Karl Gutzkow (1811-1878) - Liebesgedichte

Karl Gutzkow



Karl Gutzkow
(1811-1878)



Sehnsucht

O könnt' ich jene Töne wiedergeben
Und jene purpurroten Farben malen
Von Abendglocken und von Abendstrahlen
Aus meiner Jugend erstem Liebeleben!

O könnt' ich wieder durch die Gärten schweben -
Die Abendnebel dampfen aus den Thalen
Und einen Bund, beglückt von süßen Qualen,
Umspinnen Elfen, die im Mondschein weben.

Ich höre manchmal wie aus weiter Ferne
Ein Glöcklein wieder mit bekanntem Schalle
Und märchenhafter glüh'n die Abendsterne -

Dann sag' ich wild, von innrer Kraft gedrungen:
Ich will euch wieder, ihr Erinnerungen!
Sie zucken wohl, doch bald verstummen alle.

aus: Deutsche Lyriker seit 1850
Mit einer litterar-historischen Einleitung
und biographisch-kritischen Notizen
Herausgegeben von Dr. Emil Kneschke
Siebente Auflage Leipzig Verlag von Th. Knaur 1887 (S. 298)

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Biographie:

siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gutzkow



 

 


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