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Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)
Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne
O wärst du da!
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Gefunden
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ichs
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
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Ja, die Augen warens, ja,
der Mund,
Die mir blickten, die mich küßten.
Hüfte schmal, der Leib so rund,
Wie zu Paradieses Lüsten.
War sie da? Wo ist sie hin?
Ja! sie wars, sie hats gegeben,
Hat gegeben sich im Fliehn
Und gefesselt all mein Leben.
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Mignon
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
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Versunken
Voll Locken kraus ein Haupt so rund! -
Und darf ich dann in solchen reichen Haaren
Mit vollen Händen hin und wider fahren,
Da fühl ich mich von Herzensgrund gesund.
Und küß ich Stirne, Bogen, Auge, Mund,
Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm, wo sollt er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,
Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,
So zart zum Scherz, so liebeviel!
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren.
So hast du, Hafis, auch getan,
Wir fangen es von vornen an.
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Mailied
Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch,
Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd, o Sonne!
O Glück, o Lust!
O Lieb, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!
Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.
O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!
So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,
Wie ich dich liebe
Mit warmen Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut
Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!
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Alle
Liebesgedichte von
Johann Wolfgang von Goethe
(Anfangszeilen Buchstabe A-K)
Alle
Liebesgedichte
von Johann Wolfgang von Goethe
(Anfangszeilen Buchstabe L-Z)
Gedichte aus: Johann Wolfgang von Goethe
Goethes Gedichte in zeitlicher Folge. Insel Verlag.
Herausgegeben von Heinz Nicolai. 7.Auflage 1990
Biographie:
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), Dichter, Kritiker und
Naturforscher. Goethe ist die bis heute bedeutendste Gestalt der deutschen
Literatur, die nicht nur innerhalb ihrer Epoche von großem Einfluss war
und ihr den Namen gab (Goethezeit), sondern darüber hinaus für folgende
Generationen zum Inbegriff deutscher Geistigkeit wurde. Mit der Tragödie
Faust schuf Goethe das zentrale Werk der nationalen Dichtung und ein
Menschheitsdrama von zeitloser Gültigkeit und weltliterarischem Rang.
Jugend und Studienjahre (1749-1771)
Goethe wurde am 28. August 1749 als Sohn des Juristen und
Stadtschultheißen Johann Caspar Goethe (1710-1782) und seiner Frau
Katharina Elisabeth (geb. Textor, 1731-1808) in Frankfurt am Main geboren.
Der Vater entstammte thüringischen Handwerkerkreisen, die Mutter einer
rheinfränkischen, seit mehreren Generationen in Frankfurt ansässigen
Beamtenfamilie. Von den fünf Geschwistern überlebte nur Cornelia
(1750-1777), mit der er in einem engen Verhältnis stand, das Kindesalter.
Goethe wuchs in einem vermögenden und kultivierten Elternhaus auf und
erhielt Privatunterricht von Hauslehrern. In seiner Jugend, die er später
eindringlich in der Autobiographie Dichtung und Wahrheit schilderte, wurde
er Augenzeuge bedeutender historischer Ereignisse, wie der Unruhen des
Siebenjährigen Krieges (Besetzung der Stadt 1759) und der
Krönungsfeierlichkeiten für Joseph. II. (1764). Bereits in frühen Jahren
traten die intellektuellen, dichterischen und schauspielerischen
Begabungen Goethes hervor, der jedoch auf Wunsch des Vaters die
juristische Laufbahn einschlug und 1765 bis 1768 in Leipzig
Rechtswissenschaften studierte. In philosophischen und
literaturgeschichtlichen Vorlesungen (u. a. bei Christian Fürchtegott
Gellert und Johann Christoph Gottsched) kam er außerdem mit Gedankengut
und Poetik der Aufklärung und Empfindsamkeit (Lessing, Klopstock) in
Berührung und nahm Unterricht bei Adam Friedrich Oeser, dem Leiter der
örtlichen Zeichenakademie und Freund Johann Joachim Winckelmanns.
Die Leipziger Studienjahre, in die seine erste wichtige erotische
Begegnung (mit Käthchen Schönkopf, der Tochter seiner Wirtsleute) und die
Entstehung mehrerer Gedichte (Annette-Lieder, 1767) sowie des
Schäferspiels Die Laune des Verliebten (1767-1768, gedruckt 1806) fielen,
endeten mit einer lebensbedrohlichen Krankheit, die die Rückkehr ins
Elternhaus erzwang. Während seiner durch Rückfälle verzögerten Genesung
geriet Goethe unter den Einfluss der Stiftsdame Susanna Katharina von
Klettenberg, einer Freundin seiner Mutter, die ihn zur Beschäftigung mit
dem Pietismus anregte. In dieser von religiös-mystischer Lektüre
(Paracelsus u. a.) dominierten Phase betrieb er auch alchimistische
Experimente und porträtierte seine Mentorin später einfühlsam im sechsten
Kapitel des Bildungsromans Wilhelm Meisters Lehrjahre (Bekenntnisse einer
schönen Seele). 1770 erschienen seine ersten Gedichte in Buchform (vertont
von Bernhard Christoph Breitkopf, unter dem Titel Neue Lieder).
Im selben Jahr übersiedelte er nach Straßburg, wo er seine juristischen
Studien wieder aufnahm und 1771 zum Lizenziaten der Rechte promovierte.
Während des Straßburger Aufenthaltes wurde er mit Johann Gottfried von
Herder, Johann Heinrich Jung-Stilling und Jakob Michael Reinhold Lenz
bekannt und beschäftigte sich mit den Schriften Jean-Jacques Rousseaus
sowie den Dichtungen Homers, Pindars, Shakespeares und Ossians. Bedeutend
wurde neben den persönlichen Beziehungen zu Vertretern des Sturm und Drang
die Begegnung mit der gotischen Architektur, unter deren Eindruck die
programmatische Schrift Von deutscher Baukunst (1772 Einzeldruck, 1773 in
Herders Sammlung Von Deutscher Art und Kunst) entstand. Starken Nachhall
in der Lyrik dieser Periode fand das Liebesverhältnis mit der
Pfarrerstochter Friederike Brion, der er zahlreiche Lieder widmete
(„Mailied", „Willkommen und Abschied", „Heidenröslein").
Die Geniezeit: Sturm und Drang (1771-1775)
Im August 1771 eröffnete Goethe eine Kanzlei in Frankfurt, beschränkte
jedoch bewusst seine juristischen Geschäfte, um Zeit für die Vollendung
der in Straßburg begonnenen dichterischen Versuche zu gewinnen, darunter
die Urfassung des Götz-Dramas (Geschichte Gottfriedens von Berlichingen
mit der eisernen Hand, gedruckt 1832). 1772 begann seine eigentliche
schriftstellerische Laufbahn als Rezensent der Frankfurter Gelehrten
Anzeigen, des bedeutendsten publizistischen Organs des Sturm und Drang. Im
Sommer desselben Jahres ging er zum Abschluss der juristischen Ausbildung
als Referendar an das Reichskammergericht in Wetzlar, wo die unerfüllte
Liebe zu Charlotte Buff, der Braut eines Juristenkollegen, ihn zu seinem
ersten Roman anregte. Die Leiden des jungen Werthers (1774, Neufassung
1787) stand in der Tradition des sentimentalen, von Naturschwärmerei und
Liebessehnsucht geprägten englischen Romans der Epoche und begründete mit
einem Schlag Goethes literarischen Ruhm. Neben diesem Sensationserfolg
entstanden Hymnendichtungen in freien Rhythmen („Wanderers Sturmlied",
„Prometheus", „Ganymed", „An Schwager Kronos") und Entwürfe zu den Dramen
Faust (Urfaust), Mahomet und Prometheus, Clavigo und Egmont. Wie viele
seiner geniebegeisterten Weggefährten orientierte sich Goethe in seiner
dramatischen Produktion an den Werken Shakespeares, dem er die (erst 1854
gedruckte) Rede Zum Schäkespears Tag widmete.
Auf verschiedenen Reisen trat Goethe mit prominenten Zeitgenossen wie
Johann Caspar Lavater, Wilhelm Heinse und den Brüdern Jacobi in Verbindung
und gewann in Maximiliane, der Tochter der Schriftstellerin Sophie von La
Roche und späteren Mutter von Bettina und Clemens Brentano, eine neue
Vertraute. Problematisch verlief seine Liebesbeziehung zu der Offenbacher
Bankierstochter Lili Schönemann. Er suchte der bedrängenden Situation auf
einer Reise in die Schweiz zu entfliehen und löste 1775 schließlich die im
Vorjahr eingegangene Verlobung. Das erotische Erlebnis fand erneut ein
vielfältiges Echo im dichterischen Werk („Neue Liebe, neues Leben", „An
Belinden", „Wonne der Wehmut", „Lilis Park", „Auf dem See",
„Herbstgefühl").
Das erste Weimarer Jahrzehnt (1775-1786)
1775 übersiedelte Goethe auf Einladung des jungen Herzogs Karl August nach
Weimar. Die sächsische Residenzstadt genoss damals bereits einen Ruf als
„Musenhof", an dem die Herzogin Anna Amalia bedeutende Persönlichkeiten
des deutschen Geisteslebens vereint hatte, darunter Christoph Martin
Wieland als Erzieher ihres Sohnes. Ferner wirkten dort die Schriftsteller
Karl Ludwig von Knebel, Johann Christian Bertuch und Johann Karl August
Musäus sowie die Komponisten Friedrich Hildebrand von Einsiedel und Karl
Siegmund Freiherr von Seckendorff. In literarischen Gesprächsrunden,
musikalischen Zirkeln und dergleichen bot sich dort ein Begegnungsfeld des
aufgeklärten Adels mit dem gebildeten Bürgertum, das in dieser Art
einmalig in Deutschland war. Nach der Ankunft Goethes, der rasch zum hohen
Staatsbeamten aufrückte (1776 Geheimer Legationsrat, 1779 Geheimer Rat,
1782 Leiter der Finanzkammer), sollte sich die
künstlerisch-wissenschaftliche Geselligkeit der Stadt umso reicher
entfalten. Das 1782 bezogene Haus am Frauenplan wurde zu einem
Anziehungspunkt auch für eine lange Reihe teils prominenter auswärtiger
Besucher.
Goethes nach anfänglichen Vorbehalten gefasster Entschluss, in Weimar zu
bleiben, wurde nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft mit Charlotte von
Stein gefördert, die ihm in den folgenden Jahrzehnten eine enge Vertraute
wurde und oftmals in dienstlichen Angelegenheiten zwischen ihm und dem
Herzog vermittelte. Der Kreis seiner Pflichten mehrte sich beständig, so
übernahm er u. a. die Oberaufsicht über den Ilmenauer Bergbau, der sein
Interesse an mineralogischen und anderen naturwissenschaftlichen Studien
wieder aufleben ließ (Versuch, die Metamorphose der Pflanzen zu erklären,
1790). Während sein Schauspiel Stella (1776), das seine Beziehung zu Lili
Schönemann literarisch reflektierte, noch deutlich von der Poetik des
Sturm und Drang geprägt war, wurde allmählich das klassische Stilideal zum
beherrschenden Prinzip seiner Dichtung. Nicht zuletzt unter dem Einfluss
der entsagungsvollen Liebe zu Charlotte von Stein und des lange
betrauerten Todes der Schwester Cornelia (1777) löste sich Goethe vom
rigorosen Subjektivismus seiner Jugend und setzte an seine Stelle das Ziel
einer gemeinschaftsdienlichen Humanität. In Aussage und Form wurde dies
erstmals in seinem Drama Iphigenie auf Tauris (Prosafassung 1779,
Neufassung in Blankversen 1787), einer Bearbeitung des antiken
Tantalidenmythos, deutlich. Im Zentrum seiner dramatischen Dichtung stand
der Konflikt von individueller Daseinsgestaltung und geschichtlicher
Notwendigkeit (Egmont, 1788) sowie die problematische Existenz des
Künstlers in der sozialen Hierarchie (Torquato Tasso, vollendet 1789). In
der Abgeschiedenheit des bis 1782 bewohnten Gartenhauses, auf Wanderungen
und häufigen Dienstreisen mit dem Herzog (u. a. 1778 nach Berlin)
entstanden zahlreiche Gedichte, vornehmlich Naturlyrik, darunter
„Harzreise im Winter", „Wanderers Nachtlied", „Ilmenau" und sein wohl
bekanntestes Gedicht „Über allen Gipfeln ist Ruh" sowie verschiedene
Balladen („Erlkönig"). Außerdem trieb Goethe die Arbeit am Faust und an
Wilhelm Meisters theatralischer Sendung (begonnen 1777, vollendet 1785)
voran.
Italienische Reise und Rückkehr nach Weimar (1786-1793)
Im Herbst 1786 brach Goethe, der die Last der dienstlichen und höfischen
Verpflichtungen trotz fruchtbarer persönlicher Beziehungen (u. a. zu
Herder und Knebel, mit dem er botanische Studien trieb) immer drückender
empfand, zu einer Bildungs- und Erholungsreise nach Italien auf. Die
Umstände dieser ersten italienischen Reise (1786-1788) sind ausführlich in
den für Charlotte von Stein geführten Tagebüchern dokumentiert, die ihm
drei Jahrzehnte später als Quelle seiner autobiographischen Schrift Die
Italienische Reise (1816/17) dienten. Der Weg des Dichters, der inkognito
als „Maler Möller" reiste, führte zunächst über den Gardasee (Torbole,
Malcesine) und Verona nach Vicenza, wo er die Bauten Andrea Palladios
bewunderte. Nach kurzen Aufenthalten in Padua, Venedig, Bologna und
Florenz erreichte er im Oktober Rom, sein eigentliches Ziel. Er nahm dort
Quartier bei dem ihm bekannten Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein,
der mit Goethe in der Campagna (1786-1788, Städelsches Kunstinstitut,
Frankfurt) eines seiner berühmtesten Porträts schuf, und knüpfte
Beziehungen zu zahlreichen deutschen Künstlern, wie dem Dichter Karl
Philipp Moritz und dem Landschaftsmaler Philipp Hackert. Eine enge
Freundschaft verband ihn auch mit der Malerin Angelica Kauffmann.
Während des gesamten Italienaufenthaltes, den er hauptsächlich in Rom
verbrachte, war Goethe neben seinen literarischen Projekten (Egmont,
Tasso, Faust, Iphigenie) mit Studien der antiken Bildhauerkunst und der
Vervollkommnung seiner zeichnerischen Fähigkeiten beschäftigt. Das
südliche Klima, die reichen Kunstschätze und das freie Ausleben seiner
künstlerischen Neigungen ließen Goethe diese Reise als „Wiedergeburt" und
„sonderbare Hauptepoche" seines Lebens erfahren. Unmittelbare literarische
Frucht trug sie in den 1788 bis 1790 entstandenen Römischen Elegien
(gedruckt 1795), einer geistreichen Auseinandersetzung mit der antiken
Liebesdichtung (Tibull, Properz und Catull) und einer Abhandlung über den
Römischen Carneval (1788).
Nach seiner Rückkehr nach Weimar im Juni 1788 übernahm Goethe die Leitung
des „Freien Zeichen-Institutes", wurde aber ansonsten – abgesehen von der
Direktion der Ilmenauer Bergwerke – auf eigenen Wunsch von allen anderen
Ämtern entbunden (ab 1791 Oberdirektion des Hoftheaters). Kurz darauf
lernte er seine künftige Lebensgefährtin Christiane Vulpius (1765-1816)
kennen. Die Verbindung mit der in ärmlichen Verhältnissen lebenden
Vollwaisen stieß in der standesbewussten Hofgesellschaft auf Ablehnung und
trübte vorübergehend das Verhältnis zu Charlotte von Stein. Im selben Jahr
kam es in Rudolstadt zur ersten Begegnung mit Friedrich von Schiller, dem
Goethe eine Professur in Jena vermittelte, ansonsten aber reserviert
gegenübertrat. 1790 veröffentlichte er die abgeschlossene Erstfassung des
Faust (Faust. Ein Fragment) und reiste erneut nach Italien, um die
Herzoginmutter Anna Amalia von dort nach Weimar zurückzubegleiten. Diese
zweite Italienreise (Bozen, Verona, Venedig) stand im Zeichen ausgiebiger
Kunst- und Naturstudien und war belastet von der zeitweiligen Trennung von
Christiane und dem im Vorjahr geborenen Sohn August. Die Anna Amalia
gewidmeten Venetianischen Epigramme (1795 in Schillers Zeitschrift Die
Horen) ließen zudem ein deutlich skeptischeres Italienbild aufscheinen. In
diesen Epigrammen beschäftigte sich Goethe u. a. mit dem Zeithintergrund
der Französischen Revolution (1789), der er zutiefst ablehnend
gegenüberstand. 1792 erlebte er als Begleiter Karl Augusts den 1.
Koalitionskrieg (1792-1797) der Österreicher und Preußen gegen die
Franzosen und wurde Augenzeuge der Kanonade von Valmy. Die Ereignisse
schilderte er später aus der Distanz von drei Jahrzehnten in Die Campagne
in Frankreich 1792. Goethe war nach eigener Aussage bewusst, dass hier
„eine neue Epoche der Weltgeschichte" anbrach, mit der er sich auch in
dramatischer Form kritisch auseinander setzte, wie in Der Bürgergeneral
(1793) und dem – auf die Person Cagliostros bezogenen – Schauspiel Der
Groß-Kophta (1792). In dem Versepos Reinecke Fuchs (1794) wandelte Goethe
die implizite Feudalismuskritik der Vorlagen (niederdeutscher Text aus dem
Jahr 1498 und Gottscheds Prosaübertragung) in eine zeitlose Satire über
menschliche Schwächen um. Ende 1793 begann eine fünf Jahre andauernde
Phase intensiver Homer-Studien, während der er Teile der Ilias und Odyssee
übersetzte.
Das Jahrzehnt mit Schiller (1794-1805)
Mitte 1794 gewann Schiller Goethe als Mitarbeiter für die geplante
Zeitschrift Die Horen. Mit einer schriftlichen Anfrage in dieser Sache
setzte der schließlich über ein Jahrzehnt geführte Briefwechsel ein. Die
entscheidende Begegnung vollzog sich im Anschluss an eine Tagung der
Jenaer „Naturforschenden Gesellschaft" am 20. Juli. Schiller war fortan
ein häufiger Gast in Goethes Haus und übersiedelte 1799 ganz nach Weimar.
Das gemeinsame Wirken erstreckte sich künftig auf gegenseitige Beratung
bei programmatischen Schriften, wie Schillers Brieffolge Über die
ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts, und literarischen
Projekten, wie Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96). Goethe
wurde zudem regelmäßiger Beiträger der Horen, und er wurde von Schiller
zur Vollendung des ersten Teils des Faust gedrängt. Die Horen ernteten ein
spöttisches Echo der literarischen Kritik, die ebendort in dem Aufsatz
Literarischer Sansculottismus mit scharfer Polemik bedacht worden war.
Herausgeber und Autor antworteten mit den gemeinsam verfassten Xenien
(Spottverse), die auszugsweise 1796 in Schillers Musenalmanach für das
Jahr 1797 erschienen und erneut einen Eklat provozierten. In beständigem
Austausch mit Schiller entstand Goethes Hexameterepos Hermann und Dorothea
(1797), in dem er die Welt des zeitgenössischen Bürgertums im Rückgriff
auf antike Muster (Homer) darstellte.
In der Zusammenarbeit der beiden Dichter entwickelte sich der an Antike
und Renaissance orientierte Stil der „Weimarer Klassik", wobei Goethe die
Objektivität der wissenschaftlichen Naturbetrachtung einbrachte, Schiller
dagegen die kritische Sittlichkeitslehre Kants. Ausführlich befassten sich
beide mit der Theorie der literarischen Gattungen (Über epische und
dramatische Dichtung. Von Goethe und Schiller, 1797), u. a. mit der
Ballade. Der Musenalmanach für das Jahr 1798 enthielt neben Schillers (von
Goethe angeregter) Ballade „Die Kraniche des Ibykus" fünf weitere von
Goethe: „Der Schatzgräber", „Legende", „Die Braut von Korinth", „Der Gott
und die Bajadere" und „Der Zauberlehrling". Anlässlich einer Schweizreise
(1797) erweckte der später von Schiller dramatisierte Tell-Stoff Goethes
Interesse, und ab 1798 erschien seine Kunstzeitschrift Propyläen, unter
der Mitarbeit von Schiller und Wilhelm von Humboldt. Dort wie auch in
seinem Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre folgte Goethe dem Ideal
klassischer Humanität, in dem er mit Schiller weitgehend übereinstimmte.
Trotz des intensiver werdenden Gedankenaustausches mit dem Kreis der
Jenaer Romantiker blieb Schiller die wichtigste Bezugsperson, und sein Tod
im Mai 1805 bedeutete eine schmerzliche Zäsur im Leben Goethes. Der
umfangreiche Briefwechsel der beiden Weggenossen bezeugt die Intensität
der geistigen Beziehung und des freundschaftlichen Verhältnisses und zählt
zu den eindrucksvollsten Zeugnissen dieser Art in der deutschen Literatur.
Im Epilog zu Schillers Glocke (1805) setzte Goethe dem Verstorbenen ein
einfühlsames literarisches Denkmal.
Die Auseinandersetzung mit der Romantik (1806-1814)
In den kommenden Jahren standen Karl Ludwig von Knebel und der Komponist
Carl Friedrich Zelter Goethe persönlich nahe, zum wichtigsten geistigen
Weggefährten wurde Wilhelm von Humboldt. Seine Haltung zu den Romantikern,
wie den Brüdern August Wilhelm und Friedrich von Schlegel, blieb –
ungeachtet seiner Parteinahme für den in Jena lehrenden Philosophen Johann
Gottlieb Fichte im so genannten Atheismus-Streit – zwiespältig. Einerseits
ließ er sich von Achim von Arnim und Clemens Brentano, den Herausgebern
der (Goethe gewidmeten) Sammlung Des Knaben Wunderhorn (1806-1808) zur
Beschäftigung mit der Volkspoesie und dem deutschen Mittelalter anregen,
andererseits erschienen ihm manche romantische Tendenzen als reine
„Narrenpossen". Während er in seiner Schrift Winckelmann und sein
Jahrhundert (1805) noch unentschieden zwischen einem normativen
Klassizismus und romantischen Sichtweisen schwankte, versah er den 1812
vollendeten Aufsatz Letzte Kunstausstellung 1805 mit deutlichen
Seitenhieben auf die Romantiker.
Diese wiederum zählten anfänglich zu den nachhaltigsten Verfechtern
Goethes. Vor allem der Wilhelm Meister galt ihnen als Vollendung
romantischer Dichtkunst und Lebensauffassung. Im Lauf der Zeit traten
indessen die unterschiedlichen Standpunkte und der Generationsunterschied
stärker zutage und führten schließlich zum Bruch. Zur glühenden Verehrerin
Goethes wurde dagegen Bettina Brentano, die spätere Gattin Achims von
Arnim, die 1807 erstmals mit ihm in Verbindung trat. Romantische Züge trug
der in Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften (1809) gestaltete Konflikt
von individuellem Lebensplan und sozialer Existenz sowie die dort
vollzogene Problematisierung der bürgerlichen Ehe. Vorbild für die Gestalt
der Ottilie war die junge Wilhelmine Herzlieb, die Pflegetochter des
Jenaer Verlegers Frommann, zu der der Endfünfziger eine heftige Neigung
fasste. 1806 hatte er seine langjährige Lebensgefährtin Christiane
geheiratet (nachdem sie sein Leben und Gut vor marodierenden französischen
Soldaten gerettet hatte).
1808 traf Goethe auf dem Erfurter Fürstenkongress mit der bedeutendsten
zeitgenössischen Herrschergestalt, Napoleon I., zusammen. Im selben Jahr
erschien der erste Teil des Faust (Faust: Eine Tragödie), 1811 der erste
Band seiner Autobiographie Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit
(weitere Teile 1812, 1814, 1831 und postum 1833), die die Jahre 1749 bis
1775 umfasste. Weitere Betätigungsfelder dieser Lebensphase waren Studien
zur Farbenlehre und zur Kunst des Mittelalters, angeregt durch die
Heidelberger Sammlungen der Brüder Boisserée. Regelmäßige Kuraufenthalte
führten ihn nach Karlsbad und in andere böhmische Bäder, wo er neben der
dichterischen Arbeit mineralogische Untersuchungen betrieb und
gesellschaftliche Kontakte pflegte. 1812 kam es in Karlsbad zur
persönlichen Begegnung mit Ludwig van Beethoven, der außer Vertonungen von
Gedichten Goethes eine Ouvertüre zu Egmont komponiert hatte. 1813 starb
die neben Goethe und Schiller wirkungsmächtigste Gestalt des Weimarer
Geisteslebens, der Dichter Christoph Martin Wieland, dem Goethe einen
respektvollen Nachruf widmete (Zum brüderlichen Andenken Wielands).
Die letzten Lebensjahrzehnte (1815-1832)
Von Mai bis Oktober 1815 unternahm Goethe eine ausgedehnte Reise durch das
Rhein-, Main- und Neckargebiet, auf der er mit zahlreichen
Persönlichkeiten des politischen und geistigen Lebens Bekanntschaft
schloss (Freiherr vom Stein, Joseph von Görres, Wilhelm und Jakob Grimm,
Johann Peter Hebel u. a.). Zum zentralen Ereignis wurde jedoch die
Begegnung mit Marianne von Willemer, der Tochter eines Frankfurter
Bankiers, die Goethes spontane Neigung leidenschaftlich erwiderte. Diese
Liebe fand literarischen Niederschlag im Buch Suleika des West-östlichen
Divan (1819, erweiterte Ausgabe 1827). Mehrere Gedichte stammen von
Marianne und wurden von Goethe mit geringfügigen Änderungen übernommen.
Die letzte Liebe des alternden Dichters galt der neunzehnjährigen Ulrike
von Levetzow, die er 1823 in Marienbad kennen lernte („Marienbader
Elegie", 1827). Andere Meisterwerke seiner späten Lyrik waren die
philosophischen Gedichte „Urworte. Orphisch" (1820), die „Paria-Trilogie"
(1824) und die „Zahmen Xenien" (1827).
Mit fortschreitendem Alter zog sich Goethe vom literarischen Betrieb und
vom Weimarer Gesellschaftsleben zurück (1827 Niederlegung der
Hoftheaterleitung), widmete sich seiner umfangreichen naturkundlichen
Sammlung und brachte eine Werkausgabe „letzter Hand" auf den Weg, die 1827
bis 1830 bei Cotta erschien. Das ausgehandelte Honorar, 60 000 Taler,
belegte Goethes Ausnahmestellung in der zeitgenössischen Literatur (und
darüber hinaus seinen Geschäftssinn). Außer verschiedenen
autobiographischen Schriften und der 1828 verfassten Novelle standen
Erzählprosa und Drama im Zeichen langfristiger Projekte. Der (gemäß seiner
Weisung erst 1832 postum veröffentlichte) zweite Teil des Faust und die
Fortsetzung des Wilhelm-Meister-Komplexes mit den Wanderjahren (begonnen
1807, erschienen 1821-1829) haben die offene Form sowie die Ereignis-,
Stoff- und Motivfülle gemeinsam. Der Untertitel der Wanderjahre, Die
Entsagenden, weist auf einen zentralen Gedanken beider Werke hin: die
freiwillige Selbstbeschränkung des Individuums in der praktischen
Tätigkeit für das Gemeinwesen.
Wichtige Begleiter der letzten Lebensjahre (Christiane starb 1816, August
1830) wurden neben der Schwiegertochter Ottilie seine Sekretäre Friedrich
Wilhelm Riemer und Johann Peter Eckermann, der später seine Gespräche mit
Goethe in den letzten Jahren seines Lebens (1837-1848) herausgab. Zu den
letzten Schriften gehören die Aufsätze Landschaftliche Malerei und Noch
ein Wort für junge Dichter mit einer retrospektiven Selbsteinschätzung
Goethes. Der letzte, wenige Tage vor seinem Tod diktierte Brief war an
Wilhelm von Humboldt gerichtet und betraf mit dem Faust das literarische
Thema, das ihn sein Leben lang fesselte. Goethe starb am 22. März 1832 in
seinem Haus am Frauenplan und wurde an der Seite Schillers in der Weimarer
Fürstengruft beigesetzt.
Werke
Kein anderer deutscher Dichter hat ein so breit gefächertes Lebenswerk
geschaffen wie Goethe, der außer dem poetischen auch ein umfangreiches
kritisches und naturwissenschaftliches Schrifttum hinterließ. Nimmt man
sein Zeichentalent und die vielfältigen Aufgaben am Weimarer Hof hinzu, so
formen sich die Konturen eines universell tätigen Geistes, der das
epochentypische Ideal des „Originalgenies" erfüllte. Goethe sah sich
selbst als schöpferischen „Dilettanten", der zeitlebens auf der Suche nach
adäquaten Ausdrucksformen war. Als Lyriker, Dramatiker, Epiker und
Theoretiker durchlief er zeit- und lebensaltersbedingte
Entwicklungsphasen, von denen die „klassische" die bedeutendste wurde. Der
Entstehungsprozess des als Plan schon früh lebendigen und erst im Alter
abgeschlossenen Faust spiegelt gleichsam die Konstanten und Metamorphosen
seiner Dichterexistenz.
Lyrik
Goethe empfand nach eigenem Bekunden (in Dichtung und Wahrheit) sein Werk
als „Bruchstücke einer großen Konfession", in der jede persönliche
Erfahrung „in ein Bild, ein Gedicht" verwandelt sei. Damit kam der Lyrik
als unmittelbarster poetischer Ausdrucksform eine bevorzugte Rolle zu. Vor
der ersten repräsentativen Auswahl im achten Band seiner 1787 bis 1790
erschienenen Schriften waren die Gedichte, bis auf die von Breitkopf
vertonten Lieder (1770), fast ausschließlich der begrenzten Öffentlichkeit
des Freundeskreises bekannt. Ein vollständiges Bild erschloss sich erst
nach der Verfügbarkeit des handschriftlichen Nachlasses im Jahr 1885.
Während seine Lyrik hinsichtlich der äußeren Form einem steten Wandel
unterlag, weisen bereits die frühen Beispiele der Geniezeit das
charakteristische thematische Spektrum (Natur, Liebe, Kunst, Religion und
Mythos) auf und sind häufig Ausdruck eines persönlichen Erlebnisses, wie
in „Wanderers Sturmlied". Anfangs bildeten meist erotische Begegnung und
Naturerlebnis eine vermischte Quelle („Mailied", 1771). Erst zu Beginn der
Weimarer Jahre traten das unmittelbar Erlebnisbezogene und der hymnische
Ton zurück und wichen einer auf die Klassik weisenden Natur- und
Weltanschauungslyrik, die dichterischer Ausdruck eines gereiften
Lebensplanes war („Wanderers Nachtlied", 1776; „Harzreise im Winter",
1777; „Grenzen der Menschheit"; „Das Göttliche", 1783). Zugleich wandte
sich Goethe der Balladenform zu („Der Fischer", 1778; „Erlkönig", 1782),
die ihn später im Zusammenwirken mit Schiller nochmals intensiv
beschäftigte.
Insgesamt zeigte sich Goethe dem traditionellen lyrischen Kanon gegenüber
distanziert. Nur gelegentlich wandte sich sein Interesse verstärkt
bestimmten Formen zu, wie der Ode. Die erste Italienreise stand im Zeichen
einer Annäherung an antike Muster, die sich bereits in „Philomele" (1782)
oder „Anakreons Grab" (um 1785) ankündigten und in den „Römischen Elegien"
(1795) vollendeten. Im Zentrum stand auch künftig trotz des höheren
Anteils der Gedankenlyrik („Metamorphose der Pflanzen", 1798) die
poetische Umsetzung sinnlicher Erfahrung. Im erotischen Bereich waren
dabei oft konkrete Bezugspersonen (von Friederike Brion bis Ulrike von
Levetzow) und Erlebnisse wirksam, entscheidender jedoch im ganzen gesehen
die allgemeinere Erfahrung des Lebensgenusses. Eine Ausnahme bildet der in
Teilen (Das Buch Suleika) mit Marianne von Willemer verfasste
West-östliche Divan (1819), der unter dem Eindruck einer erfüllten
Liebesbeziehung entstand.
Das Primat des sinnlich Fassbaren gegenüber dem Abstrakten bestimmte auch
den Unterschied der Goetheschen Balladendichtung zu derjenigen Schillers.
Während dieser in „Die Kraniche des Ibykus" oder „Die Bürgschaft" (beide
1797) mit deutlich belehrendem Anspruch auftrat, herrschte bei Goethe der
poetisch-atmosphärische Reiz vor („Der Gott und die Bajadere", „Die Braut
von Korinth", beide 1797). In der klassischen Periode und der Alterslyrik
mehrten sich seine Versuche, die disparat-facettenreiche Gedankenwelt im
groß angelegten poetischen Bild zu bannen („Weltseele", 1801; „Urworte.
Orphisch", 1817; „Vermächtnis", 1829) und den permanenten Konflikt von
Lebenssehnsucht und Entsagung im Kunstwerk auszusöhnen („Trilogie der
Leidenschaft", 1823-1824; Mittelstück: „Marienbader Elegie").
Aus: Encarta
siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe
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