ist der Schmerz, an dem mein Glück erstarb.
(Band 2 S. 39-40)
_____



Der getrübte Quell

Ich könnte durch das Auge dir
Nicht mehr ins Herz hinunterschaun,
Auf halbem Wege müßte mir
Vor meiner eignen Liebe graun.

Einst war dein Auge mir ein Quell,
Daraus ich frische Wonne trank.
Er wogte mir entgegen, hell,
Wenn ich an deiner Brust versank.

Vertrüben ließest du mein Glück.
Und war einmal so wunderrein!
Ich schwanke in mein Herz zurück
Und find auch hier nicht mehr hinein.
(Band 2 S. 40)
_____



Die Eine

Nun muß ich die ich einst in dir geliebt,
Und die du selber wahnbetört verlassen,
In einer andern suchen, die es gibt,
Und neue Liebe an den Händen fassen.

Wenn sie auf ihrem Antlitz dann erscheint,
Will ich die Augen schließen und vergessen,
Daß ich schon einmal fast vor Glück geweint,
Als ich sie makellos in dir besessen.
(Band 2 S. 40-41)
_____



Der fremde Weg

Nun folgst du einem andern
Und hältst mit ihm wohl Schritt.
Nachts mußt du heimwärts wandern
Mit scheuverwirrtem Tritt.

Die Sehnsucht in die Fremde,
Ach, die ist bald gestillt
Und fröstelt leidgewillt
In ihrem armen Hemde.

Nachts streckst du deine Hände
Nach mir und unserm Haus,
Ob auch dein Blick es fände -
Zu spät, sein Licht losch aus.
(Band 2 S. 41)
_____



Wunde

Ich mußte Liebe töten,
Die ich im Herzen trug.
Ich mußt vor mir erröten,
Wenn's noch in Sehnsucht schlug.

Ich wollte sie nicht missen;
Griff doch ins Herz hinein
Und hab sie ausgerissen
Mit aller Lust und Pein.

Ich kann mich wieder achten,
Seitdem ich so getan.
Nun will's im Herzen nachten,
Ich glaub, es starb daran.
(Band 2 S. 41-42)
_____



Verfrühter Mond

Du standst einmal in meiner Nacht,
Ein rätselhafter Schimmer.
Hast du dein lang Haar aufgemacht,
Gab's Glanz durch unser Zimmer.

Du standst einmal in meinem Tag,
So wie der Mond, der bleiche,
Am Nachmittag schon kommen mag
Und Zuflucht sucht im Teiche.

Ich durfte nachts an deiner Brust
Im Kusse sanft verkühlen
Und mußte tags die Sonnenlust
Des Lebens einsam fühlen.
(Band 2 S. 42)
_____



Ich komme von der Sonne her

Ich komme von der Sonne her,
Du warst ein fremder Stern der Nacht,
Und ging ich unter, gingst du auf
Und bist mit scheuem Glanz erwacht.

Und macht ich meine Strahlen auf,
Hat mich dein bleiches Herz gehaßt.
Mitstrahlen konntest du nicht warm,
Da bist du still und kühl verblaßt.
(Band 2 S. 43)
_____



Mein Bild

Ich senkte dir mein blankes Bild
In deinen sanften Blick hinein
Und trank beglückt und trotzig wild
Aus dir zurück den Widerschein.

Nun schwanktest du. Im Spiegelrund
Schwank ich nun selber trübbewegt.
Hab ich auf einen Wassergrund
Mein treues Kleinod hingelegt?
(Band 2 S. 43)
_____



Vorbei

Ich muß dich gleiten lassen
Wie eine Perlenschnur,
Ich müßte mich ja hassen,
Berührte ich sie nur.

Berückt vom ersten Glanze
Such ich sie dann und wann.
Verhaucht von einem Tanze
Verlor sie ihren Bann.
(Band 2 S. 43-44)
_____



Trauer

Was weithin meine Augen
In deiner Liebe hatten,
Vom ersten Glanz der Frühe
Bis zu den Abendschatten,

Das ist mir ja geblieben,
Nachdem du fortgegangen:
Ich seh's allmählich wieder
Um Haus und Türe prangen.

Allein ich seh's verlassen
Wie zwischen Kirchhofmauern,
Und ohne deine Liebe
Muß meine Freude trauern.
(Band 2 S. 44)
_____



Letzte Hoffnung

Und wenn wir einst gestorben sind
Und alles Weh vergaßen,
Das uns getrennt hat wie der Wind,
Als wir uns noch besaßen -

Ob wir wohl einmal auferstehn
Nach vielen tausend Jahren
Und irgendwo uns wiedersehn,
Froh, wie wir früher waren?

Wir hätten einen neuen Leib,
Berührt von keiner Blume.
Dann fänden wir zurück, o Weib,
Zu unserm Heiligtume.
(Band 2 S. 45)
_____



Erwachen

Frühmorgens beim Erwachen
(Noch hebt mein Lid sich kaum)
Will mir's im Herzen lachen:
War alles nur ein Traum.

Dann sucht mein Blick im Zimmer,
Und alles fällt mir ein.
Ich weiß, ich kann ja nimmer
Mit dir verbunden sein.
(Band 2 S. 45)
_____



Allein

Ich denke an die Zeit,
Die wir zusammen hatten.
Viel Sonne lag darauf,
Nun sitze ich im Schatten.

Trank ich zuviel vom Glück?
Nun sitz ich an der Mauer
Vor einem leeren Ast
Und trinke meine Trauer.
(Band 2 S. 45-46)
_____



Heimaterde

Seitdem mein Fuß
Die Heimaterde tritt,
Verstummt die Qual,
Die mich zerschnitt.

Beruhigung
Reicht mir die Hand, ich atme tief,
Wie einst, als ich am Herzen
Von meinem Weibe schlief.

Nun bin ich ganz allein,
Weiß nicht ein und aus
Und blicke, schwer im Sinne,
Nach unserm alten Haus.

Aber die Weidenbäche
Und der blaue Flockenhimmel ist mein.
Ich lege mich ganz in die ersten
Primeln des Jahres hinein.

Die Vögel überall,
Der Buchfink auf dem Ast,
Sie zwitschern, was sie können,
Vom Herzen mir die Last.
(Band 2 S. 46)
_____



Gesicht

Durch die schwüle Mittagszeit
Klagen laut die Unken:
Stimmen der Vergangenheit,
Die im Teich versunken.

Mitten in dem Sonnenlicht
Zieht mich immer wieder
Ein verlorenes Gesicht
In die Tiefen nieder.

Blühend liegt das Land und weit.
Schreiten will ich, schreiten . . .
Stimmen der Vergangenheit
Werden mich begleiten.
(Band 2 S. 47)
_____



Erwartung

Alles, was ich liebte,
Liebte ich in dir.
Als du mir erstorben,
Da erstarb es mir.

Alles, was ich liebte,
Fiel in Trauer ab.
Welke Blätter rascheln
Nieder auf ein Grab.

Alles, was ich liebte,
Schläft nun in der Gruft,
Wartet auf die Stimme,
Die's zum Leben ruft.
(Band 2 S. 47-48)
_____



Der neue Himmel

Auf dem Pfad zu meinem Himmel
War mir unsre Liebe Stufe,
Konntest du nicht mit mir lauschen
Jenem engelhaften Rufe?

Vor der Pforte meines Himmels
Träumt mit knabenhaften Lenden
Mir ein Weib, um sich im Tanze
Götterähnlich zu vollenden.
(Band 2 S. 48)
_____



Wirren

Als ich die andre wählte,
Hat's tief in mir geweint:
Ich brach dir ja die Treue,
Die uns so lang vereint.

Doch daß es so geschehen,
Da hast du schuld daran,
Weil du's mit einem andern
Zuvor mir angetan.

Nun ringen unsre Herzen
Nachts um das alte Glück
Und finden zu einander
Nicht mehr zurück.
(Band 2 S. 48-49)
_____



Das liebe Bild

Vor allem liebt ich in dir eine,
Die war wie ein Marienbild.
So lieb wie diese war mir keine,
Erglänzten ihre Augen mild.

Von deinen vielerlei Gestalten,
Die ich begehrt, bedroht, gehaßt,
Hab ich nur Eine festgehalten,
Mit meines Herzens Blut umfaßt.

Ihr stilles Lächeln auf dem Munde
Wird sie mit mir durchs Leben gehn
Und noch in meiner Sterbestunde
Vor meinem letzten Blicke stehn.
(Band 2 S. 49)
_____

Aus: Emanuel von Bodman
Die Gesamten Werke Band 1 und Band 2
Im Auftrage von Clara von Bodman
Herausgegeben von Karl Preisendanz
Philipp Reclam jun. Stuttgart 1960

siehe auch Teil 2 und Teil 3

 

Biographie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_von_Bodman


 

 


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