Alfons Petzold (1882-1923) - Liebesgedichte

Alfons Petzold

 

Alfons Petzold
(1882-1923)

 

 

Der ewige Becher


Deine Liebe ist ein Becher,
gefüllt mit edlem Wein.
Ich will der ewig trunkne Zecher
sein.

Ich trinke alle Nächte, alle Tage
und halte einsam fröhliche Gelage,
mein Mundschenk ist die Sehnsucht tief in mir
nach dir!

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O so Lipp' an Lippe hängen dürfen
eine lange schöne Ewigkeit,
aus des ander'n Atem Süße schlürfen
für die Bitternis der argen Zeit.

Nichts mehr reden, sondern nur noch lauschen,
wie des ander'n Herzschlag schneller geht -
und in allen Gliedern dieses Rauschen,
das Gesang ist und zugleich Gebet.

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Siehe, Geliebte


Siehe, Geliebte, aus meinem Gesicht
leuchtet dein Licht,

in meinen wirkenden Händen schafft
deine Kraft,

was meine Seele an Wundern lebt,
aus dir sich hebt,

und nur mein Herz
mit dem Jubel darin
ist Erz von Erz,
aus dem ich bin!

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Liebeslied


So schön wie du ist die Birke nicht,
aber sie hat doch dein Gesicht,

wenn sie nachts aus dem Dunkel schaut,
ganz von Liebe und Licht betaut.

O wäre ich ein Vogel, in ihrem grünen Haar
würde ich singen die tausend Jahr.

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alle Liebesgedichte
von Alfons Petzold

 

 

 

Gedichte aus: Alfons Petzold Das neue Fest. Ein Büchlein der Liebe Unzengruber-Verlag Brüder Suschitzky Wien Leipzig 1917
folgendes Gedicht:
O so Lipp' an Lippe hängen dürfen
Aus: Alfons Petzold Pfad aus der Dämmerung
Gedichte und Erinnerungen Wiener Verlag 1947
folgende Gedichte:
Deine Liebe ist ein Becher (Der ewige Becher)
Siehe, Geliebte, aus meinem Gesicht (Siehe, Geliebte)
So schön wie du ist die Birke nicht (Liebeslied)



Biographie:
Petzold, Alfons, 24. 9. 1882 Wien - 25. 1. 1923 Kitzbühel/Tirol; Arbeitersohn; mußte jung trotz gesundheitl. Schäden schwere Arbeit verrichten; Lehre in e. Metallschleiferei; mit 15 Jahren Bauhilfsarbeiter; später Fabrikarbeiter, Laufbursche, Kellner, Fensterputzer u. a., schwer lungenleidend im Sanatorium Alland b. Wien. - Österr. Erzähler und Lyriker. Bedeutender Arbeiterdichter. Wegbereiter der sozialist. Lit. Österreichs im 20. Jh. Ein Gesellschaftsbild s. Zeit gibt der autobiograph. Roman 'Das rauhe Leben'. In s. herbschlichten, eindringl. Gedichten von Heine und der Lyrik des Vormärz beeinflußt; anfangs soziale u. Kriegslyrik von tiefer Menschenliebe, dann Ringen um relig. Verklärung.

WERKE: Trotz alledem, G. 1910; Seltsame Musik, G. 1911; Memoiren eines Auges, Sk. 1912; Der Ewige und die Stunde, G. 1912; Erde, R. 1913; Krieg, G. 1914; Der heilige Ring, G. 1914; Der stählerne Schrei, G. 1916; Von meiner Straße, Nn. 1917; Der feurige Weg, R. 1918; Das rauhe
Leben, Aut. 1920 (n. 1979); Menschen im Schatten, En. 1920; Das Buch von Gott, G. 1920; Der Totschläger, En. 1921; Das Lächeln Gottes, G. u.
Br. 1923; Sevarinde, R. 1923. - Gedichte und Erzählungen, hg. H. Sauer 1924, 21947; Pfad aus der Dämmerung, Ausw. 1947; Ein Bruder so wie du, Ausw. 1957; Einmal werden sich die Tage ändern, Ausw. 1959.
Aus: Autorenlexikon: Petzold, Alfons, Digitale Bibliothek Band 13: Wilpert: Lexikon der Weltliteratur

 

 


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