Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801) - Liebesgedichte

Novalis (Friedrich von Hardenberg)

 

Novalis (Friedrich von Hardenberg)
(1772-1801)

 

Inhaltsverzeichnis der Gedichte:
 

 

 

An Julien

Daß ich mit namenloser Freude
Gefährte deines Lebens bin
Und mich mit tiefgerührtem Sinn
Am Wunder deiner Bildung weide -
Daß wir aufs innigste vermählt
Und ich der Deine, du die Meine,
Daß ich von allen nur die Eine
Und diese Eine mich gewählt,
Dies danken wir dem süßen Wesen,
Das sich uns liebevoll erlesen.

O! laß uns treulich ihn verehren,
So bleiben wir uns einverleibt.
Wenn ewig seine Lieb uns treibt,
So wird nichts unser Bündnis stören.
An seiner Seite können wir
Getrost des Lebens Lasten tragen
Und selig zu einander sagen:
Sein Himmelreich beginnt schon hier,
Wir werden, wenn wir hier verschwinden,
In seinem Arm uns wiederfinden.


aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 144)

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[Es färbte sich die Wiese grün]

Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Und immer dunkler ward der Wald,
Auch bunter Sänger Aufenthalt,
Es drang mir bald auf allen Wegen
Ihr Klang in süßem Duft entgegen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Daß alles möchte lieblich scheinen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Vielleicht beginnt ein neues Reich
Der lockre Staub wird zum Gesträuch,
Der Baum nimmt tierische Gebärden,
Das Tier soll gar zum Menschen werden.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Wie ich so stand und bei mir sann,
Ein mächtger Trieb in mir begann.
Ein freundlich Mädchen kam gegangen
Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
Sie dankte, das vergeß ich nie
Ich mußte ihre Hand erfassen
Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Uns barg der Wald vor Sonnenschein.
Das ist der Frühling, fiel mir ein.
Kurz um, ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen sollten Götter werden.
Nun wußt ich wohl, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 139-140)

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Ich weiß nicht was

Ballade

Jüngst als Lisettchen im Fenster saß,
Da kam Herr Filidor
Und küßte sie,
Umschlang ihr weiches, weißes Knie;
Und sagt ihr was ins Ohr,
Ich weiß nicht was.

Dann gingen beide fort, er und sie,
Und lagerten sich hier
Im hohen Gras
Und triebens frei in Scherz und Spaß;
Er spielte viel mit ihr,
Ich weiß nicht wie.

Zum Spiele hatt er viel Genie,
Er triebs gar mancherlei,
Bald so, bald so,
Da wars das gute Mädel froh,
Doch seufzte sie dabei,
Ich weiß nicht wie?

Das Ding behagt dem Herren baß
Oft gings da capo an?
Doch hieß es drauf,
Nach manchem, manchem Mondenlauf,
Er hab ihr was getan;
Ich weiß nicht was.


aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 24)

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DER WETTSTREIT

Jüngst stritt ich mit Lottchen um Nüsse,
Wer schneller die würzgen Küsse
Wohl gäbe; die Probe fing an:
Ich aber, ich zählete immer
Zu wenig, drum waren wir immer
Vereint, so daß keiner gewann.

aus: Novalis Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs.
Erster Band: Das dichterische Werk.
Hrsg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel
unter Mitarbeit von Heinz Ritter und Gerhard Schulz.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 1960 (S. 534)
 

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MEIN WUNSCH

König möchte sein, wer wollte!
Was ging mir der König an;
Möchte sitzen tief im Golde,
Wer es listig sich gewann!
Wenn ich ruhig könnte lachen
In Luischens weichem Arm,
Ungestört von stolzen Hachen,
Unbetäubt vom Torenschwarm.
Nur zum süßesten Entzücken
Von der Freude selbst gestimmt,
Und aus ihren Feuerblicken,
Süßen Tod zu ziehn bestimmt.

aus: Novalis Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs.
Erster Band: Das dichterische Werk.
Hrsg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel
unter Mitarbeit von Heinz Ritter und Gerhard Schulz.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 1960 (S. 533)
 

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IHR HERZ UND KUSS

Mir wirds so weit im Busen drin,
So offen, hehr und frei,
Nie wars so hell in meinem Sinn
Und meiner Phantasei;

Mir glüht die Wange und die Stirn,
Mir schmückt der Himmel sich,
Und süßer dünkt der Weste Girrn
In jenen Eichen mich;

Um mich tanzt Blumentrift und Flur,
Und jedes Hälmchen lacht,
Und seliger blüht die Natur
Mir in der Frühlingstracht.

Der Mond, der dort voll Freundlichkeit
Sich sonnt, so hell und klar,
Ist mir noch eins so lieber heut,
Als er mir sonst wohl war.

Ha! wie sich schnell mein Rosenblut
Durch alle Adern rafft;
Wie jede Fiber schwellt von Mut
Und niegefühlter Kraft.

Doch weißt du, Freund, woher, woher?
Der Wonne Überfluß?
Sie gab mir heut von ohngefähr
Ihr Herz und einen Kuß.

aus: Novalis Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs.
Erster Band: Das dichterische Werk.
Hrsg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel
unter Mitarbeit von Heinz Ritter und Gerhard Schulz.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 1960 (S. 520)
 

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AN LAURENS EICHHÖRNCHEN

O, Tierchen, das mit Munterkeit
Vor meines Mädchens Fenster springet
Und dem sie selbst voll Sorgsamkeit
Im weißen Händchen Futter bringet,

Das Sprünge macht wie Pantalon,
Durch seine Späße sie vergnüget
Und seiner Drolligkeit zum Lohn
Von ihr geliebt im Schoße lieget,

Das an ihr hängt, dem Busen nah,
Und ihre Rosenwangen lecket
Und das oft viele Reize sah,
Die meinem Späherblick verstecket.

Sonst bin ich wohl vom Neide frei,
Doch hier da muß ich dich beneiden,
Sie koset dich und liebt dich treu,
Bei mir verhöhnt sie meine Leiden.

O lächelte mir doch das Glück,
Ließ einen Tag mich in dich fahren,
Denn mich begnügte nicht ein Blick,
Sie würde Ledas Los erfahren.

aus: Novalis Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs.
Erster Band: Das dichterische Werk.
Hrsg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel
unter Mitarbeit von Heinz Ritter und Gerhard Schulz.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 1960 (S. 531)
 

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[Vergiß mein nicht!]

Vergiß mein nicht, wenn lockre kühle Erde
Dies Herz einst deckt, das zärtlich für dich schlug.
Denk, daß es dort vollkommner lieben werde,
Als da voll Schwachheit ichs vielleicht voll Fehler trug.

Dann soll mein freier Geist oft segnend dich umschweben
Und deinem Geiste Trost und süße Ahndung geben.
Denk, daß ichs sei, wenns sanft in deiner Seele spricht;
Vergiß mein nicht! Vergiß mein nicht!


aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 107)

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Die Liebe

Wenn sanft von Rosenhügeln
Der Tag nach Westen schleicht,
Der Nacht mit Schlummerflügeln
Und Sternenchor entweicht,

Will ich die Liebe singen
Auf der Theorbe hier,
Mein Lockenhaar umschlingen
Mit süßen Myrten ihr.

Es soll dann widertönen
In dieser Grotte Nacht
Das Loblied meiner Schönen,
Wenn nur die Quelle wacht.

Und wenn vom Morgensterne
Mir Wonne niederblinkt,
Und sich die heitre Ferne
Mit Rosenkranz umschlingt,

Tön ich in kühlen Klüften
Auch meiner Liebe Lied,
Umtanzt von Blumendüften,
Wenn aller Schlummer flieht,

Und rund um mich erwachet
Der Nachtigallen Chor
Und jede Aue lachet
Und jeder Hirt ist Ohr:

Nein, Süßers als die Liebe
Empfand kein Sterblicher,
Was hie bevor war trübe,
Wird durch sie lieblicher.

aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 25)

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Zu Sophiens Geburtstag

[17. März 1796]

Wer ein holdes Weib errungen,
Stimme seinen Jubel ein.
Mir ist dieser Wurf gelungen,
Töne Jubel - die ist mein.
So hat nie das Herz geschlagen
Nie so hoch und nie so gut.
Künftig neigt vor meinen Tagen
Selbst der Glücklichste den Hut.

Fest umschlingt den Bund der Herzen
Nun der Ring der Ewigkeit,
Und es bricht der Stab der Schmerzen
Am Altar der Einigkeit.

O -! im Himmel ist geschlossen
Unsrer Herzen süßer Bund.
Ist ein beßrer Spruch entflossen
Je des Schicksals weisem Mund?

Dir gehört nun, was ich habe,
Was ich denke, fühle, bin,
Und du nimmst nun jede Gabe
Meines Schicksals für dich hin.
Was ich sucht, hab ich gefunden,
Was ich fand, das fand auch mich,
Und die Geißel meiner Stunden,
Zweifelsucht und Leichtsinn, wich.

Nimmer soll mein Mund dich loben,
Weil mein Herz zu warm dich ehrt.
Tief im Busen aufgehoben
Wohne heimlich mir dein Wert.
Wenn ich wunde Herzen heile,
Jede Stunde besser bin,
Nie im Guten lässig weile;
Dieses Lob nimm dir dann hin.

Liebes Mädchen, deiner Liebe
Dank ich Achtung noch und Wert,
Wenn sich unsre Erdenliebe
Schon in Himmelslust verklärt.
Ohne dich wär ich noch lange
Rastlos auf und abgeschwankt
Und auf meinem Lebensgange
Oft am Überdruß erkrankt.

Wenn nur unsre Mutter wieder
Frisch und ledig bei uns steht
Und im Kreise unsrer Brüder
Stolz die Friedensfahne weht.
Wenn dann noch ein Süßer, Trauter
Unsre Lolly fest umschlang -
O - ! Dann tönt noch zehnfach lauter
Unsres Jubels Hochgesang.

Wenig still durchhoffte Jahre
Leiten unverwandt zum Ziel,
Wo am glücklichen Altare
Endet unsrer Wünsche Spiel,
Uns, auf Ewig Eins, verschwinden
Wölkchen gleich, des Lebens Mühn
Und um unsre Herzen winden
Kränze sich von Immergrün.

aus: Novalis. Werke in einem Band
Herausgegeben von Hans-Joachim Mähl
und Richard Samuel
Deutscher Taschenbuch Verlag  München 1995
(S. 113-114)

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Biographie:

Novalis, eigentlich Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, (1772-1801), Dichter. Er war die herausragende Gestalt der deutschen Frühromantik (siehe Romantik). Zu den großen Bewunderern des Novalis gehörten neben Edgar Allan Poe und Gérard de Nerval auch Maurice Maeterlinck, Hugo von Hofmannsthal und Stefan George.

Novalis wurde am 2. Mai 1772 als Sohn des Großgrundbesitzers und Salinendirektors Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg und seiner Frau Auguste Bernhardine im sächsischen Oberwiederstedt (Harz) geboren; dort wuchs er im Umfeld eines strengen Pietismus auf. Zwischen 1790 und 1794 studierte er Jurisprudenz, Mathematik und Philosophie an den Universitäten Jena, Leipzig und Wittenberg. Seine Lehrer waren u. a. Friedrich von Schiller und Karl Leonhard Reinhold (1758-1823), wobei Letzterer ihn mit den Gedanken Johann Gottlieb Fichtes vertraut machte. Zunächst für den preußischen Staatsdienst vorgesehen, wurde Novalis zunächst Aktuarius eines Kreisamtmanns, 1796 dann Akzessist an der Salinendirektion in Weißenfels. Zwei Jahre zuvor hatte er sich ohne Wissen der Eltern mit der 13-jährigen Sophie von Kühn (1783-1797) verlobt, durch deren plötzlichen Tod sein Hang zur Mystik, der sich in seinen Werken niederschlägt, noch verstärkt wurde. Die kultische Überhöhung Sophies spiegelt u. a. eine im pietistisch geprägten Journal (1797) festgehaltene, religiös überhöhte Vision der Betrauerten im Grab (diese wird in den Hymnen an die Nacht 1800 mit wortwörtlichen Anleihen wieder anzitiert). Nach 1797 studierte Novalis an der Bergakademie Freiberg Bergwerkskunde, Chemie und Mathematik; ein Jahr später ging er mit Julie von Charpentier seine zweite Verlobung ein. Auch hier kam es nicht zur Hochzeit. 1799 wurde Novalis als Salinenassessor angestellt, um kurz darauf zum Amtshauptmann ernannt zu werden. Nach 1800 lähmte eine Lungenkrankheit seinen weiteren Werdegang: Er starb am 25. März 1801 in Weißenfels.

Werk

Novalis verband eine enge Freundschaft mit Friedrich von Schiller und Ludwig Tieck sowie mit August Wilhelm und Friedrich von Schlegel. Beeinflusst wurde er vor allem durch den deutschen Idealismus und die Schriften von Franz Xaver von Baader, Jakob Böhme und Frans Hemsterhuis (1721-1790). Von ihnen übernahm er u. a. die Idee eines auf Gott gerichteten Willens und die Suche nach „poetischer Wahrheit" (Hemsterhuis), die in seiner Sehnsucht nach einer Universalpoesie zum Ausdruck kommt. Wichtiges Verfahren ist hierbei die Analogie, die die Dinge zueinander in Beziehung setzen soll, um die Welt, ihrer Profanität entledigt, im Dichterwort zu überhöhen. Novalis’ bekanntester Lyrikzyklus sind die Hymnen an die Nacht (1800), die in ihrer Metaphorik von Werken Edward Youngs, Jean Pauls, Herders und Goethes geprägt worden sind. Hier spiegelt sich die verklärende Trauer um den Tod der auch erotisch begehrten Sophie, aber auch der Wunsch nach einer religiös konnotierten Überwindung des Leids. Die Nacht wird zum Refugium des Dichters, der in feierlich-erhabenem Duktus sowohl das Licht- als auch das Schattenreich sowie die „zarte Geliebte" als Mittlerin heraufbeschwört. Auch die 1799 entstandenen Geistlichen Lieder (1801 posthum herausgegeben) preisen die mystische Vereinigung des Menschen mit Gott. Neben dem Fragment Die Lehrlinge zu Sais (1802), einem „ächtsinnbildlichen Naturroman", der Dichtung und Liebe als Erkenntnismittel zur Entschlüsselung des Naturgeheimnisses bzw. des eigenen Selbst gleichsetzt, ist der unvollendete Roman Heinrich von Ofterdingen (1802) der bedeutendste Prosatext des Autors. Gemeinsam mit Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen (1798) bildet er den Höhepunkt des romantischen Künstlerromans. Im Bild der blauen Blume ist hier ein Symbol für das Streben nach (stufenweiser) Welterkenntnis ebenso wie für den Wunsch des Helden gefunden, die Welt kraft der schöpferischen Phantasie in eine der Schönheit zu verwandeln. Die Spitze gegen Goethes Bildungsroman Wilhelm Meister mit seinem von Novalis kritisierten „Evangelium der Oeconomie" wird offensichtlich. Weitere Werke von Novalis sind der 1799 entstandene und erst 1826 vollständig herausgegebene Essay Die Christenheit oder Europa, der die Idee eines mythischen Christentums aus den Hymnen an die Nacht wieder aufgreift, sowie die naturwissenschaftlich-philosophische Aphorismensammlung Fragmente, von der ein Teil 1798 unter dem Titel Blüthenstaub in der für die Romantik zentralen Zeitschrift Athenäum erschien. Dazu gehörte u. a. das so genannte Mittlerfragment, das auf die Christologie im Sinn Friedrich Schleiermachers nachwirkte.
Aus: Encarta
 

 


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