Europäische Liebeslyrik

(in deutscher Übersetzung)

Edward Charles Halle (1846-1914) - Die Musik

 

Robert Burns (1759-1796)

(In der Übersetzung von Wilhelm Gerhard 1780-1859)




1.
Caledonia


Laß Haine von Myrthen dem südlichen Strande,
O laß ihm der Düfte durchdringenden Hauch!
Mich labet das Thal mit Farren am Rande,
Des Bächleins und gelblichem Ginsterstrauch;
Mich freuet die Laube vom Quell umrauschet,
Wo Maßlieb, Glöckchen und Primel erblüh'n;
Denn dort hüpft über die Blumen und lauschet
Dem Hänflingsang meine liebliche Jean.

Nicht immer säuselnd in sonnigem Scheine
Bläs't Caledonia über die Flut:
Doch, stolze Paläste der würzigen Haine,
Wen bergt ihr? - Despoten und Sklavenbrut!
Für gold'ne Fontänen und Marmorsteine
Wird nimmer die Seele des Schotten erglüh'n:
Er trägt, frei wie die Luft seiner Haine,
Nur Liebesfesseln von seiner Jean.
(S. 1)
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14.
Die Nacht am Gerstenraine

Es war in Herbstes milder Nacht,
Noch grünten Fluren und Haine,
Als ich zu meiner Annie ging
Bei vollen Mondes Scheine.
Die Stunden flogen pfeilgeschwind
Im liebenden Vereine,
Und endlich ging sie noch mit mir
Zum grünen Gerstenraine.

Blau war der Himmel, still die Luft,
Hell strahlten Mond und Sterne;
Ich setzte sie in's grüne Gras,
Wie that ich es so gerne!
Sie war, wie ich der Ihre ganz,
Mit Herz und Mund die Meine;
Und tausend Küsse gab ich ihr
Auf grünem Gesternhaine.

Ich schloß sie fest in meinen Arm,
Fühlt' ihres Herzens Klopfen,
Und sog von ihrem süßen Mund
Der Wonne Nektartropfen;
Und - bei der Sterne goldnem Licht,
Bei Mondes Silberscheine! -
Sie denkt gewiß so gern wie ich
Der Nacht am Gerstenraine!

Mit muntrem Völkchen hab' ich viel
Getanzt, gespielt, getrunken;
Mir sprühten leuchtend da und dort
Der Freude flüchtge Funken:
Doch von durchwachter Nächte Zahl
War lieber mir noch keine,
Als jene süße, selge Nacht
Am grünen Gerstenraine.

Chor

Kornrain und Gerstenrain
Glänzt im Mondenscheine;
Selig war die Sommernacht
In Annie's Arm am Raine.
(S. 48-49)
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15.
Das Hochlandmädchen

Nicht Damen tönt von hohem Rang
Mein kunstlos ländlicher Gesang;
Mir bleibe fern so eitler Stern:
Gebt mir mein Hochlandmädchen, O!
In grünen Thales Schatten, O,
Auf sonniger Heide Matten, O,
Da sitz' ich gern und singe gern
Von meinem Hochlandmädchen, O!

Und wären jene Hügel mein,
Palast und Park in Prunk und Schein:
Ich liebte doch mein Mädchen noch,
Mein liebes Hochlandmädchen, O!
In grünen Thales Schatten, O,
Auf sonniger Heide Matten, O,
Pries' ich der Welt, die mir gefällt
Mein liebes Hochlandmädchen, O!

Mich haßt das Glück nur allzu sehr,
Fort muß ich über Land und Meer:
Doch wo ich sei, ihr bleib' ich treu,
Treu meinem Hochlandmädchen, O!
In grünen Thales Schatten, O,
Auf sonniger Heide Matten, O,
Ja, wo ich sei, ihr bleib' ich treu,
Treu meinem Hochlandmädchen, O!

Und bin ich auch getrennt von ihr,
Den Schwur der Treue hält sie mir;
Ja! nur an mich denkt inniglich
Mein treues Hochlandmädchen, O!
In grünen Thales Schatten, O,
Auf sonniger Heide Matten, O,
Dort denkt an mich herzinniglich
Mein treues Hochlandmädchen, O!

Für sie nur wag' ich Sturm und Flut,
Um sie ertrag' ich Frost und Glut,
Und alles Gold, das Indien zollt,
Weih' ich dem süßen Mädchen, O!
In grünen Thales Schatten, O,
Auf sonniger Heide Matten, O,
Weih' ich das Gold, das Indien zollt
Dem süßen Hochlandmädchen, O!

Sie hat mein Herz und meine Hand,
Geknüpft ist unser Seelenband;
Ich bleibe dein, du bleibest mein,
Mein süßes Hochlandmädchen, O!
Lebt wohl, ihr grünen Schatten, O!
Lebt wohl, ihr sonnigen Matten, O!
In fernem Hain sing' ich allein
Von meinem Hochlandmädchen! O!
(S. 50-52)
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17.
Die Spulerin

Ich trällerte so wohlgemuth,
Als noch die Tage lang:
Allein ein schmucker Weberbursch
Verstimmte meinen Sang.
Ihr Mädchen, folget meinem Rath,
Wenn ihr zum Weber geht!
Nehmt euch in Acht! geht nicht bei Nacht,
Wenn ihr zum Weber geht!

Die Mutter schickte mich zur Stadt
Mit flächsenem Gespinnst;
Doch ach! das Spulen brachte mir
Nur traurigen Gewinnst.

Denn hinter'm Weberstuhle wob
Ein Weber, schmuck und flink,
Aus tausend Knoten mir ein Netz,
Das mir die Seele fing.

Am Spulrad saß ich neben ihm,
Und dreht' es emsiglich,
Und fühlte, wie es schnappt' und schnurrt',
Im Herzen Stich auf Stich.

Und westlich sank schon allgemach
Des Mondes bleicher Strahl,
Wie noch mein schmucker Weberbursch
Mich führt' im stillen Thal.

Doch was er sagte, was er that,
Verschweig' euch dieser Mund:
Ich fürcht', es wird nur allzu bald
Im ganzen Dörfchen kund. -
Ihr Mädchen, folget meinem Raht!
Geht nicht bei Nacht so spät,
Nehmt euch in Acht, geht nicht bei Nacht,
Wenn ihr zum Weber geht!
(S. 54-55)
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18.
Nannchen

Die Sonne sinket, Winde wehn,
Bewölkt sind Thal und Hügel:
Ich will zu meinem Nannchen gehn;
Die Liebe leiht mir Flügel.

Die Nacht ist finster, Wetter drohn;
Schon rauscht es in den Linden; -
Den Mantel her! - ich werde schon
Den Weg zu Nannchen finden.

Ihr glaubt nicht, wie sie mir behagt,
Wie sie mich weiß zu rühren; -
Unheil befalle, wer es wagt,
Mein Nannchen zu verführen!

Ja reizend ist sie, jung und fein,
Und - daß ich's nicht verhehle -
Schneeglöckchen kann nicht reiner sein,
Als meines Nannchens Seele.

Ich bin ein Bauer dieser Flur,
Mich kennen wenig Leute;
Doch meinetwegen! - wenn ich nur
Bei Nannchen was bedeute.

Viel hab' ich nicht; um Gut und Geld
Beneidet Mancher Manchen,
Mit Keinem tausch' ich auf der Welt,
Mein Reichthum ist mein Nannchen!

Wenn unserm Herrn ein Schaf erliegt,
So macht's ihm bitt're Schmerzen,
Doch, froh an meinem Pfluge, liegt
Nur Nannchen mir am Herzen.

Ich will mich freuen, geht mir's gut;
Und ist's am Himmel trübe,
Behalt' ich auch noch heitern Muth:
Bleibt mir nur Nannchens Liebe.
(S. 56-57)
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19.
Die Mädchen

Chor

Grün wachsen Binsen, O!
Grün wachsen Binsen, O!
Und seid ihr schönen Mädchen hold,
So leiht euch Liebe Zinsen, O.

Was hat der Mann als Sorg' und Müh'
Und peinlich Ueberlegen? O:
Ich leb' und liebe Leben nur
Der süßen Mädchen wegen, O.

Wie Mancher jagt sein Leben lang
Nach Ehr' und goldnen Vließen,O!
Und ist die tolle Jagd vorbei,
So fehlt es am Genießen, O.

Schling' ich um Liebchens weiße Brust
Den Arm in süßen Stunden, O:
Sind alle Sorgen meilenweit
Von meiner Stirn geschwunden, O.

Vor deinem Spotte, kluger Thor!
Schließ' ich mein Fensterlädchen, O:
Wen je die Weisheit Sohn genannt,
Der liebt' auch schöne Mädchen, O!

Die alte Weberin Natur
Wob sie aus feinsten Fädchen;
Ihr Lehrlingsstückchen war der Mann,
Ihr Meisterstück - die Mädchen.

Chor

Grün wachsen Binsen, O!
Grün wachsen Binsen, O!
Und seid ihr schönen Mädchen hold,
So leiht euch Liebe Zinsen, O.
(S. 58-59)
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21.
Elise

So trennt vom Vaterland und dir
Mich des Geschickes Wuth;
Elise! zwischen dir und mir
Endlose Wogenflut!
Doch trennt, ihr Meere, trennt mich nur
Von ihres Auges Licht,
Von meiner Kindheit stiller Flur:
Die Seele trennt ihr nicht!

Leb wohl, Elise! lebe wohl,
Du, ach! so theuer mir!
Auf ewig - tönt' es dumpf und hohl -
Auf ewig scheiden wir!
Dein denk' ich, wie's auch kommen mag;
Und dränge Tod herein,
Dein mit dem letzten Herzensschlag,
Mit letztem Seufzer - dein!
(S. 62)
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22.
Trauer im Lenze

Natur ist wieder wach, sie trägt
Den grün durchwebten Festtalar,
Und milder Lüfte Hauch bewegt
Ihr blätterreiches Lockenhaar.

Umsonst doch blüht die Primel mir,
Mich labet nicht des Veilchens Duft,
Vergebens steigt vom Waldrevier
Der Drossel Sang in blaue Luft.

Der Pflüger pfeift am Ulmenbaum,
Froh geht der Sämann durch die Flur:
Mir aber ist ein wüster Traum,
Ein Traum, ein Nebel die Natur.

Die Ent' umrudert Schilf und Kahn,
Die Küchlein piepen unter'm Laub,
Und ruhig schwimmt der stolze Schwan:
Nur ich bin für die Wonne taub.

Die Hürde schließt der muntre Hirt,
Ich höre der Schallmei Getön;
Ein Träumer, der den Wald durchirrt,
Begegn' ich ihm auf thaugen Höhn.

Und wenn die Lerch' im Morgenstrahl
An Tausendschönchens Brust erwacht,
Und trillernd schwebet über'm Thal:
Kehr' ich nach Haus, ein Geist der Nacht.

Komm, Wintersturm, und beug' erbost
Den Baum, den nackten, niederwärts!
In deinem Brausen find' ich Trost,
Denn traurig bist du, wie mein Herz.
(S. 63-64)
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23.
Liebchens Auge

Ein Mädchen lebt an Ceßnock's Rand;
O könnt' ich malen treu und wahr
Gestalt und Antlitz, Fuß und Hand
Und ihrer Augen funkelnd Paar!

Wie, wenn im frischen Wiesenthau
Die Morgensonne hell und klar
Sich spiegelt mit des Himmels Blau,
So rein erglänzt ihr Augenpaar.

Es stellt, wenn ihr das Mädchen seht,
Sich euch das Bild der Esche dar,
Die niedre Sträucher überweht,
Und - funkelnd ist ihr Augenpaar.

Die Holde ist so fleckenlos
Wie Weißdornblüth' im jungen Jahr,
Entknospet dunkler Blätter Schoos,
Und - funkelnd ist ihr Augenpaar.

Ihr Blick dem muntern Lämmchen gleich,
Das um die blökende Mutter springt
Im Wonnemond, so anmuthreich -
Ein Blick, der in die Seele dringt.

Geringelt, wie nach Regenguß
Die Abendwolke, wallt ihr Haar
In seidner Locken Wellenfluß:
Doch funkelnd ist ihr Augenpaar.

Die Stirne strahlt so ruhig rein,
Von dunkler Flechten Nacht umkränzt,
Wie wenn des Farbenbogens Schein
Der Firnen Gipfel überglänzt.

Ihr Stimmchen klingt wie Drosselsang,
Wenn's Männchen still im Busche sitzt,
Und lauscht und nestelt Nächte lang:
Allein das Flammenauge blitzt.

Wie reife Kirschen lockt ihr Mund,
Erfüllt den Blödesten mit Muth:
Doch ihrer Augensterne Rund
Entflammt das Herz zu sanfter Glut.

Die Zähne blendend weiß, wie Schnee,
Wie frischgewasch'ner Lämmer Vließ -
Mir wird so wohl, wenn ich sie seh'! -
Doch nur im Aug' ist Paradies.

Ihr Athem gleicht des Zephyrs Hauch,
Wenn er der Bohne Duft bewegt -
Doch - fühlt ihr nicht? - ich fühl' es auch -
Was sich im Flammenauge regt?

Und brächte das, was Jeder preist,
Gestalt und Antlitz nicht Gefahr:
Die Anmuth thät's, der milde Geist
Im flammend schönen Augenpaar!
(S. 65-67)
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24.
Mary

Nehmt, o himmlische Gewalten! -
Darf doch euch die Unschuld nahn -
Nehmt euch - wenn mich Wogen halten -
Meiner guten Mary an!
Euch so ähnlich, ohne Fehle,
Lieblich, fleckenlos und rein,
Lasset sie mit Leib und Seele
Eurem Schutz empfohlen sein!

Wieget, wenn im Traum sie lächelt,
Die bewegte Brust in Ruh',
Und mit sanften Schwingen fächelt
Kühlung ihrer Wange zu!
Gönnet, wenn in fremder Zone
Mich zermalmt der Trennung Schmerz,
Daß ihr Fried' im Busen throne,
Und bewacht ihr treues Herz!
(S. 68)
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25.
Die Maid von Ballochmyle

Das Feld war grün - die Schwüle wich -
Und jedes Gräschen glänzt' im Thau;
Duftreiche Zephyrn neckten sich;
Mild war die Luft, der Himmel blau;
Im Thal erscholl der Drossel Sang,
Nicht schwirrte wilden Jägers Pfeil,
Nur Echo's sanfte Stimme klang
Auf stiller Flur von Ballochmyle.

Und sorglos wandelnd durch den Hain,
Da wo die grünen Wiesen sind,
Sah' ich im Abendsonnenschein
Ein wunderschönes holdes Kind.
Ihr Blick gewann die Seel' im Nu,
Ihr Lächeln strahlte Wonn' und Heil,
Und Amor flüsterte mir zu:
Das ist die Maid von Ballochmyle!

An Frühlingsmorgen ist es schön,
Und süß in herbstlich milder Nacht,
Wenn Blüthenschmuck von Thal und Höh'n
Dem Wanderer entgegenlacht;
Dem Weibe ward von der Natur
Der Schönheit reich Geschenk zu Theil,
Doch ihre höchste Gunst erfuhr
Die holde Maid von Ballochmyle.

O wäre sie doch nur vom Land,
Ein Bauernmädchen schlicht und recht,
Und gäbe mir die liebe Hand,
Mir, ihrem Schatz, dem Bauerknecht!
Wie wollt' ich schwelgen im Genuß,
Wie flink' bewegen Hack' und Beil,
Erquickt' am Abend mich ein Kuß
Der süßen Maid von Ballochmyle!

Die Hoffahrt jag' um Ehrensold,
Die Ruhmgier um ein stolzes Loos;
Das Meer durchschiffe Durst nach Gold
Und grab' in dunkler Erde Schooß:
Mir gebt ein Hüttchen nur am Bach -
Die andern Schätze biet' ich feil -
Und unter meines Hüttchens Dach
Die schöne Maid von Ballochmyle!
(S. 69-70)
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29.
Der Busch von Aberfeldy

Mädchen, willst du mit mir gehn,
Mit mir gehn, mit mir gehn?
Mädchen, willst du mit mir gehn
In den Busch von Aberfeldy?

Der Sommer schmücket Berg und Thal,
Im Bache glitzert Sonnenstrahl,
Und Blümchen blühen ohne Zahl,
In dem Busch von Aberfeldy.

Horch, wie der Haselstrauch erklingt!
Ein muntres Vöglein sitzt und singt,
Und andre flattern, leicht beschwingt,
Durch den Busch von Aberfeldy.

Von schroffer Felsen stolzem Wall
Stürzt, unter lautem Wiederhall,
Der flutenreiche Wasserfall
In dem Busch von Aberfeldy.

Und Blumen sind der Klippe Saum,
Und unten sprudelt Nebelschaum,
Und netzet Farrenkraut und Baum
In dem Busch von Aberfeldy.

Was kümmert mich der Thoren Schwarm?
Was schaffet wohl mir Noth und Harm,
Umfängt, o Liebchen, dich mein Arm
In dem Busch von Aberfeldy?

Mädchen, willst du mit mir gehn,
Mit mir gehn, mit mir gehn?
Mädchen, willst du mit mir gehn
In den Busch von Aberfeldy?
(S. 75-76)
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31.
Ich geh mit meinem Schatz durch's Wasser

Chor

Schöne Bursch' am Gallawasser,
Schmucke Bursch' am Gallawasser!
Ich schürz mein Röckchen über'm Knie,
Und geh mit meinem Schatz durch's Wasser.

Wie schön ihr Haar, die Stirn wie rund!
Das blaue Aug', im Kinn das Grübchen!
Wie weiß die Zähn' und roth der Mund!
Ich muß sie küssen, holdes Liebchen!

Ueber die Hügel und über'n Strand,
Ueber die Heide moosumzogen!
Ich schürz mein Röckchen hoch am Knie
Und folg dem Liebchen durch die Wogen.

Unter'm Ginster dort im Thal,
Unter'm Ginster, unter'm Ginster,
Verlor die Maid ein seiden Tuch:
Das macht ihr Aeugelein so finster. -

Schöne Bursch' am Gallawasser,
Schmucke Bursch' am Gallawasser!
Ich schürz mein Röckchen über'm Knie,
Und geh mit meinem Schatz durch's Wasser.
(S. 79)
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42.
Die Nacht ohne Liebchen

Wie lang und grausig ist die Nacht,
Entfernt von dir, o Liebe!
O daß mein müdes Auge doch
Nicht ohne Schlummer bliebe!
O daß mein müdes Auge doch
Nicht ohne Schlummer bliebe!

Wie heiter schwand der goldne Tag
Mit dir, mit dir, o Liebe!
Nun, da uns Berge trennen - ach!
Ist Alles mir so trübe.
Nun, da uns Berge trennen - ach!
Ist Alles mir so trübe.

Wie matt und träge drehet sich
Des Stundenrads Getriebe!
So matt und träge schlich es nicht
Bei dir, bei dir, o Liebe!
So matt und träge schlich es nicht
Bei dir, bei dir, o Liebe!
(S. 93)
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43.
Sehnsucht am Strande

Traurig schau' ich von der Klippe
Auf die Flut, die uns getrennt,
Und mit Inbrunst fleht die Lippe:
Schone seiner, Element!

Furcht ist meiner Seele Meister,
Ach! und Hoffnung schwindet schier;
Nur im Traume bringen Geister
Kund vom Geliebten mir.

Die ihr, fröhliche Genossen
Goldner Tag', in Lust und Scherz,
Kummerthränen nie vergossen,
Ach, ihr kennt nicht meinen Schmerz!

Sei mir mild, o nächt'ge Stunde!
Schlummer zieh' den Vorhang vor!
Holde Geister, flüstert Kunde
Vom Geliebten mir in's Ohr!
(S. 94)
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46.
Ueber die See zu Charlie

Komm schiffe mich, komm rudre mich,
Komm schiffe mich über zu Charlie!
Den letzten Penny zahl' ich dir:
O rudre mich über zu Charlie!

Fort über das Wasser und über die See,
Durch Sturm und Welle zu Charlie!
Und - wie's auch geh - in Wohl und Weh,
Im Leben und Tode mit Charlie!

Ich liebe meinen Charlie sehr;
So lieben ihn nicht Alle:
O brächte doch Beelzebub
Des Charlie Feinde zu Falle!

Ich schwör' bei Sonne, Mond und Stern,
Die leuchtend uns umschweben,
Zehn tausend Leben wollt' ich gern
Für meinen Charlie geben!

Fort über das Wasser und über die See,
Durch Sturm und Welle zu Charlie!
Und - wie's auch geh' - in Wohl und Weh,
Im Leben und Tode mit Charlie!
(S. 99)
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49.
Die reizende Peggy

Da, wo dem Winter trotzend, stolz
Der Ochels sich erhebt,
Da hat zuerst von Peggy's Reiz
Die Wimper mir gebebt;
Wie, wenn du plötzlich ein Juwel
Erblickst in wilder Flut,
Dich deines Fundes doppelt freust,
Und seiner Strahlenglut.

Gesegnet sei mir, dunkler Hain,
Gesegnet Stund' und Tag,
An dem ich Peggy's Reiz erkannt
In lautem Herzensschlag!
Tod raube mir den letzten Hauch
Mit eisernem Gebot:
Allein getrennt von Peggy seyn
Ist schlimmer als der Tod.
(S. 104)
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50.
Tibbie Dunbar

O willst du mir folgen,
Süße Tibbie Dunbar?
O willst du mir folgen,
Süße Tibbie Dunbar?
Zu Wagen, zu Pferde,
Wie 'n kleiner Husar?
Zu Fuß mir am Arme,
Süße Tibbie Dunbar?

Was kümmert dein Vater,
Sein Geld mich und Land?
Was deine Verwandtschaft,
So vornehm von Stand?
Ich nehme dich, Liebchen,
Auch ohne Denar:
Komm, komm in deinem Röckchen,
Süße Tibbie Dunbar!
(S. 105)
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53.
Schlaflose Nacht

Im Sommer giebt's der Blumen viel
Und schattenreiche Plätzchen;
Und rinnt das Bächlein über's Wehr,
So denk' ich an mein Schätzchen.

O wie gern ich auch
Mein Wimper sänke:
Schlafen kann ich nicht,
Wenn ich an Liebchen denke.

Wahr ist, daß Wachen Langeweil'
Und Schlafen Träume schenke:
Doch schlafen - schlafen kann ich nicht,
Wenn ich an Liebchen denke.

Schon nahet mir die stille Nacht;
Sie schlafen All' und gähnen:
Ich wach' und denk' an meinen Schatz,
Und trockne mir die Thränen.

O wie gern ich auch
Mein Wimper sänke:
Schlafen kann ich nicht,
Wenn ich an Liebchen denke.
(S. 109)
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54.
Die schöne Ann

O bleibet fern, ihr jungen Herrn,
Fern von der schönen Ann!
Denn Mancher schon, der nicht geflohn,
War ein verlorner Mann.
Wie fein die Haut, wie mild und traut
Das lächelnde Gesicht!
Des Wuchs umspannt die kleinste Hand,
Ihr Aug' ist Sternenlicht!

Kein Widerstehn! - Wer sie gesehn,
Dem lag die Seel' im Bann;
Er seufzte schwer und hoffnungsleer,
Wenn er nicht gleich entrann.
Mein Rath ist gut: - vor Liebesglut
Schützt euch kein Talismann -
O bleibet fern, ihr jungen Herrn,
Fern von der schönen Ann!
(S. 110)
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55.
Der geraubte Kuß

Von Lieb' und Schlummer übermannt,
Lag Nelly, jung und schön,
An eines Baches Blumenrand
Bei lauer Weste Wehn.
Und Willie streifte durch den Wald
Und sah die reizende Gestalt;
Er stutzte, bangte, jauchzt' und bebt',
Ihm wurde heiß und kalt.

So wie die Scheide blanken Stahl,
So deckt' ihr Augenlied
Des holden Blickes Flammenstrahl,
Und ihre Wange glüht';
Und Blumen küßten unbewußt
Der schönen Nelly weiße Brust;
Er gafft' und wünschte, bangt' und bebt'
Und fühlte Götterlust.

Der Wind bewegt' ihr leicht Gewand,
Und lüpft' es bis zum Knie;
Wie prangten Antlitz, Fuß und Hand
In Reiz und Harmonie!
Und er, bewegt und liebewund,
Er wagt's und küßt den süßen Mund,
Und jauchzt und jubelt, glüht und bebt
In tiefster Seele Grund.

Und wie, wenn Jägers Aug' es traf,
Das Rebhuhn scheu entschwirrt,
So Nelly flüchtig, halb im Schlaf,
Den grünen Wald durchirrt.
Er eilt ihr nach und holt sie ein
Und seufzt und schwöret Stein und Bein -
Und fleht und - findet sie geneigt,
Ihm Alles zu verzeihn.
(S. 111-112)
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56.
Es kehrt der Tag

Es kehrt der Tag, der Segenstag,
An dem wir uns zuerst gesehn!
Ob schon es reift und Nordwind pfeift,
War doch der Sommer nicht so schön.
Auf stolzer Flut mag reiches Gut
Des Glücks willkommne Spende sein,
Und eine Kron' und Land und Thron:
Mir gab es mehr - du wurdest mein!

Und was auch Welt nur und Natur
Uns Süßes, Schönes mag verleihn:
Du bleibest mir der Erde Zier,
Für dich nur leb' ich, dich allein!
O daß der Tod dem Menschen droht!
Wie beb' ich vor des Scheidens Schmerz!
Des Todes Hand trennt unser Band,
Er raubt mein Glück und - bricht mein Herz.
(S. 113)
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58.
Jamie, probir' es!

Chor

Jamie, probir' es,
Jamie, probir' es!
Ob du mein Schätzchen bist,
Jamie, probir's es!

Wünschtest dir mancherlei:
Weigert' ich dir es? -
Ob du mein Schätzchen bist,
Jamie, probir' es!

Raubtest du Küsse mir,
Macht' ich Gezieres? -
Ob du mein Schätzchen bist,
Jamie, probir' es!

Jamie, probir' es,
Jamie, probir' es!
Ob du mein Schätzchen bist,
Jamie, probir's es!
(S. 115)
_____


59.
Zu Schiffe

Geh, hole mir ein Schöppchen Wein,
Und gieß ihn in die Silbertasse:
Denn trinken will ich auf mein Lieb,
Eh' ich die stille Bucht verlasse!
Schon schaukelt's Boot am Hafendamm,
Der Wind erhebt sich mir zum Leiden,
Und segelfertig liegt das Schiff -
Von meiner Mary muß ich scheiden!

Trompeten schmettern, Banner wehn,
Und vom Verdecke glänzen Speere;
Und drüben brüllt der Donner laut
Auf blutgetränktem Feld der Ehre.
Nicht Wogenbraus, nicht Kriegsgewühl,
Nicht blut'ge Speere will ich meiden;
Das Eine nur zerreißt mein Herz:
Von dir, o Mary, soll ich scheiden!
(S. 116)
_____



62.
Meine Jean

Vor allen Winden in der Welt
Lieb' ich den Abendwind;
Dort wohnt, die mir so theuer ist,
Das holde, liebe Kind.
Ob zwischen uns sich Wald und Strom
Und Thal und Hügel ziehn:
Ich denke doch bei Tag und Nacht
An meine süße Jean.

Ich sehe sie im Blumenthau,
Seh' sie so sanft und schön;
Ich höre sie im Vogelsang
Auf sonnumglänzten Höhn;
Die Blumen, die am Bach, im Hain
Und auf der Wiese blühn,
Ja, jeglich singend Vögelein
Erinnert mich an Jean.

O Abendwind, deß milder Hauch,
Im reichen Blumenbeet,
Mit frischer Blüthen Nektarduft
Beladene Bien' umweht:
O bringe mir die Maid zurück,
Der Mund und Wange glühn!
Denn jede trübe Wolke scheucht
Ein Lächeln meiner Jean!

Wir jauchzten oft und weinten auch,
Ich und mein süßes Lieb;
Ach! bitter wäre Scheidens Weh,
Wenn nicht die Hoffnung blieb. -
Du weißt es, du, vor dessen Blick
Der Erde Nebel fliehn,
Daß mir nichts theurer auf der Welt,
Als meine holde Jean.
(S. 119-120)
_____



64.
Liebchen als Muse

Könnt' ich auf des Parnasses Höhn
Vom Quell der Musen schöpfen gehn:
Dir sagten Klänge, rein und schön,
Wie theuer du mir, Liebe!
Doch Corsincon ist mein Parnaß,
Nith meines Musenquelles Naß,
Du selbst bist Muse mir: o laß
Mich singen, wie ich liebe!

Ja, Theure! - Muse sei du mir! -
Den lieben langen Sommer schier
Sagt' ich dir nicht, noch sang ich dir,
Wie ich dich, Holde, liebe!
Ich sah dich tanzen auf der Au',
Dein Auge strahlt' im Perlenthau;
Der Erde Grün, des Himmels Blau
Sind Zeugen meiner Liebe!

In Feld und Haus, bei Nacht und Tag,
Und wo ich immer weilen mag,
Leb' ich mit jedem Herzensschlag
Für dich, für dich nur, Liebe!
Und müßt' ich wandern fern und weit,
Und müßt' ich sterben vor der Zeit:
Auch dann noch blieb ich dir geweiht,
Und dächte dein in Liebe!
(S. 122-123)
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66.
Mein Herz ist im Hochland

Mein Herz ist im Hochland, mein Herz ist nicht hier;
Mein Herz ist im Hochland, in Waldes Revier;
Dort jagt es den Hirsch und verfolgt das Reh;
Mein Herz ist im Hochland, wohin ich auch geh!

Leb wohl, mein Hochland, mein heimischer Nord!
Die Wiege der Freiheit, des Muthes ist dort.
Wohin ich auch wandre, wo immer ich bin:
Auf die Berg', auf die Berge zieht es mich hin!

Lebt wohl, ihr Berge, bedecket mit Schnee!
Lebt wohl, ihr Thäler voll Blumen und Klee!
Lebt wohl, ihr Wälder, bemoostes Gestein,
Ihr stürzenden Bächlein in farbigem Schein!

Mein Herz ist im Hochland, mein Herz ist nicht hier;
Mein Herz, liebe Heimath, ist immer bei dir!
Es jaget den Hirsch und verfolget das Reh;
Mein Herz ist im Hochland, wohin ich auch geh!
(S. 126)
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67.
John Anderson

John Anderson, mein Lieb, John!
Wir haben uns gesehn,
Wie rabenschwarz dein Haar, John,
Die Stirne glatt und schön:
Nun Glätte nicht, noch Locke, John,
Der schönen Stirne blieb:
Doch segne Gott dein schneeig Haupt,
John Anderson, mein Lieb!

John Anderson, mein Lieb, John!
Wir klommen froh bergauf,
Und manchen heitern Tag, John,
Begrüßten wir im Lauf.
Nun abwärts Hand in Hand, John,
Froh wie's berauf uns trieb,
Und unten selges Schlafengehn,
John Anderson, mein Lieb!
(S. 127)
_____



69.
Mein holdes Schätzchen

Chor

Nach dem Schlafe treib die Schafe
Dahin, wo die Heide sprießt,
Dahin, wo das Bächlein fließt,
Mein holdes Schätzchen!

Ich ging einmal den Bach entlang,
Da kam mein Schäferbursch und schlang
Den Mantel um mich her, und sang
Und nannte mich sein Schätzchen. -

"O willst du mit zum Bächlein gehn,
Die klare Welle plätschern sehn?
Da, wo die Haselbüsche stehn,
Da ist ein traulich Plätzchen." -

Mein Schäferbursch, geh nur allein!
Ein Mädchen muß' nicht thöricht seyn;
Es meidet gern der Sorge Pein,
Und hütet Rock und Lätzchen -

"Ich kaufe dir Kalblederschuh',
Ein neues Kleid und Band dazu;
In meinen Armen schlummerst du
Und bist mein liebes Schätzchen." -

O lieber Schäfer, halte Wort,
So küss' ich dich am trauten Ort,
Und bleibe hier und bleibe dort
Und immerdar dein Schätzchen! -

"So lange 's Meer vom Strome trinkt,
Die Sonn' am Himmelsbogen blinkt,
Ja bis mein brechend Auge sinkt,
Bist du mein holdes Schätzchen!"

Nach dem Schlafe treib die Schafe
Dahin, wo die Heide sprießt,
Dahin, wo das Bächlein fließt,
Mein holdes Schätzchen!
(S. 130-131)
_____



71.
Die Höhn von Ballochmyle

Der Catrinhain ist dürr und fahl;
Kein Blümchen auf der Catrinau';
Kein Vöglein singt im grünen Thal;
Die Sonn' umhüllet Nebelgrau.
Maria, jung und lieblich, sang,
Allein der Sommer schwand in Eil',
Und Echos Trauerstimme klang:
Lebt wohl, ihr Höhn von Ballochmyle!

Ihr holden Blümchen, schlaft nur ein:
Euch weckt des jungen Lenzes Hauch!
Die ihr verstummt im falben Hain,
Ihr Vöglein, euch belebt er auch. -
Mir blühet keine Blume mehr,
An keinem Klange nehm' ich Theil:
Leb wohl du grüner Rand des Ayr!
Leb wohl, mein süßes Ballochmyle!
(S. 133)
_____


72.
An Mary im Himmel

O milder Stern mit bleichem Strahl,
Begrüßt von Morgens Purpurroth,
Du mahnest wieder mich einmal
An meiner guten Mary Tod!
O theure Mary, selger Geist!
Wo schwebst du jetzt in Himmelslust?
Siehst du, was mir das Herz zerreißt?
Fühlst du die Leiden meiner Brust?

Könnt' ich vergessen jenen Tag,
Wo ich, nicht ahnend Scheidens Kluft,
Beglückt an deinem Herzen lag,
Vergessen, deine frühe Gruft?
Nie raube mir der Zeiten Fluß
Dein süßes Bild, so rein und klar!
O fühlt' ich wohl im letzten Kuß,
Daß es der letzte - letzte - war?

Das Bächlein rieselt' über'n Sand,
Die Büsche gaben sichre Hut,
Und um die duftge Birke wand
Waldrebe sich in Liebesglut;
Der Vogel sang im stillen Nest,
Zum Pfühle boten Blumen sich,
Bis - ach! - zu früh in glühndem West
Des Tages Seligkeit entwich.

Noch brütet der Erinnerung Schmerz
Auf dem, was mich so süß durchbebt,
Und tiefer fühlt es nur das Herz,
Wie tiefer stets ein Strom sich gräbt. -
O theure Mary, sel'ger Geist!
Wo schwebst du jetzt in Himmelslust?
Siehst du, was mir das Herz zerreißt?
Fühlst du die Leiden meiner Brust?
(S. 134-135)
_____


73.
Eppie Adair

O Eppie, mein Leben!
Mein Kleinod, mein Streben!
Wer möchte nicht leben
Mit Eppie Adair?
Dir weih' ich, o Liebe,
Die zärtlichsten Triebe,
Die treueste Liebe,
Mein' Eppie Adair!

O Eppie, mein Leben!
Mein Kleinod, mein Streben!
Wer möchte nicht leben
Mit Eppie Adair?
Mich quäle die Lüge
Mit Marter und Rüge,
Wenn je ich betrüge
Mein' Eppie Adair!
(S. 136)
_____



75.
Jung Jockey

Jung Jockey strahlte sehr hervor
Im Städtchen hier und weit im Land;
Kein Andrer blies so schön das Rohr,
Und Keiner tanzte so gewandt.
Er pries mein blaues Aeugelein
Und meinen Wuchs, so schlank und schmal,
Wir waren Beide ganz allein -
Da war es, wo er's Herz mir stahl. -

Mein Jockey pflügt das Ackerfeld
Bei Wind und Regen, Frost und Schnee;
Nichts macht mich froher auf der Welt,
Als wenn ich seine Ochsen seh.
Bald macht der Tag dem Abend Platz,
Wo er mir oft im Arme lag
Und immer schwur, ich sei sein Schatz
Und bleib' es bis zum jüngsten Tag.
(S. 140)
_____


77.
Das blauäugige Mädchen

Das Thal erglänzt im Abendroth,
Und heute fluch' ich Thal und Au'!
Zwei Aeuglein brachten mir den Tod,
Zwei Aeuglein, klar und himmelblau.
Nicht war es ihr gelocktes Haar,
Der Mund nicht, gleich der Ros' im Thau,
Noch ihre Lilienbrust - es war
Ihr Augenpaar, so klar und blau.

Sie lächelte, das Thal erklang,
Es wurde mir so süß und flau;
Der Pfeil, der meine Brust durchdrang,
Flog aus der Aeuglein Himmelblau.
Verschweigt's der holden Zauberin:
Vielleicht ist doch ihr Herz nicht lau!
Doch wär' es kalt - ich sänke hin
Todt vor der Aeuglein Himmelblau.
(S. 148)
_____



87.
Wonn' und Weh

Auf der Freude weichem Pfühle
Wiegte dich des Glückes Hauch:
Aber traurige Gefühle,
Theure Nancy, kennst du auch. -
Schau die Lilie, wie sie blühet!
Sie, die jetzt dein Herz erquickt,
Liegt vielleicht, eh' Abend glühet,
Von des Sturmes Wuth geknickt.

Horch! wie sich auf leichten Schwingen
Trillernd jene Lerch' erhebt!
Hör', o Vöglein, auf zu singen,
Eh' der Falke dich umschwebt!
Beben Herzen in Gewittern,
Jauchzen sie bei Sonnenschein;
Saiten, die in Wonn' erzittern,
Trillen tief zu Weh und Pein! -
(S. 156)
_____



88.
Anmuth über Alles

O moosige Berge, so luftig und weit,
Die ihr gesäuget die Jugend des Clyde,
Wo des Birkhuhns Flug die Heide durchschweift,
Und der muntere Hirt auf dem Rohre pfeift!

Nicht Gowrie's Thäler, so blumenreich,
Nicht gäb' ich die Küste von Forth für euch;
Denn dort am rieselnden Bächlein blüht
Ein Mädchen, für das mir die Seel' erglüht.

Dort bei des Gießbachs spritzendem Schaum,
Dort träum' ich so gern meine Liebe Traum;
Dort streif' ich mit ihr auf buschigem Pfad,
Bis uns die Stunde des Scheidens naht.

Mein Mädchen ist weder schön noch reich,
An Anmuth aber den Engeln gleich;
Ihr Stand so niedrig, wie's keinen giebt:
Doch lieb' ich die Holde, weil sie mich liebt.

Wer könnte wohl süßer Blicke Flehn,
Erröthende Wangen gefühllos sehn?
Und blendet der Pfeil nicht, den Geist und Witz
Geschärfet, die Sinne wie leuchtender Blitz? -

Doch holde Anmuth im Auge rein,
Sie überstrahlet des Demants Schein!
Wo Liebchens Herz an dem meinen liegt,
Empfind' ich den Zauber, der Alles besiegt.
(S. 157-158)
_____



89.
Alles dir!

Du hast ein reizendes Gesicht;
Dein Wuchs ist zart und schlank;
Für deiner Schönheit Himmelslicht
Sag' ich dem Schöpfer Dank.
O Jean! du bist ein schönes Weib -
Wie dir die Wange glüht!
Mir theuer ist dein süßer Leib,
Doch theurer dein Gemüth.

Nicht kennt mein Herz, der Gluten voll,
So heißen Wunsch, als den:
Wenn dein ich nimmer werden soll,
Dich glücklich doch zu sehn!
Fühlst du nur Wonne für und für,
Beseligt sie auch mich;
Und kann ich leben nicht mit dir,
So sterb' ich auch für dich!
(S. 159)
_____



93.
Das kleine Liebchen

Winzig Liebchen, herzig Nüßchen,
Holdes Püppchen, wärst du mein:
Wollt' ich dich im Busen tragen,
Hüten wie 'nen Edelstein!
Blick' ich dir mit Glutverlangen
In die schönen Aeugelein:
Beb' ich, denn was wäre Leben,
Sagte je mein Püppchen: Nein?

Witz und Anmuth, Lieb' und Schönheit
In vereinter Strahlen Schein!
Dir, o Göttin meiner Seele,
Schwör' ich treue Lieb' allein!
Holdes Liebchen, süßen Nüßchen,
Niedlich Püppchen, werde mein!
Sollst an meinem Halse prangen,
Mir Juwel und Perle sein!
(S. 165)
_____



95.
Lebewohl

Einen Kuß noch, eh' wir scheiden,
Und ein Lebewohl uns Beiden!
Meines Herzens banges Sehnen
Hat nur Seufzer, hat nur Thränen.
Trübe Leid das Auge nimmer,
Dem noch blinkt ein Hoffnungsschimmer!
Mir, ach! wird er nimmer blinken;
Muß in Nacht und Trauer sinken.

Doch wer tadelt, was geschehen?
Konnt' ich Nancy widerstehen?
Fühlt' ich mich nicht gleich getrieben,
Sie und ewig sie zu lieben?
Liebten wir uns nicht so innig,
Herzten wir uns nicht so minnig,
Hätten wir uns nie gesehen,
Fühlten wir nicht Herzenswehen.

Lebe wohl, du einzig Eine!
Lebe wohl, du Engelreine!
Blühe Glück auf deinen Wegen,
Lust und Wonne, Lieb' und Segen!
Einen Kuß noch, eh wir scheiden,
Und ein Lebewohl uns Beiden!
Meiner Seele banges Sehnen
Hat nur Seufzer, hat nur Thränen.
(S. 168-169)
______



103.
Das Sträußchen

Was wagte Liebe nicht
In alt und neuer Zeit?
Wo schlägt ein Herz, dem nicht
Die Liebe Muth verleiht?
Ich geh den klaren Bach entlang
In stiller Einsamkeit,
Und pflücke mir ein Sträußchen
Für meine holde Maid.

Die Primel pflück' ich dort
Im sammtnen Frühlingskleid,
Und auch die Nelke mir,
Die süßen Duft verstreut.
Der Nelke gleicht mein Liebchen selbst,
Das Leib und Seel' erfreut;
Ein Sträußchen will ich pflücken
Für meine holde Maid.

Die Rose pflück' ich mir
In Thaues Herrlichkeit,
Wie Liebchens Lippe keusch,
Durch Frevler nie entweiht.
Und würzge Hyazinthe, blau
Wie die Beständigkeit -
Und allesammt zum Sträußchen
Für meine holde Maid.

Der Lilie Glanz ist rein
Und leuchtet fern und weit:
Sie schirm' - ein Talisman -
Den Busen ihr vor Leid!
Und du auch, Veilchen, schmiege dich,
Bild ihrer Sittsamkeit,
Mit reichem Duft in's Sträußchen
Der vielgeliebten Maid!

Noch eine Blume fehlt:
Dann halte dich bereit! -
Die Silberblüthe dort,
Die mir der Weißdorn beut. -
Bangt, Vöglein, nicht im warmen Nest:
Ich thu' euch nichts zu Leid'! -
Und nun - nun wandre, Sträußchen,
Zu meiner holden Maid!
(S. 181-182)
_____



105.
Kehre wieder!

Kehre wieder, o Elise!
Nur noch einen Scheideblick!
Stoße nicht mit kalter Strenge
Dieses treue Herz zurück!
Hat in kalter Brust das deine
Nie der Liebe Glut gefühlt:
Nur nicht Freundschaft! schenk' Erbarmen
Dem die Flamm' im Busen wühlt!

Dich beleidiget, Elise?
War doch Liebe mein Vergehn! -
Kränken ihn, den Tod nicht scheute,
Könnt' er dich nur glücklich sehn!
Ach! so lang ich Leben athme,
Weih' ich meine Seele dir!
Kehre wieder, süße Taube,
Nur noch einmal lächle mir!

Nicht die Biene, die im Kelche
Süßer Blume Honig trinkt,
Nicht die Elf' im Frühlingstanze,
Wenn der Mond am Himmel blinkt,
Nicht der Dichter, wenn der Zauber
Der Begeistrung ihn durchdringt,
Kennt die überselge Wonne,
Die mir deine Nähe bringt!
(S. 185-186)
_____



115.
Mary schlummert

Fließ, murmelnder Afton, die Hügel entlang;
Fließ ruhig und lausche dem liebenden Sang!
Meine Mary schläft unter'm Apfelbaum:
Fließ ruhig und störe sie nicht im Traum!

Holztaube, die dort im Walde girrt,
Ihr Amseln, die ihr durch Dornen schwirrt;
Grünkämmiger Kiebitz, wo schwippst du hin?
Ich bitt' euch, stört nicht die Schläferin!

O Afton, wie heiter die Hügel sind,
Durch die deine spielende Welle rinnt!
Hier schau' ich, gelehnt über meinen Stab,
Auf Mary's Hütt' und die Heerde hinab.

Wie duftig dein Rand im Thale so grün,
Wo lustig die goldenen Primeln blühn!
Im Birkenschatten saßen wir dort,
Und wechselten manches vertrauliche Wort.

Du hüpfst um die Hütte, wo Mary wohnt,
Schmiegst um ihr Füßchen dich, reich belohnt!
Nicht wahr, mein Bächlein, bist hochbeglückt,
Wenn Blumen die Holde, dich hemmend, pflückt? -

Fließ, murmelnder Afton, die Hügel entlang,
Fließ ruhig, o Bächlein, und höre den Sang!
Meine Mary schläft unter'm Apfelbaum:
Fließ ruhig und störe sie nicht im Traum!
(S. 201-202)
_____



116.
Die süße Bell

Der Frühling kehret lächelnd wieder;
Der eisig grimme Winter flieht;
Das Bächlein rinnt, und bunt Gefieder
Melodisch froh den Wald durchzieht.
Wie mild die Luft! wie sinkt die Sonne
In Purpurglanz dem Meere zu!
Du, Frühling, schenkst uns solche Wonne:
Mir, süße Bell, den Himmel du!

Der Lenz verblüht, des Sommers Farben
Verweht des Herbstes kühlre Luft,
Und Schnee bedeckt das Feld der Garben,
Bis wiederkehrt der Blume Duft.
So tanzt das Jahr; vorüber schweben
Die Bilder wechselvoller Zeit:
Doch, süße Bell, mit Seel' und Leben
Bleib' ich im Wechsel dir geweiht!
(S. 203)
_____



122.
Rothes Röslein

Dem rothen Röslein gleicht mein Lieb,
Im Junimond erblüht;
Mein Lieb ist eine Melodie,
Von der die Seele glüht.

Wie schön du bist, geliebte Maid!
Wie wird das Herz mir schwer!
Und lieben wird 's dich immerdar,
Bis trocken Strom und Meer!

Und würden trocken Strom und Meer,
Und schmölzen Fels und Stein:
Ich würde dennoch lebenslang
Dir Herz und Seele weihn!

Und, holdes Liebchen, lebe wohl!
Leb wohl, du süße Maid!
Bald kehr' ich wieder, wär' ich auch
Zehn tausend Meilen weit!
(S. 209)
_____



124.
Das nasse Schätzchen

Watend durch die Flut, mein Schätzchen,
Watend durch die Flut,
Hast bedengelt Rock und Lätzchen,
Watend durch die Flut.
Bist ja naß, du armes Kätzchen,
Sei auf deiner Hut!
Hast bedengelt Rock und Lätzchen,
Watend durch die Flut.

Sieht ein Schätzchen holdes Schätzchen
Waten durch die Flut:
Giebt sein Schätzchen ihm ein Schmätzchen,
Schreit das junge Blut.
O durchnäßtes armes Kätzchen,
Sei auf deiner Hut!
Hast bedengelt Rock und Lätzchen,
Watend durch die Flut.

Wenn auf stillem trauten Plätzchen
Müdes Schätzchen ruht:
Giebt ihm Schätzchen noch ein Schmätzchen;
Schreien thut nicht gut. -
O durchnäßtes armes Kätzchen,
Sei auf deiner Hut!
Hast bedengelt Rock und Lätzchen
Watend durch die Flut.
(S. 212-213)
_____



128.
Jemand

Mein Herz ist betrübt - ich sag' es nicht -
Mein Herz ist betrübt um Jemand;
Ich könnte wachen die längste Nacht,
Und immer träumen von Jemand;
O Wonne! von Jemand;
O Himmel! von Jemand;
Durchstreifen könnt' ich die ganze Welt,
Aus Liebe zu Jemand.

Ihr Mächte, die ihr der Liebe hold,
O lächelt freundlich auf Jemand!
Beschirmet ihn, wo Gefahren drohn;
Gebt sicher Geleite dem Jemand!
O Wonne! dem Jemand;
O Himmel! dem Jemand!
Ich wollt' - ich wollte - was wollt' ich nicht
Für meinen Jemand?
(S. 217)
_____



130.
Die Maid, die mir das Bett gemacht

Kalt blies der Wind im Januar
Durch Reif und Nebel auf mich ein;
Kein Obdach in der Nähe war,
Und ich in dunkler Nacht allein.

Doch recht zu meinem großen Glück
Gewahrt' ich in so harter Noth
Ein Mädchen, das mit süßem Blick
Ihr Stübchen mir zum Obdach bot.

Ich neigte tief mich vor der Maid,
Das Stübchen war so rein und nett;
Ich dankt' ihr für die Artigkeit
Und sagte: mache mir ein Bett!

Sie hatte mit schneeweißer Hand
Ein breites Bettchen mir gemacht;
Nun nippt' ihr Rosenmund am Rand
Der Schal' und wünschte gute Nacht!

Und schnell ergriff sie drauf das Licht,
Die holde Maid, und wollte gehn;
Ich aber rief sie schnell zurück,
Noch einmal nach dem Pfühl zu sehn.

Sie kam und legte sonder Harm
Mir noch ein Kissen unter's Haupt;
Und ich umhalste sie und - husch! -
Hatt' ich ihr einen Kuß geraubt.

"Weg mit den Händen, junger Mann!" -
Rief sie und sträubte sich mit Kraft -
"Und seid ihr mir ein wenig gut,
So ehret meine Mädchenschaft!"

Wie goldne Ketten glänzt' ihr Haar,
Wie Elfenbein der Zähne Pracht;
Ein rosenwangiger Engel war
Die Maid, die mir das Bett gemacht.

Ihr Busen frischgefallner Schnee,
Hell blinkend in des Winters Nacht,
Und Marmor jedes Glied - wie schön
War sie, die mir das Bett gemacht!

Ich küßte sie wohl tausendmal;
Sie wußte nicht, wie ihr geschah,
Und ach! - wir merkten Beide nicht
Wie bald der Tag durch's Fenster sah.

Und wie sie Morgens mich verließ,
Dankt' ich ihr für die Freundlichkeit;

Sie wurde roth und seufzte sehr:
"Ach warum schufet Ihr mir Leid?"

Ich küßte sie auf's Aeugelein,
Aus welchem eine Thräne drang,
Und sagte: "Mädchen, weine nicht;
Machst mir mein Bettchen lebenslang!" -

Nun nimmt der Mutter Laken sie,
Und näht mir Hemden draus und lacht;
Ja! froh und glücklich soll sie sein
Die Maid, die mir das Bett gemacht!

Die Maid die mir das Bett gemacht,
Die Maid die mich so selig macht!
Gedenken werd' ich bis zum Tod
Der Maid, die mir das Bett gemacht!
(S. 219-221)
_____



131.
So weit von hier!

So trieb sie mich denn grausam fort
In fernes Land, so weit von hier;
Ich wandre still von Ort zu Ort,
Und Liebchen ist so weit von hier!
Wann find' ich den ersehnten Port,
Nach irrem Pfad, so weit von hier?
Wann tönt mir wieder tröstlich Wort
Aus schönem Mund, so weit von hier?

Wo schlüge wohl ein treuer Herz
Für sie, für sie, so weit von hier?
Was stillte je der Sehnsucht Schmerz
Nach ihr, nach ihr, so weit von hier?
Die Blicke schweifen abendwärts
In's Vaterland, so weit von hier;
Mich fliehet Lust, mich fliehet Scherz,
Denn sie - ach! sie - ist weit von hier!
(S. 222)
_____



132.
Heimliches Wiedersehen

Mich zieht es nach dem Dorfe hin,
In's Gärtchen, wo sie oft erschien;
Mich zieht es nach dem Dorfe hin
Und meiner süßen, holden Jean!
Und Niemand wisse, ahne kaum,
Woher ich kam, wohin ich geh',
Als Liebchen, das ich dort am Baum
Verstohlen meiner harren seh'.

Ja, zu der Eiche wird sie gehn,
Wohin wir heimlich uns bestellt. -
Wie doch bei jedem Wiedersehn
Mein Liebchen doppelt mir gefällt!
Mich zieht es nach dem Dorfe hin,
In's Gärtchen, wo sie oft erschien;
Mich zieht es nach dem Dorfe hin,
Zu meiner süßen, holden Jean!
(S. 223)
_____



133.
Die schöne Lucy

Kennt ihr die Maid im Dörfchen dort,
Dort, wo die Abendsonne sinkt?
Auf eine schönr' im Dörfchen dort
Hat nie der goldne Strahl geblinkt.

Jetzt wandelt sie vielleicht im Hain
Und windet Blumen sich zum Kranz;
Wie glücklich mögt ihr Blumen sein,
Zu haschen ihrer Blicke Glanz!

Und die ihr singt im Blüthenduft,
Seid, muntre Vöglein, mir gegrüßt,
Gegrüßt die milde Maienluft,
Die meiner Lucy Wange küßt!

Die Sonne scheint auf's Dörfchen dort;
Die Flut des Ayr belebt ihr Schein:
Doch Reiz verleiht dem Dörfchen dort
Die schöne Lucy nur allein.

In Edens Fluren fühlt' ich Harm,
Wenn meine Lucy mich verließ:
Doch halt' ich sie in meinem Arm,
Ist Lappland mir ein Paradies!

Zu grüner Laube würde dort
Die Höhle mir, umstarrt von Eis;
Sie wär' eine Blum', im kalten Nord
Von mir gepflegt mit Lieb' und Fleiß. -

Seht ihr sie wandeln dort im Thal?
Wie schön ist sie, wie schön ist sie!
Der Abendsonne goldner Strahl,
Auf eine Schönre fiel er nie.

Und raubte jeglichen Gewinn
Des Lebens mir ein streng Gericht:
Mit Freuden gäb' ich Alles hin,
Nur meine Lucy gäb' ich nicht!

So lang' in mir noch Leben glüht,
Sei sie mir Augen-, Seelenlust:
Denn ihre Rosenwange blüht,
Und Treue wohnt in ihrer Brust!

Kennt ihr die Maid im Dörfchen dort,
Dort, wo die Abendsonne sinkt?
Auf eine schönr' im Dörfchen dort
Hat nie der Sonne Strahl geblinkt.
(S. 224-225)
_____




136.
Himmel und Hölle

O Anna! Wonne schafft dein Blick,
Und schafft auch Sorg' und Noth;
Man soll nicht geizen nach dem Glück,
Das mit Verzweiflung droht! -
Und doch, wer hoffte, Süße, nicht
Bei deiner Blicke Strahl?
Wer dächte bei des Himmels Licht
Noch an der Hölle Qual? -
(S. 229)
_____



137.
An Cassilli's Rande

Der holde Lenz ist wieder wach,
Und Schlüsselblum' und Veilchen blühn;
Auf Girvan's klarem Elfenbach
Der Sonne letzte Strahlen glühn;
An Cassilli's Rand, wo Vöglein singt,
Wandl' ich mit Mary gern allein,
Und hasche jeden süßen Blick
Aus ihren holden Aeugelein.

Wer sich der Erdenwonnen rühmt,
Hat oft auch Sorgen von Gewicht. -
Dich nenn' ich, holde Mary, mein,
Und schönres Loos begehr' ich nicht!
Laßt mich an Cassillis' Blumenrand
Genießen meiner Liebe Glück!
Was könnte mehr das Herz erfreun,
Als meiner Mary süßer Blick?
(S. 230)




141.
Liebesweh

Wie ist mein Auge so thränenschwer!
Schon lange kennt mich die Freude nicht mehr;
Nicht Mitleid flüstert mir Trost in's Ohr,
Und tief betraur' ich, was ich verlor.

Die Liebe hat Wonnen, ich habe geliebt;
Die Liebe hat Trübsal, ich war betrübt;
Noch klopft mir im Busen das Herz so schwer:
Doch bald - ich fühl' es - bald klopft's nicht mehr.

O wär' ich dort, wo ich selig war,
An jenem Strome so hell und klar!
Dort schweifet mein Lieb am Wanderstab;
Der wischte wohl gern die Thräne mir ab.
(S. 234)
_____



142.
Peggy's Bild

O Peggy's Antlitz, Peggy's Arm,
Sie setzten Klausner in Allarm;
Der schönen Peggy Geist gefällt
Den Edelsten der Männerwelt.
Ich liebe Peggy's Angesicht,
Und ihres Auges Flammenlicht,
Und ihres Mundes holden Scherz:
Doch mehr noch lieb' ich Peggy's Herz.

Der Rose Glut, der Lilie Glanz,
Und zarter Füßchen leichter Tanz
Sind Reize, die, wenn Stürme wehn,
Oft - leider! - allzu schnell vergehn;
Allein der Blick, der Anmuth strahlt,
In dem sich eine Seele malt
Voll Mitgefühl und Sympathie -
Die Schönheit welkt und schwindet nie!
(S. 235)
_____



143.
Scheiden und Leiden

So grüßet dich wieder in Trauer und Klage,
O düstrer December, mein bebendes Lied!
Du mahnest mich an die unseligen Tage,
Wo meine Nancy auf ewig schied.
Wenn Liebende scheiden, da schwinden die Wehen
Vor süßer Hoffnung belebendem Strahl:
Doch scheiden und nimmer sich wiedersehen
Erfüllet die Herzen mit Todesqual.

Und wie der Winter, der strenge, beflissen,
Zu rauben dem Walde das letzte Blatt:
So fühl' ich vom Sturme mein Herz zerrissen,
Seit mich die Hoffnung verlassen hat.
Noch einmal grüßet in Trauer und Klage
Dich, düstrer December, mein bebendes Lied;
Du mahnest mich an die betrübten Tage,
Wo Nancy mir ewig vom Herzen schied.
(S. 236)
_____



145.
Am Wiesenquell im Dunkeln

Wenn Dämmerlicht und Abendstern
Die Melkezeit verkünden, O,
Und Schaf' und Ochsen müd' und matt
Den Weg zum Stalle finden, O;
Da geh' ich, wo die Birken stehn,
In Lenzes frischem Triebe, O,
Und nieder bis zum Wiesenquell,
Und harre deiner, Liebe, O!

Und wäre schauerlich die Nacht,
Ja, finster zum Erblinden, O:
Bekannt ist mir genug das Thal,
Ich will den Weg schon finden, O;
Und schien auch weder Mond noch Stern,
Wär' Alles ringsum trübe, O:
Ich komme doch zum Wiesenquell
Und harre deiner, Liebe, O!

Der Jäger jaget Hirsch und Reh
In heitern Morgens Frische, O;
Am Mittag fängt der Fischer gern
In seinem Netz die Fische, O;
Ich wünschte, daß mir Tag um Tag
Des Abends Dunkel bliebe, O;
Und täglich eilt' ich an den Quell,
Und harrte deiner, Liebe, O!
(S. 239-240)
_____



146.
An Mary Campbell

Willst du mit nach Indien, Mary,
Verlassen Alt-Schottlands Strand?
Willst du mit nach Indien, Mary,
Hinüber zum fremden Land?

Dort glühen Orangen, Limonen,
Die Pinie strahlet im Licht: -
Doch Indiens blendende Reize
Erreichen die deinigen nicht.

Ich habe beim Himmel, o Mary,
Dir ewige Treue geweiht;
Und strafen soll mich der Himmel,
Wenn ich je vergesse den Eid!

Reich mir auch du, meine Mary,
Zum Pfande der Treue die Hand;
Dein Schwur begleite mich, Mary,
Hinüber in's ferne Land!

Wir haben geschworen, o Mary,
Vor Himmel und Firmament:
Und fluche der Himmel dem Tage,
Der Stunde, die Liebende trennt!
(S. 241)
_____



160.
Metamorphosen

O wäre mein Liebchen das Röslein roth
Dort oben auf felsiger Mauer,
Und ich, ich fiel ihr, ein Tropfen Thau,
In den Busen mit wonnigem Schauer!

Wie wollt' ich, weich gebettet, die Nacht
Durchwachen im Taumel der Liebe,
Es mich aus duftiger Lagerstatt
Der Strahl der Sonne vertriebe!

O wäre sie jener Hollunderstrauch,
Im Lenze bei festlichem Reigen,
Und ich, ein Vogel, baute mein Nest
In seinen blühenden Zweigen!

Wie wollt' ich trauern, wenn stürmischer Nord
Die Blumenbüschel zerknickte,
Wie jauchzen und singen, wenn junger Mai
Mit neuen Blüthen sie schmückte!
(S. 262)
_____



164.
Der Treue Siegel

Komm, Liebchen, komm an meine Brust,
Und laß uns nimmer scheiden!
Nie werd' ich, deiner mir bewußt,
Den Glanz der Welt beneiden.
Und fühlst du, süße Jeanie, dich
Von gleicher Glut getrieben:
Fleh' ich den Schöpfer inniglich
Um Leben, dich zu lieben.

So halt' ich denn mein einzige Glück
Mit treuem Arm' umfangen!
Konnt' ich vom gütigen Geschick
Wohl Süßeres verlangen?
Laß ewig mich in Glück und Noth
Dich nennen mein Entzücken,
Auf deiner Lippe Purpurroth
Der Treue Siegel drücken!
(S. 269)
_____



167.
Die Stunde schlägt!

Die Stunde schlägt, es naht das Boot:
Du scheidest, meines Herzens Lust!
O bittre Qual, o herbe Noth,
Daß du dich von mir trennen mußt!
Oft kehr' ich nun mit meinem Weh
Und starre nach entlegnem Strand,
Dahin, wo die bewegte See
Des Schiffleins Segel mir entwandt.

Und einsam, träumend süßen Traum,
Indeß die Möven mich umschrein,
Trägt Sehnsucht mich durch Wogenschaum
In ferner Zone goldnen Schein.
O Hain der südlich milden Luft,
Wo jetzt mein Liebchen wandelt, sprich:
Wenn du sie labst mit deinem Duft,
Denkt meine Nancy auch an mich?
(S. 274)
_____



170.
Jenny allein!

Ihr Freuden, die ihr mich früh umgaukelt
Zu der Lerche wirbelndem Ton,
Und Friede, der mich in Schlaf geschaukelt,
Wohin seid ihr geflohn?

Nicht länger entdeckt unter Blumen am Bache
Mein Aug' eure freundliche Spur;
Denn ewig, ob ich schlaf' oder wache,
Drückt quälende Sorge mich nur.

Will schon der Chor des Waldes verstummen?
Stellt etwa der Winter sich ein?
Nein, Bienchen hör' ich um Rosen summen,
Und mild ist der Sonne Schein.

Wie gern verhelt' ich, was mich schrecket,
Doch länger nicht trag' ich die Pein:
Die mir die Sorgen im Busen gewecket,
Ist Jenny, ja Jenny allein.

Mein Schmerz ist unsterblich, des Herzens Wunde
Heilt nicht der Balsam der Zeit:
Doch süß ist die Qual, und in nächtiger Stunde
Erquickt meine Seele das Leid.
(S. 278)
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172.
Dein mit jedem Herzensschlag!

Dein bin ich, mein treues Lieb,
Dein und ohne Wanken,
Dein mit jedem Herzensschlag,
Jeglichem Gedanken!

Lehne dich an diese Brust,
Hart gequält vom Kummer;
Lulle mit der Liebe Hauch
All ihr Leid in Schlummer!

Weg den süßen Mund; mich brennt
Seine Purpurröthe!
Weg das Auge, daß mich nicht
Himmelswonne tödte!

Was ist Leben liebeleer?
Nacht ist's ohne Morgen!
Wenn der Liebe Sonne scheint,
Fliehen Noth und Sorgen.
(S. 280)
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174.
Bleib mein Liebchen!

Willst mein Liebchen bleiben?
Darf ich Sorg' und Grille dir
Von der Stirne treiben?
Darf ich mich mit meinem Blut
Ewig dir verschreiben?
Du nur wirst, ja du allein,
Mein Herzliebchen bleiben;
Ja, ich schwör' es, du allein
Sollst mein Liebchen bleiben!

Mädchen, soll ich sterben?
Liebend um die süße Hand,
Hoffend, laß mich werben!
Ach! dein Kaltsinn brächte mir
Kummer und Verderben;
Aber, Süße, liebst du mich,
Will ich freudig sterben;
Weiß ich nur, du liebest mich,
Will ich freudig sterben!
(S. 283)
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181.
Begegnung

Hier ist das Thal, wo ich sie sah,
Bei jener Birk' ihr kleines Haus;
Die Glocke schlug, die Stund' ist da!
Wie lange bleibt mein Liebchen aus?

Das ist Maria's Wispern nicht!
Zephyre säuseln nah und fern;
Ein Vöglein grüßt im Dämmerlicht
Mit munterm Lied den Abendstern.

Und doch ist's ihrer Stimme Klang!
So ruft die Lerch' im Blüthenhain
Ihr treues Männchen mit Gesang;
Lieb' ist's und Wohllaut im Verein!

So bist du da? - willkommen mir!
Willkommen hier auf stiller Flur!
An Bächleins Rand erneuen wir
Vereinter Herzen heil'gen Schwur!
(S. 291)
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186.
Sei mein Liebchen!

Mädchen mit dem flächsnen Haar,
Mädchen mit den Wangengrübchen,
Leite meine Lämmerschaar,
Sei mein holdes Liebchen, O!

Die Wiese prangt in Blumenzier,
Und frisch ist Alles, ähnlich dir;
Willst theilen diese Lust mit mir,
Mein Liebchen fein, mein Liebchen, O?

O wie erquickt in Sommers Glut
Der Blumen Kelch die Regenflut!
Die Laube winkt; es ruht sich gut
Im frischen Duft, mein Liebchen, O!

Und wenn die Abendsonne sinkt,
Der Mond dem Schnitter heimwärts winkt:
Gehn wir durch's Korn, wo's golden blinkt,
Von Liebe plaudernd, Liebchen, O!

Raubt deinen Schlaf der Flocken Schwarm,
Macht dir der böse Winter Harm:
Umschling' ich dich mit treuem Arm,
Und tröste dich, mein Liebchen, O!

Mädchen mit dem flächsnen Haar,
Mädchen mit den Wangengrübchen,
Leite meine Lämmerschaar,
Sei mein holdes Liebchen, O!
(S. 297-298)
_____




188.
Meine Nannie ist fort!

Im grünen Mantel erglänzt die Natur;
Es blöken die Lämmer auf dampfender Flur,
Und Vöglein trillern zu süßem Accord:
Doch freut es mich nimmer; - meine Nannie ist fort!

Schneeglöckchen und Primeln und Veilchen so blau,
Erblühen in Wäldern und baden im Thau;
Mich freuen sie nicht am erquicklichen Ort:
Sie mahnen an Nannie; - meine Nannie ist fort!

O Lerche, die du, die Schwingen bethaut,
Den Hirten weckst mit melodischem Laut,
Und Drossel im duftigen Strauche dort:
Verlaßt mich, verlaßt mich; - meine Nannie ist fort!

Komm, trauriger Herbst im gelbgrauen Kleid',
Und tröste mich mit dem Wechsel der Zeit!
Du eisiger Winter, Gestöber und Nord:
Ihr naht mir zur Lust! - meine Nannie ist fort!
(S. 300)
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189.
Deine Hand!

Leg deine Hand in meine, Kind,
In meine, Kind, in meine, Kind,
Und bei dem Patschen weich und lind
Versprich mir hold zu sein!
Dem Amor hatt' ich mich geweiht,
Trug von dem Wichte manches Leid:
Nun aber bleib' er fern und weit,
Sagst, Liebchen, du nicht nein!

Oft wurde schon mein Herz betrübt
Durch Mädchen, die ich heiß geliebt:
Doch du hast Zaubermacht geübt,
Bleibst Königin allein:
Leg deine Hand in meine, Kind,
In meine, Kind! in meine, Kind,
Und bei dem Patschen weich und lind
Versprich mir treu zu sein!
(S. 301)
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191.
Liebhabers Ständchen

Wachst du noch, Liebchen? - Gruß und Kuß!
Dein Liebster naht im Regenguß,
Ihm lähmet Liebe Hand und Fuß;
Er möchte gern hinein - Schatz!

O laß mich ein, die eine Nacht,
Die eine, eine, eine Nacht!
Die Lieb' ist's, die uns glücklich macht:
Steh' auf und laß mich ein! - Schatz!

Horch, wie die Wetterfahnen wehn;
Sieh, wie die Sternlein untergehn;
Laß mich nicht hier im Regen stehn;
Mach' auf dein Kämmerlein - Schatz!

Und wehrest du mir solche Huld,
So tödtet mich die Ungeduld
Und meines frühen Todes Schuld
Trifft dich, und dich allein - Schatz!

O laß mich ein die eine Nacht,
Die eine, eine, eine Nacht!
Die Lieb' ist's ja, die glücklich macht:
Steh' auf und laß mich ein - Schatz!
(S. 304)
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194.
An die Waldlerche

Umschwebe hier am Felsenhang,
O Lerche, mich mit süßem Klang!
Denn Einen labet dein Gesang,
Dem Lieb' im Busen glühet.
Du weißt, was du mir singen mußt:
O Vöglein sing' es mir zur Lust!
Es rührt vielleicht die Marmorbrust
Der, die mich quält und fliehet.

Ist's Männchen dir vielleicht entflohn?
War Kaltsinn deines Liedes Lohn?
So milden wehmuthvollen Ton
Schafft nur das Lied der Minne:
Du singst von Kummer trüb und schwer,
Von banger Sorgen düsterm Heer,
Lieb Vöglein sing', o sing nicht mehr,
Sonst schwinden mir die Sinne!
(S. 309)
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195.
Ewige Treue

'S waren nicht ihrer Aeuglein Strahlen,
Die mir geschaffen des Busens Qualen:
Blicke waren's voll himmlischer Güte,
Wenn im Lächeln die Wang' ihr glühte.

Bitteres Loos hat mich betroffen,
Und ich fürchte, ich darf nicht hoffen:
Aber auch unter der Trennung Schmerzen
Bleibet sie Königin mir im Herzen.

Dich, o Mary, hab' ich erkoren,
Und Du hast mir Treue geschworen;
Sähe man Engel, wie du bist, wanken:
Wiche die Sonn' aus ihren Schranken!
(S. 310)
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197.
Sie ist es nicht

O das ist nicht mein Liebchen;
Zwar fein und wie gemalt,
Doch meines nicht, dem Liebe,
Dem Lieb' im Auge strahlt!

Der Mund ist rund, die Taille gut,
Der zarte Teint wie Milch und Blut;
Doch Anmuth fehlt und jene Glut,
Die ihr im Auge strahlt.

Und blühend ist sie, schlank und zart,
Ein Mädchen von der schönsten Art:
Doch Schönheit sei mit dem gepaart,
Was ihr im Auge strahlt!

Ein Dieb ist Jean, das Liebchen mein,
Sie stahl sich in mein Herz hinein
Durch jener Sanftmuth Himmelsschein,
Der ihr vom Auge strahlt.

Der eitle Geck, der stolze Wicht
Bemerken solche Reize nicht;
Mich aber labt das milde Licht,
Das ist im Auge strahlt.

O das ist nicht mein Liebchen;
Zwar fein und wie gemalt,
Doch meines nicht, dem Liebe,
Dem Lieb' im Auge strahlt!
(S. 312-313)
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198.
Unglückliche Liebe

Der Lenz macht wieder grün den Hain,
Streut Blumen auf die Wiesen;
Die Aehre wogt im Abendschein,
Und Klee und Veilchen sprießen.
Doch während rings in der Natur
Sich Alles freudig regt,
Warum, ach! bin allein ich nur
Von Gram und Leid bewegt?

Ein Silberpfeilchen buntgeschäckt
Schwippt munter die Forelle;
Wie neckt sie, unter'm Strauch versteckt,
Den Angler an der Quelle!
Ich war ein fröhlicher Gesell,
Das Fischlein in der Flut:
Doch meines Lebens frischer Quell
Versiegt' in Liebesglut.

Des Blümchens Loos, das dort im Thal
Den rohen Felsen schmücket,
Deß zarten Busen kaum einmal
Ein frecher Hänfling drücket:
Das meine war's, bis Liebe kam
Und meine Blüthe stahl,
Zufriedenheit und Glück mir nahm
Und Leiden gab und Qual.

So wie die Lerche, früh erwacht,
Ihr trillernd Liedchen singet,
Und auf zu rosiger Morgenpracht
Bethauten Fittig schwinget:
So sorgenlos war ich, so frei
Von jedem Weh und Leid,
Eh mich der Liebe Zauberei
Der Sorge Dienst geweiht.

O wär' ich doch in Grönlands Schnee,
In Asiens Glut geboren,
Da hätt' ich nicht, zu meinem Weh,
Das Herz an sie verloren!
Wo ist die Zunge, die die Qual
Des Hoffnungslosen nennt,
Den ewig von der Freude Strahl
Die Nacht des Kummers trennt?
(S. 314-315)
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199.
O wärst du bei mir!

Ich wandle traurig und allein,
Weit, weit von dir durch Flur und Hain,
Weit, weit von dir in Liebespein,
Durch wilder Sorgen Schwarm, Lieb!

O wärst du, Traute, bei mir!
Ja, bei, bei, bei mir!
Und ruhtest liebend, treu mir,
Und selig mir im Arm, Lieb!

Ringsum des Winters graues Licht,
Das meine Hoffnung Knospen bricht;
Und Haus und Heimath hab' ich nicht,
Und bin an Freuden arm, Lieb!

Du bist allein noch meine Lust,
Und ewig schlägt die treue Brust,
Des Kaltsinns nimmer sich bewußt,
Für dich - für dich nur warm, Lieb!

Obwohl die Stunden träge gehn:
Doch werden wir uns wiedersehn,
In Freuden wandeln sich die Weh'n,
In Wonnen Leid und Harm, Lieb!

O wärst du, Traute, bei mir!
Ja, bei, bei, bei mir!
Und lägest liebend, treu mir,
Und selig mir im Arm, Lieb!
(S. 316-317)
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Aus: Robert Burns' Gedichte
deutsch von W. Gerhard
Mit des Dichters Leben und erläuternden Bemerkungen
Leipzig 1840




 

 


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