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Thomas Moore
(1779-1852)
(In der Übersetzung von
Ferdinand Freiligrath 1810-1876)
When first that
smile
Bei deines
Lächelns erstem Sonnenschein
Welch ein Gesicht hab' ich gesehen!
Jahre der Liebe, Jahre, still und rein,
Ließ dieses Lächeln mir vorübergehen!
O Gott, kein Landmann wohl, der träumend Ernten sah
Und goldne Frucht mit süßerm Hoffen,
Als ich die Flamme dieser Augen, da
Süß lächelnd mich ihr Strahl getroffen!
Wo nun die
Stunden, die er mir versprach?
Des Weibes Treue gleicht der Träne,
Die bald versiegt; sie dauert einen Tag;
Sie schwindet wie des Weibes Schöne!
Kurz wie des Persers Flehn, wenn er am Abend fleht,
O Lieb! sei dein Flehen immer!
Schnell vor der Schönheit stammle dein Gebet -
Eh' du's gestammelt, flieht ihr Schimmer!
(S. 335-336)
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When trough the
Piazzetta
Wenn durch die
Piazzetta
Die Abendluft weht,
Dann weißt du, Ninetta,
Wer wartend hier steht.
Du weißt, wer trotz Schleier
Und Maske dich kennt,
Wie Amor die Venus
Am Nachtfirmament.
Ein Schifferkleid
trag' ich
Zur selbigen Zeit,
Und zitternd dir sag' ich:
"Das Boot liegt bereit!
O, komm! Jetzt, wo Lunen
Noch Wolken umziehn,
Laß durch die Lagunen,
Mein Leben, uns fliehn!"
(S. 337-338)
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Farewell,
Theresa
Leb' wohl,
Therese! Die Wolke drüben,
Die finster über den Mond sich zieht,
Sie wird des Lächelnden Licht noch trüben,
Wenn übers Meer schon dein Buhle flieht!
Wie diese Wolke,
so hab' ich lange
Beschattet dein Herz, verdürstert dein Tun!
Ich fand dich lächelnd, mit frischer Wange!
Wie warst du glücklich - o Gott, und nun?
Doch hier befrei'
ich dich, süßes Wesen!
Wie aus schweren Träumen erwachst du wohl;
Da! - sieh auch den Mond seinen Zauber lösen!
Die Wolke verzieht - Therese, leb' wohl!
(S. 339)
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How oft, when
watching stars
Wie manchmal,
wenn des Mondes Strahl
Die Berge zitternd küßt ringsum,
Zu lauschen einer Flöt' im Tal,
Lehn' ich am Erker stumm!
"O komm, mein Lieb!" sagt leise flehend jeder Ton.
"O komm, mein Lieb! Die Nacht ist bald entflohn!"
Nein, keiner Rede Kraft,
Wie warm, wie feurig auch,
Malt glühend so die Leidenschaft,
Wie dieser Töne Hauch!
Dann - wahrlich
nicht von ungefähr! -
Ergreif' auch ich die Laute - wohl
Ist andern fremd ihr Klang, doch er
Kennt ihre Sprache wohl!
"Ich komme, Lieb!" sagt leis verheißend jeder Ton;
"Ich komme! Dein, dein, bis die Nacht entflohn!"
O, schwach das mächt'ge Wort,
Und matt der Farben Licht
Bei dem, was zitternd mein Akkord
Alsdann ihm malt und spricht!
(S. 339-340)
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When the first
summer bee
Bald, wenn die
Biene hier
Summt um die Rose,
Dann, grad' wie die Lose,
Komm' ich zu dir!
Sie Blumen, ich Lippen, süß, duftend und glüh -
Welch Finden, welch Finden für mich und für sie!
Dann jedes Beetes
Zier
Naht sie mit neuer
Begierde - doch treuer
Bleib' ich bei dir;
Sie sammelt bei Tausenden Süßigkeit sich,
Doch Tausender Süße in einer find' ich.
(S. 340)
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Will you come
to the bower?
Willst kommen zur
Laube, so schattig und kühl?
Da dienen uns Rosen voll Taues zum Pfühl.
Willst du, willst du, willst du, willst du
Kommen, mein Lieb?
Du ruhst du auf
Rosen wohl unter dem Strauch,
Errötend die Wänglein, doch Lächeln im Aug'.
Willst du, willst du, willst du, willst du
Lächeln, mein Lieb?
Doch röter als
Rosen, mein Lieb, ist dein Mund,
Und süßer als Tau ist dein Küssen zur Stund'.
Willst du, willst du, willst du, willst du
Küssen, mein Lieb?
Und, o, dann der
Freuden, die süßer fürwahr
Als Tau und als Rosen und Küsse sogar!
Willst du, willst du, willst du, willst du
Willst nicht, mein Lieb?
(S. 343-344)
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Aus: Gedichte
von Ferdinand Freiligrath
Wohlfeile Ausgabe Fünfte Auflage
Stuttgart Cotta'scher Verlag 1863
(darin auch Übersetzungen)
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